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Beitragsbemessungs-Grenzen 2021 steigen deutlich

15.10.2020 – Das Bundeskabinett stimmte dem Entwurf für die Sozialversicherungs-Grenzwerte für 2021 gestern zu. Damit steigen nicht nur die Beiträge zur Sozialversicherung, auch der Wechsel in die private Krankenversicherung wird schwieriger.

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2021 steigt in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der gesetzlichen Pflegeversicherung die Beitragsbemessungs-Grenze (BBG) gegenüber 2020 (VersicherungsJournal 10.10.2019) um jährlich erneut 1.800 Euro auf 58.050 Euro.

Dies ist der am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2021 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021)“ (PDF, 136 KB) zu entnehmen. Die Vorgabe ist identisch mit dem Entwurf aus dem September (7.9.2020).

Bundesrat muss noch zustimmen

Mit der ebenfalls angehobenen Versicherungspflicht-Grenze wird der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) 2021 erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 5.362,50 (2020: 5.212,50) Euro möglich. Was beim Überschreiten dieser Grenze zu beachten ist, um in die private Krankenversicherung wechseln zu können, hat der Versicherungsmakler Sven Hennig in einem Blogbeitrag erläutert (Medienspiegel 5.9.2019).

Formal muss der Bundesrat der Verordnung zwar noch zustimmen. Diese Zustimmung gilt als reine Formsache, da die Veränderung der Grenzwerte festen mathematischen Vorgaben folgt, nämlich der Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vorjahr, aktuell also 2019.

Die Steigerung bezifferte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf 2,94 (2019: 3,12) Prozent im Bundesgebiet – in den alten Bundesländern waren es den Angaben zufolge 2,85 Prozent. Im Vorjahr betrugen die Steigerungen in den alten Bundesländern 3,06 Prozent und in den neuen 3,38 Prozent (9.9.2019).

Beitragsbemessungs-Grenze steigt auch in der Rentenversicherung

Laut der Verordnung erhöhen sich auch die BBG in der Sozialversicherung. In der allgemeinen Rentenversicherung gilt ab dem kommenden Jahr eine Grenze von 85.200 (2020: 82.800) Euro im Westen beziehungsweise 80.400 (77.400) Euro im Osten. Über diesen Grenzbetrag hinausgehende Einkünfte sind beitragsfrei.

Dementsprechend steigt der Höchstbeitrag um 2,9 Prozent auf 1.283,40 Euro im Westen und um 3,9 Prozent auf 1.199,70 Euro in den neuen Bundesländern.

Rechengrößen der Sozialversicherung 2021 *

2021

2020

Jahr

Monat

Jahr

Monat

Bezugsgröße in der Sozialversicherung

West: 39.480

Ost: 37.380

West: 3.290

Ost: 3.115

West: 38.220

Ost: 36.120

West: 3.185

Ost: 3.010

vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

41.541

40.551

Versicherungspflicht-Grenze Kranken- und Pflegeversicherung

64.350

5.362,50

62.550

5.212,50

Beitragsbemessungs-Grenzen

Kranken- und Pflegeversicherung

58.050

4.837,50

56.250

4.687,50

Allgemeine Rentenversicherung und Arbeitslosen-Versicherung

West: 85.200

Ost: 80.400

West: 7.100

Ost: 6.700

West: 82.800

Ost: 77.400

West: 6.900

Ost: 6.450

Knappschaftliche Rentenversicherung

West: 104.400

Ost: 99.000

West: 8.700

Ost: 8.250

West: 101.400

Ost: 94.800

West: 8.450

Ost: 7.900

Höchstbeiträge

Krankenversicherung **

759,49

735,94

Pflegeversicherung ***

Eltern: 147,54

Kinderlose: 159,64

Eltern: 142,97

Kinderlose: 154,69

Allgemeine Rentenversicherung (18,6%)

West: 1.320,60

Ost: 1.246,20

West: 1.283,40

Ost: 1.199,70

Arbeitslosen-Versicherung (2,4%)

West: 170,40

Ost: 160,80

West: 165,60

Ost: 154,80

Auch die Bezugsgröße und die Krankenkassen-Beitragssätze steigen

Auch die Bezugsgröße in der Sozialversicherung wird erhöht – und zwar in den alten Bundesländern von 3.185 pro Monat auf 3.290 Euro. In den neuen Bundesländern steigt dieser Wert von 3.010 auf 3.115 Euro.

Die Bezugsgröße bildet nach BMAS-Angaben eine wichtige Grundlage in der Sozialversicherung. Zum Tragen kommt sie etwa für die Beitragsberechnung von versicherungs-pflichtigen Selbstständigen in der Rentenversicherung oder für die Festsetzung der Mindestbeitrags-Bemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der GKV.

Der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung dürfte für viele Versicherte nicht nur wegen der angehobenen BBG teurer werden, sondern auch wegen der Wirtschaftskrise und höherer Gesundheitsausgaben als Folge der Corona-Pandemie.

Gemäß dem „Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge“ steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent (16.9.2020). Wie teuer der Aufschlag tatsächlich wird, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Die verlangten Ende 2019 zwischen 0,2 und 1,7 Prozent, Tendenz steigend (19.12.2019).

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