So viel verdienen Azubis in der Versicherungsbranche

10.1.2019 – Angehende Kaufleute für Versicherungen und Finanzen erhalten nach aktuellen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung derzeit 1.035 Euro pro Monat (Stand: 1. Oktober 2018). Dies bedeutet einen Platz im oberen Drittel der Rangliste unter den bestbezahlten Ausbildungen in den alten Bundesländern. Im Osten reichte es sogar für einen Platz noch weiter oben.

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2017 (Stand 1. Oktober) hat ein Auszubildender im Bundesdurchschnitt brutto 908 Euro pro Monat verdient. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies geht aus der aktuellen Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütung hervor, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jedes Jahr Anfang Januar veröffentlicht.

Für die Untersuchung werden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in den alten und 153 Berufe in den neuen Bundesländern herangezogen. Dies entspricht einem Anteil von 90 Prozent der Ausbildungs-Verhältnisse (West) beziehungsweise über 80 Prozent (Ost) der Azubis insgesamt.

Im Westen betrug der Zuwachs 3,6 Prozent auf im Schnitt 913 Euro, in Ostdeutschland 3,9 Prozent auf durchschnittlich 859 Euro. Die Vergütungen Ost lagen damit unverändert bei 94 Prozent des Westniveaus.

Bundesweit auf Rang 51

Azubis zu Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen verdienen vergleichsweise gut. Sie liegen der BIBB-Auswertung zufolge deutlich über dem Bundesdurchschnitt der aufgeführten Berufsbilder. Die Assekuranz bezahlt ihren Auszubildenden im Schnitt über alle drei Ausbildungsjahre 1.035 (2017: 1.028) Euro brutto pro Monat. Damit liegen die Versicherungs-Azubis deutschlandweit auf Position 51 der Rangliste.

Die höchste Vergütung bekommen mit durchschnittlich 1.175 Euro Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer. Knapp dahinter folgen Stuckateure, (Stahl-) Betonbauer, Zimmerer, Maurer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sowie Straßenbauer. In diesen Ausbildungsberufen gibt es im bundesweiten Schnitt über alle drei Lehrjahre Vergütungen zwischen 1.169 und 1.157 Euro.

Am Ende der Rangliste finden sich Schornsteinfeger wieder. Sie erhalten im Schnitt über alle drei Lehrjahre 518 Euro monatlich. Die 600-Euro-Marke wird ansonsten nur noch in den Berufsbildern Raumausstatter, Friseur und Winzer unterschritten.

Vergleichsweise niedrige Durchschnittswerte werden auch für Schilder- und Lichtreklamehersteller (607 Euro) sowie für Floristen und Boden- beziehungsweise Parkettleger (jeweils 617 Euro) ausgewiesen.

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Im Westen im oberen Drittel

Anders als in über zwei Dritteln der aufgelisteten Berufsbilder gibt es in der Versicherungswirtschaft keinen Unterschied zwischen der Vergütung in den alten und den neuen Ländern. Im Westen belegen die Assekuranz-Azubis Platz 52 mit 1.035 Euro.

An der Spitze liegen 14 Berufsbilder aus dem Baugewerbe mit im Schnitt über alle Ausbildungsjahre 1.175 Euro Ausbildungs-Vergütung. Am niedrigsten entlohnt werden im Westen Azubis zum Schornsteinfeger (518 Euro). Vergleichsweise wenig erhalten auch Raumausstatter (580 Euro) und Winzer (597 Euro).

Im Osten erhalten Versicherungs-Azubis die zehnthöchste Vergütung

In den neuen Bundesländern befinden sich die angehenden Kaufleute für Versicherungen und Finanzen wie in den Vorjahren deutlich weiter oben in der Rangliste der Brutto-Ausbildungsvergütung. Die bereits oben erwähnten 1.035 Euro (im Schnitt über alle Ausbildungsjahre) bedeuten die zehnthöchste Vergütung im Osten. Dies entspricht Position 22 in der Rangliste.

An der Spitze in den neuen Bundesländern liegen Anlagenmechaniker-, Konstruktions- und Zerspannungs-Mechaniker sowie Elektroniker für Geräte und Maschinen beziehungsweise für Maschinen und Antriebstechnik mit jeweils 1.079 Euro.

Für zwei Berufe weist die BIBB-Statistik Werte von unter 400 Euro aus. Die sind die Azubis zum Fleischer (383 Euro) und zum Friseur (387 Euro). Auch Lehrlinge zu Schornsteinfegern (518 Euro), Raumausstattern (560 Euro), Floristen (587 Euro) sowie zu Metallbauern und zu Feinwerkmechanikern (jeweils 592 Euro) werden vergleichsweise niedrig entlohnt.

Hinter Auszubildende zu Bankkaufleuten

Bankkaufleute kommen den BIBB-Daten zufolge bundesweit auf eine Durchschnittsvergütung von 1.049 (2017: 1.032) Euro. Dadurch liegt der Banker-Nachwuchs nun in der Statistik leicht (um 14 Euro) vor den Assekuranz-Auszubildenden.

Ausbildungsvergütungen (Bild: Wichert)

Zum Vergleich: Lehrlinge zu Sozialversicherungs-Fachangestellten erhalten mit im Schnitt über alle Ausbildungsjahre 975 Euro eine deutlich niedrigere Vergütung.

Was bei der Interpretation zu beachten ist

Bei der Interpretation der berufsspezifischen Durchschnittswerte muss laut BIBB Folgendes beachtet werden: „Aufgrund der branchenspezifischen und regionalen Unterschiede existiert für den einzelnen Beruf in der Regel keine einheitliche Ausbildungsvergütung.

Im Rahmen der Datenbank Ausbildungsvergütungen werden auf Grundlage der unterschiedlichen Vereinbarungen aus rund 450 bedeutenden Tarifbereichen Deutschlands Vergütungsdurchschnitte pro Beruf ermittelt. Im individuellen Fall kann die tatsächlich gezahlte Vergütung erheblich vom tariflichen Durchschnittswert des betreffenden Berufs abweichen.“

Je nach Berufsverband abweichende Vergütungen

Dies wird auch am Beispiel der Assekuranz deutlich, in der die Ausbildungsvergütung vom jeweiligen Berufsverband abhängig ist. So liegt der monatliche Azubi-Lohn für Mitglieder im Bundesverband der Assekuranz-Führungskräfte e.V. (VGA) bei 725 Euro im ersten, 811 Euro im zweiten und 892 Euro im dritten Lehrjahr.

Bei den Mitgliedern des Arbeitgeberverbands der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) lag die Vergütung zum Stichtag 1. Oktober 2018 zwischen 950 Euro im ersten und 1.109 Euro im dritten Lehrjahr.

Die letzte Erhöhung der Azubi-Vergütungen um 22 Euro pro Ausbildungsjahr bei den AGV-Mitgliedern ist übrigens nicht in die BIBB-Auswertung eingegangen. Denn die Steigerung wurden laut dem aktuellen Tarifvertrag erst zum 1. Dezember 2018 vorgenommen (VersicherungsJournal 30.11.2017) – also nach dem Stichtag für die amtliche Statistik.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Berufsverband · Sozialversicherung · Tarifvertrag
 
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