Die häufigsten Maßnahmen bei (Fast-)Versicherungsausfällen

12.10.2021 – Wenn Versicherer in Bedrängnis kommen oder gar scheitern, steht eine breite Palette an Maßnahmen zur Verfügung, die Behörden oder die betroffenen Gesellschaften selbst ergreifen können. Die europäische Versicherungsaufsicht hat untersucht, welche in den letzten rund 20 Jahren wie oft angewandt wurden.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) befasst sich in einem neuen Bericht damit, wie Versicherer und Aufseher mit (Nahezu-)Ausfällen von Versicherungs-Unternehmen umgehen. Basis ist eine Stichprobe von 219 Versicherern in Europa, die im Zeitraum von 1999 bis 2020 betroffen waren.

Wie die Eiopa festhält, sind Versicherungsnehmer im Falle von Versicherungsausfällen nicht verschont geblieben: Tatsächlich sei es bei den von Auflösungen betroffenen Kunden in 30 Prozent der Fälle in irgendeiner Form zu Verlusten gekommen.

Vor und während der Sanierung

Zwei Phasen des Krisenmanagements werden in dem Bericht beleuchtet: die Sanierungs- und die Abwicklungsphase.

Laut der Analyse haben Versicherer und/oder Behörden vor und während der Sanierungsphase am häufigsten die folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • die Vorlage eines Plans zur Wiederherstellung der Einhaltung der Anforderungen oder (selten) die Aktivierung eines bereits existierenden bestehenden präventiven Sanierungsplans;
  • die Anforderung von Finanzspritzen durch Aktionäre oder die Muttergesellschaft;
  • Forderung nach Stärkung interner Governance-Regelungen und des Risikomanagements.
  • Forderung nach „Commitment“ und/oder Handlungen von Aktionären zur Unterstützung des Unternehmens;
  • Forderung nach Aufbau eines höheren Niveaus versicherungs-technischer Rückstellungen.

Abwicklungsphase

Was die Abwicklungsphase betrifft, gehörten diese Maßnahmen zu den am häufigsten von den Behörden angewandten:

  • die Einstellung des Neugeschäfts und die weitere Wahrnehmung der Pflichten aus den bestehenden Polizzen („Run-off“);
  • die Schließung und geordnete Liquidation des gesamten oder eines Teils eines insolventen Unternehmens;
  • der Verkauf des gesamten oder eines Teils des Geschäfts des Versicherers an einen privaten Käufer.

Grenzüberschreitende Aspekte

Ein Augenmerk legt der Bericht auch auf die häufigsten Probleme, die bei grenzüberschreitenden Versicherungsausfällen auftreten.

Die „fortgesetzte Zunahme grenzüberschreitender Versicherungsaktivität“ unterstreiche die Wichtigkeit eines „harmonisierten Ansatzes“ beim Schutz der Versicherungsnehmer – dies gerade angesichts des Grades der Internationalisierung im Versicherungssektor.

Der Bedarf an einem „adäquaten System zum Schutz von Versicherungsnehmern“ erscheine bei grenzüberschreitenden Versicherungsausfällen offensichtlich, so die Eiopa in dem Bericht.

Zum Herunterladen

Der Bericht „Failures and near misses in insurance – Overview of recovery and resolution actions and cross-border issues“ (40 Seiten, nur auf Englisch abrufbar) kann von einer Webseite der Eiopa als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

 
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