So haben sich die Gehälter in der Versicherungsbranche entwickelt

30.11.2018 – Die tariflichen Monatsverdienste (inklusive tariflich festgelegter Sonderzahlungen) haben sich zwischen Juli und September im Schnitt um 3,7 Prozent erhöht. Die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister schneiden mit 3,4 Prozent leicht unterdurchschnittlich ab. Im Vergleich zu 2015 wuchs der Tarifindex allerdings in kaum einem Wirtschaftszweig schwächer. Dies geht aus aktuellen Destatis-Daten hervor.

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Im dritten Quartal sind die monatlichen Tarifverdienste in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 3,7 Prozent angestiegen. Dies ist die zweithöchste Steigerungsrate seit Anfang 2012. Das zeigen die am Donnerstag vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Daten.

Zu den Tarifverdiensten zählt das Amt tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen.

Den Anstieg ohne Sonderzahlungen bezifferte Destatis im dritten Quartal 2018 im Vorjahresvergleich auf 2,7 Prozent. Die Verbraucherpreise haben sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts im gleichen Zeitraum um 2,1 Prozent erhöht.

Große Branchenunterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Wirtschaftszweige offenbart zum Teil riesige Unterschiede. So nahmen die Bezüge im Bereich Wasserversorgung, Entsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen mit knapp acht Prozent mehr als doppelt so stark zu wie insgesamt.

Überdurchschnittlich hohe Zuwächse (jeweils um die fünf Prozent) waren auch in den Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung, in der Energieversorgung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen zu beobachten.

Laut Destatis ist für den hohen Anstieg in diesen Branchen ein Sondereffekt verantwortlich. „Im April 2018 hatten sich die Tarifvertragsparteien für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden (TVöD) auf eine Tariferhöhung von durchschnittlich 3,19 Prozent ab 1. März 2018 geeinigt“, erläutern die Statistiker.

Der Tarifindex erfasse die Tariferhöhungen allerdings erst zum Zeitpunkt der Auszahlung, die im August beziehungsweise im September 2018 erfolgt sei. Dadurch werde der Tarifanstieg einschließlich der Nachzahlungen für die Monate März bis August beziehungsweise September erst im dritten Quartal 2018 nachgewiesen.

Plus 3,4 Prozent bei den Finanz- und Versicherungs-Dienstleister

Für den Wirtschaftsbereich Erbringung von Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungen weist die Statistik einen leicht unterdurchschnittlichen Zuwachs von 3,4 Prozent aus.

Rechnet man die Sonderzahlungen heraus, so war die Steigerung in diesem Wirtschaftszweig mit 1,3 Prozent nicht einmal halb so groß wie im Gesamtmarkt. In keiner anderen der aufgeführten Branchen fiel der Zuwachs niedriger aus.

Index der tariflichen Monatsverdienste mit und ohne Sonderzahlungen im 3. Quartal 2018 nach Branchen (Bild: Destatis.de)
Index der tariflichen Monatsverdienste mit und ohne Sonderzahlungen im 3. Quartal 2018 nach Branchen 
(Bild: Destatis.de)

Im Branchenvergleich weit abgeschlagen

Weiterführendes Datenmaterial der Behörde gibt Aufschluss darüber, wie sich das Salär in den einzelnen Wirtschaftszweigen seit 2015 entwickelt hat. So ist der tarifliche Monatsverdienst (ohne Sonderzahlungen) in der Gesamtwirtschaft im Betrachtungszeitraum auf einen Wert von 108,2 gestiegen (2015 = 100).

Deutliche überdurchschnittliche Indexwerte von über 111 für das dritte Quartal 2018 werden für den Hoch- und Tiefbau sowie für den Bereich „Wach-/Sicherdienste, Detekteien“ ausgewiesen. Der aktuelle Wert für die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister bleibt mit 105,0 schon ein ganzes Stück hinter dem Gesamtdurchschnitt zurück.

Noch schlechter verlief die Entwicklung nur in etwa einer Handvoll Branchen. Die niedrigsten Indexwerte stehen für die Wirtschaftszweige Kohlenbergbau, Gewinnung von Erdöl und Erdgas sowie Herstellung von Druckerzeugnissen, Vervielfältigung von Ton-, Bild-, Datenträgern zu Buche (jeweils 104,6).

Entwicklung Monatsverdienste (Bild: Wichert)

Versicherungsgewerbe beim Verdienst deutlich über dem Schnitt

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht im Quartalsrhythmus auch Daten zum durchschnittlichen Monatsverdienst. Dabei schneiden die Versicherungs-Angestellten anders als bei den oben aufgeführten Indexwerten deutlich überdurchschnittlich ab.

So lag der durchschnittliche Monatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten im Versicherungsgewerbe um etwa ein Drittel über dem der Gesamtwirtschaft. Für den Zeitraum Januar bis März 2018 wird in der Statistik ein Verdienst von im Schnitt rund 5.140 Euro aufgeführt (VersicherungsJournal 26.3.2018).

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Gesundheitsreform · Tarifvertrag
 
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