19.1.2026 – Welchen Mediangehalt Beschäftigte in Versicherungsberufen erzielen, hängt auch stark von der Region ab, wie aktuelle Zahlen von Stepstone zeigen. In Sachsen-Anhalt liegt das Bruttojahresgehalt im Median demnach rund 35 Prozent unter dem Wert in Hamburg.
Bereits zum 15. Mal hat die The Stepstone Group Deutschland GmbH die Mediangehälter der Beschäftigten in Deutschland ausgewertet. Der „Gehaltsreport 2026“ bietet damit eine Orientierung, in welchen Berufszweigen ein guter Lohn zu erzielen ist – und in welchen die Gehälter eher unterdurchschnittlich sind.
Grundlage der Auswertung sind rund 1,33 Millionen Vergütungsangaben, die Beschäftigte per Selbstauskunft im Stepstone-Gehaltsplaner gemacht haben. Berücksichtigt wurden ausschließlich Bruttojahresgehälter von Vollzeitstellen; die Daten stammen aus dem Zeitraum von Januar 2022 bis November 2025.
Wie ein Sprecher dem VersicherungsJournal mitteilt, bezieht sich der Report auf die Berufsgruppe. Die Berufsgruppe beschreibt die konkrete Tätigkeit und die dafür nötige Qualifikation einer Person, unabhängig davon, in welcher Branche sie arbeitet. Die Einteilung orientiert sich an der offiziellen Berufsgruppen-Qualifikation der Bundesagentur für Arbeit (KldB).
Zur Berufsgruppe der Versicherungsdienstleistungen gehören zum Beispiel Versicherungskaufleute, Fachwirte und Versicherungsmathematiker. Außerdem zählen dazu spezialisierte Berufe wie Schadensmanager, Risikoanalysten und Maklerbetreuer.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Versicherungsberufe vergleichsweise gut bezahlt werden. Das Medianjahresgehalt (brutto) lag 2025 bei rund 66.500 Euro. Höhere Werte verzeichnen lediglich die Banktätigkeiten sowie die Luft- und Raumfahrt. Der branchenübergreifende Median für Vollzeitbeschäftigte lag 2025 bei 53.900 Euro (VersicherungsJournal 7.1.2026).
Der Median bezeichnet den Wert, bei dem die Hälfte der Gehälter darüber und die andere Hälfte darunter liegt. Er spiegelt das typische Einkommensniveau in den Berufen realistischer wider als das Durchschnittsgehalt, da es nicht durch sehr hohe und niedrige Gehälter verzerrt wird.
Auf Anfrage hat Stepstone dem VersicherungsJournal weitere Daten zur Verfügung gestellt, die die Gehälter in den Versicherungsberufen nach Bundesländern aufschlüsseln. Dabei werden deutliche regionale Unterschiede sichtbar.
Hamburg führt die Gehaltsrangliste der Versicherungstätigkeiten an: 71.000 Euro beträgt hier das Mediangehalt. Es folgen Hessen mit 69.250 Euro und Baden-Württemberg mit 68.750 Euro auf den Plätzen zwei und drei.
Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin stehen mit Mediangehältern zwischen 68.500 und 63.500 Euro auf den nächsten Plätzen. Niedersachsen liegt bei 63.000 Euro, Saarland und Rheinland-Pfalz bei rund 60.000 Euro.

Wie auch im vergangenen Jahr (10.1.2025) zeigt sich ein starkes Ost-West-Gefälle in den Versicherungsberufen. Die drei Bundesländer mit den niedrigsten Mediangehältern liegen allesamt im Osten der Republik.
Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo Beschäftigte im Schnitt 52.500 Euro jährlich verdienen. Damit beträgt die Differenz zum Spitzenreiter Hamburg rund 18.500 Euro beziehungsweise 35 Prozent. Auch Brandenburg und Thüringen schneiden mit 55.750 Euro und 54.500 Euro vergleichsweise schlecht ab.
In der Auswertung sind nur die Bundesländer berücksichtigt, für die ausreichend valide Daten vorlagen. Einige kleinere Bundesländer wie Bremen, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein sind daher nicht enthalten. Zudem ist zu beachten, dass die Zahlen mit den Vorjahreswerten aufgrund einer anderen Stichprobe nicht direkt vergleichbar sind.
Auf die Ursachen für die teilweise deutlichen Gehaltsunterschiede nach Bundesland geht die Stepstone-Studie nicht direkt ein. Weitere Daten liefern jedoch zumindest Anhaltspunkte. So hängt die Höhe des Gehalts in den Versicherungsberufen auch stark von der Unternehmensgröße ab:
In den westdeutschen Metropolregionen haben große Versicherer wie die Hansemerkur-Gruppe, Talanx-Gruppe oder Allianz-Gruppe ihren Hauptsitz. In Ostdeutschland ist die Versicherungswirtschaft dagegen häufiger von kleineren und mittleren Unternehmen geprägt.
Entsprechend wirkt sich auch die Übernahme von Personalverantwortung deutlich auf die Gehaltshöhe aus. Beschäftigte mit Personalverantwortung erzielen in den Versicherungstätigkeiten ein Mediangehalt von 84.500 Euro, während Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung auf 63.250 Euro kommen.
Zu beachten ist auch, dass sich die Lebenshaltungskosten auf die Gehälter auswirken können. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln aus dem Jahr 2023 liegt das Preisniveau in den ostdeutschen Flächenländern etwa 5,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
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