Die besten Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen

24.1.2019 – Zum Teil immense Servicemängel attestiert das Deutsche Institut für Service-Qualität den Vergleichsportalen für Kfz-Versicherungen in einer aktuellen Studie. Nur Verivox und Check24 schnitten beim Service mit „gut“ ab. Bei der Preisanalyse vergab das Disq immerhin drei Mal ein „sehr gut“. In der Gesamtwertung liegt Check24 mit „sehr gut“ an der Spitze.

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Das Deutsche Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG (Disq) hat im Auftrag des Nachrichtensenders N-TV Vergleichsportale für Autoversicherungen getestet. Für die „Studie: Vergleichsportale Kfz-Versicherungen 2019“ wurden laut Disq „nur Internetportale ausgewählt, die die Möglichkeit anbieten, online einen Tarif abzuschließen sowie kostenlos Tarife miteinander zu vergleichen.

Das bedeutet, Portale, die den Vergleich anderer Anbieter nutzen, wurden von der Betrachtung in dieser Studie ausgeschlossen. Auch Versicherungs-Apps, bei denen ein Vergleich zwar möglich ist, die in erster Linie aber dafür da sind, alle persönlichen Versicherungspolicen gesammelt einsehen und verwalten zu können, wurden ebenfalls bei der Erhebung nicht berücksichtigt.“

Fünf Portale im Test

Konkret wurden die Portale Autoversicherung.de, Check24.de, Geld.de, Ino24.de und Verivox.de einer Service- sowie einer Preisanalyse unterzogen. Der Service ging mit 40 Prozent Gewichtung in die Gesamtwertung ein, der Preis mit 60 Prozent.

Die Analyse der günstigsten Angebote wurde anhand von insgesamt zwölf definierten Profilen mit vier Automobilklassen und drei Nutzertypen durchgeführt. Erhebungsstichtage waren der 5. und 6. November 2018. In die Analyse floss nach Institutsangaben zum einen der günstigste angezeigte Preis und zum anderen der Durchschnitt der drei preislich attraktivsten Tarife jeder Abfrage ein.

So wurde der Service getestet

Die Servicequalität am Telefon und per E-Mail wurden in der Untersuchung mit jeweils zehn Kontakten pro Portal getestet und bewertet, und zwar mit verdeckten Tests (Mystery Shopping). Dabei „verwendeten die geschulten Testkunden für die Anfragen per Telefon und E-Mail spezifische Rollenspiele mit Fragestellungen aus dem Gegenstandsbereich Kfz-Versicherungen“, so das Disq.

In den Rollenspielen ging es unter anderem um Informationen zu den Leistungsmerkmalen der Teil- und der Vollkaskoversicherung und zur Beitragszusammensetzung und Laufzeit der Versicherung. Weitere Fragestellungen betrafen die Themen Einstufung beziehungsweise Übertragung der Schadenfreiheitsklasse und Haftungsausschluss, Sonderkündigungs- und Widerrufsrecht bei Kfz-Versicherungen.

Den Tests liegt nach Institutsangaben ein standardisiertes, objektiv nachprüfbares Messverfahren (Servqual-Methodik) zugrunde. Die Bewertungen erfolgten auf einer standardisierten Likert-Skala mit fünf Ausprägungen. Die ermittelten Daten wurden dann in ein Punktesystem (null bis 100 Punkte) übertragen. Die Werte wurden schließlich in ein fünfstufiges Qualitätsurteilsschema („sehr gut“ bis „mangelhaft“) überführt.

Darüber hinaus wurden pro Versicherer zehn Nutzerbetrachtungen der Websites vorgenommen und jeder Internetauftritt einer detaillierten Inhaltsanalyse unterzogen. Insgesamt beruht die Untersuchung damit auf rund 150 Testkontakten. Der telefonische und der E-Mail-Service wurden mit je 20 Prozent gewichtet, der Internetauftritt mit 60 Prozent.

Gesamtsieger Check24

In der Gesamtwertung setzte sich Check24 mit der Gesamtnote „sehr gut“ gegen die Wettbewerber durch. Die Studienautoren hoben explizit den „ausgewogenen Mix aus gutem Service und attraktiven Preisen“ hervor. In einem Drittel der Fälle habe das Portal den günstigsten Versicherungstarif geliefert und in den übrigen Testszenarien meist nur geringfügig über dem Bestpreis gelegen.

Neben dem Spitzenplatz in der Preiswertung reichte es in Sachen Service mit einem „gut“ für den zweiten Platz. Nach Angaben der Tester ist der Internetauftritt nutzerfreundlich gestaltet und bietet einen hohen Informationswert. Zudem berieten die Mitarbeiter am Telefon fachkundig und beantworteten alle Kundenfragen korrekt.

Auf den Positionen zwei bis vier landeten mit jeweils der Gesamtnote „gut“ Geld.de, Ino24 und Verivox. Letzteres Portal gewann die Servicewertung (Teilnote „gut“), landete mit einem „gut“ bei der Preisanalyse aber nur an vierter Stelle. In der Preiswertung erzielten Ino24 (Platz zwei) und Geld.de (Rang drei) jeweils ein „sehr gut“. In der Servicewertung platzierten sich die beiden Portale mit jeweils einem „befriedigend“ in umgekehrter Reihenfolge.

Abgeschlagen an letzter Stelle – jeweils mit einem „mangelhaft“ – liegt sowohl in der Gesamt- als auch in beiden Teilwertungen Autoversicherung.de. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen im Testzeitraum keinen telefonischen Service anbot und weniger als die Hälfte der E-Mail-Anfragen beantwortete. Deshalb vergab das Disq in diesen Bereichen jeweils null Punkte. Der Internetauftritt wurde immerhin mit einem „befriedigend“ bewertet.

Rangliste (Bild: Wichert)

Fazit und weitere Studiendetails

„Preisvergleich lohnt sich: Abhängig vom jeweiligen Fahrzeugmodell und Nutzertyp konnten sich Autofahrer bei der Wahl des richtigen Portals über eine Preisersparnis von bis zu rund 38 Prozent freuen“, ziehen die Studienautoren als Fazit aus der Untersuchung.

Wie in der Vorstudie 2017 habe keines der Unternehmen für die vorgegebenen Profile durchgehend den günstigsten Tarif geboten. Deshalb sollte man sich nicht nur auf einen Anbieter verlassen.

Allerdings konstatiert das Disq massive Servicemängel – in der Bearbeitung von E-Mail-Anfragen und vor allem beim telefonischen Service. In letzterer Hinsicht reichte Geld.de ein „befriedigend“ für den Sieg in dieser Kategorie. Für Verivox, Check24 und Ino24 reichte es nur zu einem „ausreichend“. Autoversicherung.de bekam, wie oben beschrieben, gar keine Punkte.

Die „Studie Vergleichsportale Kfz-Versicherungen 2019 – Mehr Transparenz – mehr Kundennähe“ kann gegen eine Schutzgebühr von brutto 476 Euro inklusive Mehrwertsteuer per E-Mail bei Markus Hamer erworben werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
App · Haftungsausschluss · Kfz-Versicherung · Mitarbeiter
 
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