Die Haftpflichtversicherer mit dem größten Policenschwund

11.4.2019 – Zwischen 2015 und 2017 hat die Gothaer Allgemeine ihren Bestand fusionsbedingt um fast 300.000 Verträge ausgebaut. Die Axa und die Generali hatten hingegen Einbußen im jeweils sechsstelligen Bereich zu verzeichnen. Prozentual am stärksten legte die Hansemerkur Allgemeine zu. Die Generali verlor am deutlichsten. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2017: Haftpflichtversicherung“.

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Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer haben den Vertragsbestand in der allgemeinen Haftpflichtversicherung zwischen 2015 und 2017 um rund zwei Prozent (auf 46,4 Millionen Policen) ausgebaut. Das Beitragsvolumen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um annähernd drei Prozent auf rund 7,75 Milliarden Euro.

Dabei erzielten 2017 etwa vier von fünf der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter eine Combined Ratio von unter 100 Prozent. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2017: Haftpflichtversicherung“ (VersicherungsJournal 20.12.2018).

Die Studie wird von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Yougov Deutschland GmbH im Jahresturnus durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter in dem Versicherungszweig. Diese kommen auf etwa 91 Prozent Marktanteil.

Gothaer legt am stärksten zu

Die Vertragsbestände auf Ebene der einzelnen Gesellschaften entwickelten sich dem Branchenmonitor zufolge höchst unterschiedlich. So konnten 38 der aufgeführten Gesellschaften zulegen. Die verbleibenden zwölf Anbieter hatten Verluste zu verzeichnen.

Am stärksten wuchs mit fast 300.000 Verträgen die Gothaer Allgemeine Versicherung AG. Dies ist vor allem auf die Verschmelzung der Asstel Sachversicherung AG (VersicherungsJournal 16.8.2017) zurückzuführen.

Sechsstellige Zuwächse gab es ferner bei der Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG und bei der Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG. Beide Gesellschaften legten relativ gleichverteilt auf die beiden Betrachtungsjahre zu.

Das kräftige Wachstum bei den vorgenannten Anbietern ging dabei nicht zulasten der Profitabilität. So schrieb die Huk-Coburg-Allgemeine 2017 fast 25 (2016: rund 17) Cent Gewinn pro Beitragseuro. Bei der Gothaer waren es zuletzt immerhin zehn Cent pro Beitragseuro. Die Hansemerkur gehört zu den wenigen Anbietern mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent. 2017 gab es jedoch eine Verbesserung um über fünf Prozentpunkte auf unter 104 Prozent.

Weitere Anbieter mit großen Steigerungen

Hohe Zuwächse zwischen knapp 87.000 und fast 75.000 Policen erzielten auch die Haftpflichtkasse VVaG, die VHV Allgemeine Versicherung AG und der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.

Die VHV profitierte dabei unter anderem durch die Verschmelzung der Hannoversche Direktversicherung AG auf die VHV Allgemeine (VersicherungsJournal 18.12.2017), aber nach eigenen Angaben auch durch Akquise im Firmenkundengeschäft. Die anderen beiden Anbieter setzten ihren organischen Wachstumskurs fort.

Bestandszuwächse (Bild: Wichert)

Axa und Generali mit den größten Verlusten

Die größten Rückgänge – jeweils im niedrigen sechsstelligen Bereich – standen für die Axa Versicherung AG sowie für die Generali Versicherung AG zu Buche. Letztere führt diese Entwicklung „im Wesentlichen […] auf Portfolio-Pflegemaßnahmen“ zurück.

Bei der Axa konnten die nach eigenen Angaben „erfreulichen“ Zuwächse in der industriellen sowie der Vermögensschaden-Haftpflicht den Abrieb im Privatkundengeschäft nicht kompensieren. Die Kölner haben jedoch unter anderem in der Haftpflichtsparte eine Wachstumsinitiative gestartet (VersicherungsJournal 14.8.2018).

Jeweils über 70.000 Kontrakte verloren die HDI Versicherung AG und die Ergo Versicherung AG. Im jeweils niedrigen fünfstelligen Bereich verminderten sich die Vertragsbestände beim DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. sowie bei der Alte Leipziger Versicherung AG.

Bestandsrückgänge (Bild: Wichert)

Barmenia mit dem prozentual stärksten Wachstum

Betrachtet man die Veränderungsraten, so baute die Hansemerkur ihren Vertragsbestand mit über drei Vierteln (auf rund 374.500 Kontrakte) am stärksten aus. Um knapp ein Drittel wuchs die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG. Bei den Wuppertalern waren dafür vor allem Bestandsübertragungen eines Kooperationspartners im Geschäftsjahr 2016 ursächlich.

Knapp über beziehungsweise unter einem Fünftel wuchsen die Haftpflichtkasse und die Rhion Versicherung AG.

Die stärksten Einbußen gab es mit knapp acht Prozent bei der Generali. Rückgänge von jeweils über fünf Prozent standen für die Alte Leipziger (auf unter 193.000 Policen) und den HDI (auf gut 1,32 Millionen Verträge) zu Buche.

Veränderungsraten (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2015-2017: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zu dem Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

Wie in den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

 
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