So viele Assekuranzmitarbeiter sind Akademiker

8.7.2019 – Die Akademikerquote unter den Versicherungs-Angestellten ist zwischen 2008 und 2018 von einem Sechstel auf ein Viertel gestiegen. Große Zuwächse sind vor allem bei Wirtschafts-Wissenschaftlern, Mathematikern und – von niedrigem Niveau aus – auch bei Informatikern zu beobachten. Dies zeigen aktuellen Zahlen des Arbeitgeberverbandes aus der Broschüre „Sozialstatistische Daten 2018“.

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Arbeitnehmer in der deutschen Versicherungswirtschaft zum neunten Mal in Folge gesunken. Ende 2018 waren dort nur noch 201.900 Arbeitnehmer im Innen-, angestellten Außendienst oder als Auszubildende beschäftigt.

Das sind 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor und fast sieben Prozent weniger als 2008. Dies gab der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) im Frühjahr bekannt (VersicherungsJournal 25.3.2019).

Durchschnittsalter und -Betriebszugehörigkeit haben zugenommen

Aus der kürzlich erschienen Broschüre „Sozialstatistische Daten 2018“ geht hervor, dass die Assekuranzmitarbeiter im Schnitt 43,8 Jahre alt sind. Damit ist das Durchschnittsalter seit 2008 um über zweieinhalb Jahre gestiegen (VersicherungsJournal 2.7.2019).

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit hat in einer ähnlichen Größenordnung zugenommen. Lag diese vor zehn Jahren noch bei 13,4 Jahren, so sind es aktuell 16,4 Jahre (VersicherungsJournal 3.7.2019).

Insbesondere Wirtschafts-Wissenschaftler sind gefragt

Wie aus der Broschüre weiter hervorgeht, sind in der Branche mittlerweile 47.700 (Fach-) Hochschul-Absolventen beschäftigt. Das sind 1.000 mehr als vor Jahresfrist. Zum Vergleich: 2008 traf dies noch auf annähernd 10.000 Personen weniger zu.

Besonders hoch im Kurs stehen bei den Versicherern Wirtschafts-Wissenschaftler, deren Zahl sich binnen Jahresfrist um 900 auf 19.100 erhöht hat. 2008 waren es noch fast 7.000 Personen aus dieser Fachrichtung weniger beschäftigt.

Beschäftigte Akademiker (Bild: Wichert)

Mathematiker auf dem aufsteigenden, Juristen auf dem absteigend Ast

Zum Jahresende 2018 waren in der Branche jeweils 6.900 Mathematiker und Juristen angestellt. Das sind 100 Rechtswissenschaftler weniger, dafür aber 200 Mathematiker mehr als im Jahr zuvor.

Die Mitarbeiterzahl aus diesen beiden Fachrichtungen hat sich höchst unterschiedlich entwickelt. Im Vergleich zu 2008 zählt die Branche aktuell 300 Juristen weniger. Die Zahl der Mathematiker hat sich seitdem um über die Hälfte vergrößert (plus 2.300 Individuen).

Immer mehr Informatiker

Noch stärker zugenommen hat die Zahl der Informatiker in der Versicherungsbranche. Wurden vor zehn Jahren nur 1.400 Hochschulabsolventen aus dieser Fachrichtung in den AGV-Statistiken aufgeführt, so sind es aktuell mit 3.800 mehr als zweieinhalb Mal so viele. Im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 2.8.2018) gab es allerdings keine Steigerung.

Gleichgeblieben ist auch die Zahl der Ingenieure. Ende 2018 waren 2.700 Absolventen dieser Fachrichtung in Versicherungswirtschaft angestellt. Das sind nur 200 mehr als vor zehn Jahren.

Akademikerquote deutlich angestiegen

Da die Zahl der Akademiker zu-, die Gesamtbeschäftigung aber abgenommen hat, ist auch die Akademikerquote gestiegen. Dies beziffert der Arbeitgeberverband auf aktuell 23,6 Prozent, das sind 0,8 Prozent mehr als 2017. Damit besitzt mittlerweile fast jeder vierte Versicherungs-Angestellte einen Hochschulabschluss. Vor zehn Jahren war es nur etwa jeder Sechste.

Am stärksten nach absoluten Zahlen zugelegt hat der Anteil der Wirtschafts-Wissenschaftler unter den Akademikern in der Assekuranz (plus knapp ein Viertel auf gut 40 Prozent). Der Vorsprung auf die Juristen hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf 25 Prozentpunkte in etwa verdoppelt. Letztere haben fast fünf Prozentpunkte auf 14,5 Prozent Anteil eingebüßt.

In etwa jeder siebte Akademiker in der Assekuranz hat ein Mathe-Studium absolviert. Vor zehn Jahren war es nicht einmal jeder achte. Wie sich aus den AGV-Daten weiter errechnen lässt, hat sich der Anteil der Informatiker seit 2008 mehr verdoppelt. Mittlerweile ist jeder zwölfte in der Versicherungsbranche beschäftigte Akademiker ein Informatiker.

Anteile der Fachrichtungen (Bild: Wichert)
Lesebeispiel: 40 Prozent der Akademiker in der Versicherungsbranche haben einen Hochschulabschluss in Wirtschafts-Wissenschaften (Bild: Wichert)

Schlechter Stand

Gründe für diese höchst unterschiedlichen Entwicklungen werden in den „Sozialstatistischen Daten“ nicht aufgeführt. Dass immer mehr Informatiker in der Branche arbeiten, dürfte aber unter anderem auf die Anforderungen der Digitalisierung und die in die Jahre gekommen IT-Systeme der Versicherer zurückzuführen sein.

Auch wenn die Zahl der Akademiker in der Assekuranz zuletzt deutlich gestiegen ist, so hat die Branche bei den examensnahen Studierenden einen schweren Stand. Dies haben verschiedene Erhebungen der Trendence Institut GmbH gezeigt.

Lediglich unter angehenden Mathematikern gehört die Versicherungsbranche zu den bevorzugten Berufsfeldern (VersicherungsJournal 13.6.2019). In den meisten anderen Fachrichtungen landet die Assekuranz nur unter ferner liefen (VersicherungsJournal 27.4.2018, 27.6.2018, 24.4.2019).

Das gleiche Bild ist auch beim akademischen Führungskräftenachwuchs mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung zu beobachten (VersicherungsJournal 28.9.2018, 8.10.2018, 18.10.2018).

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