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Arbeitgeber wollen Rentenerhöhung 2022 halbieren

4.11.2021 – Mit mehr als fünf Prozent Anstieg ihrer Bezüge können die Rentenversicherten im nächsten Jahr rechnen. In deren Selbstverwaltung ist dieser Leistungssprung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften umstritten, entscheiden muss die neue Regierungskoalition.

Nach Berechnungen des Arbeits- und Sozialministeriums und der Rentenversicherung könnte es 2022 eine üppige Rentenerhöhung von 5,2 Prozent in den alten Bundesländern und von 5,9 Prozent in den neuen Ländern geben (VersicherungsJournal Medienspiegel 3.11.2021).

Alexander Gunkel (Bild: Brüss)
Alexander Gunkel (Archivbild: Brüss)

Der hohe Anstieg liegt auch daran, dass die Bundesregierung in der Rentenformel den sognannten Nachholfaktor ausgesetzt hat. Der Nachholfaktor sorgt dafür, dass in Folgejahren Rentenerhöhungen solange reduziert werden, bis ein Ausgleich für zuvor eigentlich notwendige Rentenkürzungen aber wegen der Rentengarantie unterbliebenen Anpassungen ausgeglichen sind.

Nachholfaktor soll zurückkehren

Alexander Gunkel, der für die Arbeitgeberseite einer der beiden alternierenden Vorstandsvorsitzenden der Rentenversicherung Mitglied der Hauptgeschäftsführung in der Bundevereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ist, plädierte jetzt dafür, zum Nachholfaktor zurückzukehren.

Dann würde das Rentenplus zur Jahresmitte 2022 nur halb so hoch ausfallen.

Er äußerte sich allerdings am Mittwoch auf dem Presseseminar der Deutschen Rentenversicherung Bund skeptisch, ob die derzeitigen Koalitionsverhandlungen zur Rückkehr des Nachholfaktors führen werden. Nur die FDP plädiere dafür.

Konkrete Rentenerhöhungen stehen erst im März 2022 fest

Gunkel wie auch die alternierende Vorsitzende des Bundesvorstands der Rentenversicherung Anja Piel wiesen darauf hin, dass die Höhe der Rentenanpassung erst nach Vorliegen aller relevanten Daten im März 2022 festgelegt wird. Bis dahin könne sich noch einiges ändern.

Piel, die als Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Arbeitnehmerseite in der Führungsspitze der Rentenversicherung vertritt, plädierte dafür, jetzt nicht den Nachholfaktor wieder anzuwenden. Von den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP erwartet sie „entscheidende Weichenstellungen“ für die Rente.

Aus heutiger Sicht wird die Rentenversicherung das Jahr mit einem Defizit von etwa 500 Millionen Euro abschließen. Ihrem Finanzbericht zufolge werden die Defizite in den kommenden Jahren noch zunehmen, so dass die Nachhaltigkeitsrücklage von 1,55 Monatsausgaben bis zum Jahr 2026 auf die Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben abschmelzen wird.

Rentenchefin Roßbach: Umlagesystem sorgt bemerkenswert für Stabilität

Gundula Roßbach (Archivbild: Brüss)
Gundula Roßbach (Archivbild: Brüss)

Mit der Rentenreform von 1957 wurde der Systemwechsel in der Rentenversicherung von der Kapitaldeckung zum Umlagesystem eingeleitet.

Staatliche Zuschüsse habe es schon immer gegeben, sagte die Präsidentin der Rentenversicherung Gundula Roßbach. Der Übergang in ein dynamisches System habe seit fast 65 Jahren zu einer „bemerkenswerte Stabilität“ geführt, auch beim Beitragssatz.

Ob jetzt wieder ein Einstieg in die Kapitaldeckung beschlossen wird, sei Sache der Zielbestimmung durch die Politik, sagte Roßbach.

Die FDP hatte sich in den Konsultationen der Ampelparteien mit der Forderung durchgesetzt, in der Rentenversicherung einen Kapitalstock zu bilden. Zur Anschubfinanzierung soll der Bund zehn Milliarden Euro bereitstellen (15.10.2021).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Nachhaltigkeit · Rente · Rentenreform
 
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