Die besten PKV-Vollkostentarife im Rating von Morgen & Morgen

12.10.2021 – Ein insgesamt sehr gutes Bedingungsniveau attestiert das Analysehaus den PKV-Volltarifen. Die Höchstnote erhielten bei den Tarifen, die allen Berechtigten zugänglich sind, Allianz, Axa, Barmenia, BBKK, Hallesche, Inter, Ottonova, R+V, SDK, UKV und Württembergische. Bei der Berufsgruppe „Beamte“ bekamen Barmenia, DBV, Hallesche und R+V fünf Sterne. In der Berufsgruppe „Ärzte“ wurden Allianz, Axa, Barmenia, Hallesche und Inter top bewertet.

Die Morgen & Morgen GmbH hat eine Bewertung von Tarifen der privaten Krankenvollversicherung (PKV) vorgelegt. Für das „M&M Rating PKV-Vollversicherung“ wurde die Qualität der in den Versicherungs-Bedingungen aufgeführten Leistungen analysiert.

Die Untersuchung unterscheidet nach drei Berufsgruppen. Policen, die allen Berechtigten zugänglich sind, wurden der Gruppe „Normal“ zugeordnet. Hier kamen Tarife beziehungsweise Tarifkombinationen von 32 Anbietern zusammen. Für Beamte ermittelten die Analysten Angebote von 28 Unternehmen und für Ärzte Produkte beziehungsweise Produktbausteine von elf Gesellschaften.

Bedingungsanalyse besteht aus 60 Leistungsfragen

Dem Rating liegen 60 Leistungsfragen zugrunde. Sie geben Auskunft über Sachverhalte und Tarifeigenschaften, die nach eigenen Angaben wesentlich für die Bedingungsqualität sind. Der Fokus habe auf Kundenfreundlichkeit und Eindeutigkeit der Aussagen gelegen. Auch unübliche Einschränkungen seien erfasst und beurteilt worden.

Die Fragen wurden gewichtet. Bei „sehr wichtigen“ Fragen konnten die Anbieter fünf Punkte, „wichtigen“ drei Punkte und „weniger wichtigen“ einen Punkt erzielen. Der Gesamterfüllungsgrad einer Tarifkombination war jeweils vom Erfüllungsgrad der einzelnen Bausteine abhängig. Eine Ausnahme bildeten Fragen, die auf einzelne Leistungen abzielten. Maximal waren 174 Punkte zu erreichen.

Bewertungsskala reicht von „ausgezeichnet“ bis „sehr schwach“

Die Beurteilung erfolgte in Form von fünf Bewertungsklassen. Sie reichen von „ausgezeichnet“ (fünf Sterne) über „sehr gut“ (vier Sterne) und „durchschnittlich“ (drei Sterne) bis „schwach“ (zwei Sterne) und „sehr schwach“ (ein Stern).

Für die Höchstnote von fünf Sternen verlangten die Analysten mindestens 135 Punkte. Danach waren 120 (vier Sterne), 105 (drei Sterne) oder 90 Punkte (zwei Sterne) zu erbringen. Darunter gab es nur einen Stern.

17 Mindestvoraussetzungen

Um eine Vier- oder Fünf-Sternebewertung zu erhalten, waren zudem folgende 17 Mindestvoraussetzungen voll oder eingeschränkt zu erfüllen:

  • Entfällt die Begrenzung auf das Inlandskostenniveau bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes in einen Mitgliedstaat der EU beziehungsweise des EWR?
  • Wird das Versicherungsverhältnis bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes in einen Staat außerhalb der EU beziehungsweise des EWR fortgesetzt?
  • Verzichtet der Versicherer auf unübliche Einschränkungen beziehungsweise Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören?
  • Erstattet der Versicherer sämtliche Hilfsmittel ohne abschließende Aufzählung (sogenannter offener Hilfsmittelkatalog)? Wenn nein, welche Hilfsmittel sind erstattungsfähig?
  • Ist eine ambulante Psychotherapie erstattungsfähig? In welchem Umfang?
  • Leistet der Versicherer im ambulanten Bereich über die Regelhöchstsätze (bis 2,3-fach) der Gebührenordnung hinaus?
  • Leistet der Versicherer im ambulanten Bereich auch über die Höchstsätze (3,5-fach) der Gebührenordnung hinaus?
  • Ist bei stationärer Behandlung im Krankenhaus der Privatarzt (Chefarzt) erstattungsfähig?
  • Leistet der Versicherer im stationären Bereich auch über die Höchstsätze (3,5-fach) der Gebührenordnung hinaus?
  • Sind Leistungen für Prothesen, Brücken und Kronen erstattungsfähig?
  • Sind Leistungen für Inlays erstattungsfähig?
  • Sind Leistungen für Implantate erstattungsfähig?
  • Leistet der Versicherer im Zahnbereich auch über die Höchstsätze (3,5-fach) der Gebührenordnung hinaus?
  • Verzichtet der Versicherer auf die Leistungseinschränkung für ambulante Heilbehandlungen in einem Heilbad oder Kurort nach § 5 (1) e) MB/KK?
  • Sind Leistungen für ambulante Entziehungsmaßnahmen erstattungsfähig?
  • Ist bei stationärer Behandlung im Krankenhaus eine bessere Unterbringung (Ein- oder Zweibettzimmer) erstattungsfähig?
  • Sind Leistungen für stationäre Entziehungsmaßnahmen erstattungsfähig?

Berufsgruppe „Normal“: Elf Gesellschaften erhalten fünf Sterne

In der Berufsgruppe „Normal“ erreichten in einem 32-köpfigen Teilnehmerfeld elf Anbieter die Höchstnote „ausgezeichnet“. Dies sind:

Weitere 18 Gesellschaften wurden für ihre Produkte mit vier Sternen ausgezeichnet. Außerdem vergaben die Analysten einmal drei Sterne, einmal zwei Sterne und einmal einen Stern.

Berufsgruppe „Beamte“: Vier Anbieter mit der Höchstnote ausgezeichnet

Für die Berufsgruppe „Beamte“ wurde die Tariflandschaft von 28 Unternehmen durchleuchtet. Vier von ihnen wurden mit fünf Sternen prämiert:

  • Barmenia („VB 130U“, „VB 1ZU“, „VE 50U“, „VK 100U“),
  • DBV Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung, Zweigniederlassung der Axa Krankenversicherung AG („Vision B 50T-U“, „BW2 50T-U“, „BWE-U“, „BN3/1 50-U“, „KUR-U/50“),
  • Hallesche („CAZ.30“, „CAZ.120“, „CG.230“, „CG.320“, „CSD“, „CSR.30“, „CSR.120“, „BBb.50“, „JOKER.flex“) und
  • R+V („BB30“, „BB20E“, „W130“, „W120E“, „EB1“).

Hinzu kommen 21 Versicherer mit „sehr guten“ Tarifen. Zudem erteilte das Analysehaus zweimal die Gesamtnote „durchschnittlich“. Die Kombination von zwei Unternehmen wurde mit „schwach“ bewertet.

Berufsgruppe „Ärzte“: Fünf Versicherer bieten „ausgezeichnete“ Produkte

Bei den Tarifen für Ärzte kamen Bausteine von elf Gesellschaften auf den Prüfstand. Fünf Anbieter schafften die Höchstnote:

  • Allianz („Ärzte Best 100 [G]“),
  • Axa („VA6-U“, „Prem Zahn-U“, „KUR-U/50“, „VIA“),
  • Barmenia („VHV1A+),
  • Hallesche („MAS.Bonus [A]“) und
  • Inter („JAZBest).

Das Angebot von sechs Gesellschaften ist nach dem Urteil der Analysten „sehr gut“.

Digitale Gesundheitsanwendungen liegen im Trend

Morgen & Morgen attestiert den PKV-Volltarifen insgesamt ein sehr gutes Bedingungsniveau. Es wurde außerdem ein leichter Anstieg der Beiträge festgestellt. Dies sei in nächster Zeit wohl eine der größten Herausforderungen im Rahmen der PKV-Beratung, heißt es. Zudem sei ein Trend hin zu digitalen Gesundheitsanwendungen eindeutig erkennbar.

„Die Vorgaben des digitalen Versorgungs-Gesetzes für Krankenkassen werden aktuell auch in der Privaten Krankversicherung aufgegriffen. Die Privaten Krankenversicherer überarbeiten ihre Tarifbedingungen zunehmend und bieten damit PKV-Versicherten die Teilnahme an E-Health – jedoch mit unterschiedlichen Leistungen“, schreiben die Analysten.

„Wir rechnen mit einer dynamischen Entwicklung. Der PKV-Markt wird sich auch in diesem Bereich differenziert entwickeln und Unterschiede in den Tarifen aufweisen. Das wird zunehmend ein Thema in der Vermittlung sein“, sagt Senior-Versicherungsanalyst Thorsten Bohrmann.

Das Neugeschäft dominieren andere Anbieter

Die von Morgen & Morgen mit der Höchstnote ausgezeichneten Unternehmen gehören nicht zu den Platzhirschen beim Neugeschäft. Die Analyse „Die PKV im Jahre 2020“ in Heft 19/2021 der Zeitschrift für Versicherungswesen zeigt, dass fast ein Drittel des gesamten Bruttoneuzugangs in der Krankenvollversicherung auf die Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. entfällt.

Zusammen mit der Hansemerkur Krankenversicherung AG und der Signal Iduna Krankenversicherung a.G. geht fast die Hälfte des Neugeschäfts auf das Konto von nur drei Anbietern. Erst an sechster und siebter Stelle folgen Allianz und Barmenia (VersicherungsJournal 11.10.2021).

Analysen der Bilanzkennzahlen

Die Ascore das Scoring GmbH hat Anfang Oktober die aktuelle Auflage ihres PKV-Unternehmens-Scorings veröffentlicht. Ausgewertet wurden 17 Bilanz- und Solvabilitäts-Kennzahlen der 32 betrachteten Gesellschaften der privaten Krankenversicherung (PKV) aus den Geschäfts- beziehungsweise SFCR-Berichten 2018 bis 2020.

Die Höchstnote „sechs Kompasse“ ging an die Hallesche, der LVM Krankenversicherungs-AG, die R+V, die Signal Iduna und die Universa Krankenversicherung a.G. (8.10.2021).

Der Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ zeigt, dass die privaten Krankenversicherer im vergangenen Jahr 6,29 Prozent der Prämieneinnahmen für Abschlussaufwendungen ausgegeben haben. Auf die niedrigste Quote kam die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. Für die Arag Krankenversicherungs-AG wird der höchste Wert ausgewiesen (4.10.2021).

2020 verzeichneten die privaten Krankenversicherer eine Verwaltungskostenquote von 2,17 Prozent. Die Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG erzielte die niedrigste Quote, die Nürnberger Krankenversicherung AG die höchste.

Die größte Reduzierung nach absoluten Zahlen gelang der Württembergischen, bei der DEVK Krankenversicherungs-AG ging es am stärksten hinauf (27.9.2021).

Nachträgliche Ergänzung vom 12.10.2021, 10.30 Uhr:

In der ursprünglichen Version dieses Beitrags hatten sich aufgrund einer technischen Panne einige Fehler eingeschlichen. Dies bitten wir zu entschuldigen.

Die Fehler wurden inzwischen korrigiert. So findet sich jetzt auch die Württembergische mit fünf Sternen in der Kategorie „Normal“. In der Berufsgruppe „Beamte“ ist jetzt auch die Hallesche mit fünf Sternen vertreten.

Leserbriefe zum Artikel:

Hans-Peter Bierlein - Ratings versus Kundennutzen . mehr ...

 
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