Bei diesen Wohngebäudeversicherern schrumpften 2024 die Umsätze am stärksten

28.1.2026 – Bei zwei der 50 größten Wohngebäudeversicherer (HDI und Mannheimer) verminderten sich 2024 die Bruttobeitragseinnahmen. Die Bayerische Landesbrand, die Nürnberger, die Württembergische und die Interrisk wuchsen um höchstens 5,5 Prozent, wie der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zeigt. Der Markt wuchs um 11,9 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2024 bauten die deutschen Wohngebäudeversicherer die gebuchten Bruttobeiträge nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) um fast ein Achtel auf 13,25 Milliarden Euro aus.

48-mal Umsatzsteigerung

Laut dem „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH hatten, angeführt von der Rhion Versicherung AG (plus 277 Prozent), 48 der 50 größten Marktakteure Bestandszuwächse zu verzeichnen (VersicherungsJournal 28.1.2026).

Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 95 Prozent Marktanteil kommen.

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Zwei Wohngebäudeversicherer im Minus

Die vier Unternehmen Interrisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group, Württembergische Versicherung AG, Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG und Bayerische Landesbrandversicherung AG legten deutlich unterdurchschnittlich zu. Sie wuchsen mit höchstens 5,5 nicht einmal halb so stark wie der Markt.

Bei zwei weiteren Anbietern schrumpfte der Umsatz sogar. Dies war einerseits die Mannheimer Versicherung AG, deren Umsatz um 2,1 Prozent auf 76,7 Millionen Euro zurückging. Sogar um fast ein Neuntel niedriger als ein Jahr zuvor fiel das Prämienvolumen mit rund 168 Millionen Euro bei der HDI Versicherung AG aus.

Wachstumsschwache Anbieter (Bild: Wichert)

Erläuterungen zu den verminderten Einnahmen

In ihrem Geschäftsbericht geht das Unternehmen nicht näher auf den Einnahmerückgang in der Sparte ein, durch den sie in der Rangliste von 31 auf 33 abrutschte. Allerdings gehörte die Mannheimer zu den Marktteilnehmern mit den höchsten Combined Ratios in Wohngebäude, auch wenn es sich um acht Prozentpunkte auf 115,8 Prozent verbesserte (16.10.2025).

Der HDI führt im Geschäftsbericht 2024 das Auslaufen einer Kooperation als Hintergrund für den Umsatzverlust an. „Gegenläufig hierzu gab es positive Effekte aus der Indexanpassung, die den Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge jedoch nicht kompensieren konnten“, schreiben die Hannoveraner in dem Bericht.

Hintergründe zu den niedrigen Zuwachsraten

Die Bayerische Landesbrand gehörte im Berichtsjahr neben der Mannheimer und der Nürnberger auch zu den Akteuren mit den höchsten Bestandsabrieben. Dies wird im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 1,1 MB) mit einer Umstellung der Bestände auf ein neues Wohngebäude-Produkt begründet, das im Risikoträger Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG geführt wird (13.1.2026). Durch Indexanpassungen stand unter dem Strich ein leichtes Umsatzplus.

Die Nürnberger hatte 2024 versicherungstechnisch in Wohngebäude über fünf Cent und insgesamt sogar 17 Cent Verlust pro Beitragseuro geschrieben (5.1.2026). In der Folge wurde ein umfangreiches Sanierungsprogramm gestartet (8.4.2025, 11.2.2025). Inzwischen hat die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) die Aktienmehrheit übernommen (17.10.2025).

Bezugshinweis

Der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024).

Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

 
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