Die finanzstärksten privaten Krankenversicherer

3.5.2021 – Eine Übersicht der Finanzkraft der deutschen privaten Krankenversicherer wurde jetzt auf der Internetseite Solvencydata.com veröffentlicht. Sechs Gesellschaften nutzten Hilfsmaßnahmen, kamen aber auch ohne diese auf Netto-SCR-Quoten von zum Teil weit über 100 Prozent. Bei 29 Anbietern ist die Nettoquote gesunken. Bei neun Unternehmen hat sie sich erhöht.

Die für die Aufsicht relevanten Brutto-SCR-Solvenzquoten inklusive Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung der deutschen privaten Krankenversicherer sind 2020 im Schnitt um rund zehn Prozent auf knapp 495 Prozent gesunken.

In den Berechnungen enthalten sind Daten von 38 Marktteilnehmern. Die Marktdaten stammen aus dem Fundus von Solvencydata, einer Datenbank der ISS Software GmbH. Angeboten werden Solvenzdaten der Lebens-, Kranken- und Schadenversicherungs-Unternehmen. Zahlende Kunden erhalten Zugang zu individuellen Marktanteilsauswertungen, zum Beispiel nach Sparte, Geschäftsfeldern oder selbst zusammengestellten Peer Groups.

SCR-Quoten bis zu fast 1.050 Prozent

Die Nettoquote – also ohne die oben erwähnten Hilfen – verminderte sich im Branchenschnitt um rund ein Neuntel auf knapp 480 Prozent. Anders als bei den Lebensversicherern (23.4.2020) wies allerdings kein einziges Unternehmen eine Netto-SCR-Quote von unter 100 Prozent aus.

Die höchste SCR-Quote netto ergibt sich mit 1.047 Prozent für die Münchener Verein Krankenversicherung a.G. An zweiter Stelle liegt die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) mit 900 Prozent.

Dahinter folgen die R+V Krankenversicherung AG und die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) mit jeweils über 750 Prozent sowie die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und die Universa Krankenversicherung a.G. mit jeweils um die 650 Prozent.

PKV Höchste Solvenzquoten (Bild: Wichert)

Mindestens 184 Prozent bei den privaten Krankenversicherern

Auf die niedrigste Nettoquote kommt die Ergo Krankenversicherung AG (früher Ergo Direkt; 28.3.2019) mit 184 Prozent. Danach folgt die Vigo Krankenversicherung VVaG mit 218 Prozent.

Quoten von zwischen etwa 255 und 285 Prozent werden für die DKV Deutsche Krankenversicherung AG, die Ottonova Krankenversicherung AG, die Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG, die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG sowie die Axa Krankenversicherung AG aufgeführt.

PKV Niedrigste Solvenzquoten (Bild: Wichert)

Die Quote des Marktführers Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. wird mit 419 Prozent (minus 10,8 Prozent) angegeben.

Die PKV-Anbieter mit den größten Veränderungen

Im Vergleich zum Vorjahr veränderten sich die Netto-Solvenzquoten zwischen plus ein Viertel beim Münchener Verein und minus über der Hälfte bei Ottonova. Vergleichsweise hohe relative Verbesserungen ihrer Finanzkraft um jeweils ein knappes Sechstel konnten die DEVK Krankenversicherungs-AG und die Axa nachweisen.

Auf der anderen Seite hat sich bei 29 Unternehmen die Netto-SCR-Quote verschlechtert. Neben Ottonova haben drei weitere Akteure aus dieser Gruppe rechnerisch mehr als ein Viertel der Finanzkraft eingebüßt. Hierzu gehören die LKH, die Württembergische Krankenversicherung AG und die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (FAMK).

PKV Solvenzquoten Veränderungen (Bild: Wichert)

Wie aus dem Datenmaterial weiter hervorgeht, nutzten fünf Gesellschaften die Volatilitätsanpassung. Dies sind die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Axa, die Debeka, die Generali Deutschland Krankenversicherung AG und die Gothaer Krankenversicherung AG. Die Vigo nutzte nur das Rückstellungs-Transitional. Allianz und Gothaer nutzen es zusätzlich zur Volatilitätsanpassung. Dadurch ergaben sich um bis zu 59 Prozent höhere Brutto-SCR-Quoten.

Nachträgliche Ergänzung vom 4.5.2021, 15.50 Uhr:

Aufgrund eines Versehens wurde in der Solvencydata-Auflistung die Arag Krankenversicherungs-AG nicht aufgeführt. Diese teilte mit, dass ihre Netto-SCR-Quote für 2020 bei 591,3 Prozent liegt. Dieser Wert liegt um knapp vier Prozent niedriger als 2019. Betroffene Textpassagen und Grafiken wurden nachträglich korrigiert.

Leserbriefe zum Artikel:

Peter Schramm - Zur Sicherheit je nach Überdeckung der 100-Prozent-Quote. mehr ...

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Kompositversicherung · Marktanteil · Private Krankenversicherung
 
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