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Kreditversicherung ist nichts für Einzelkämpfer

17.9.2019 – Der Weg zum Kreditversicherungs-Spezialisten erfordert gleichermaßen Theorie- und Praxiswissen. In klassischen Ausbildungsgängen spielt das Thema allenfalls eine Nebenrolle. Wie und wo sich Einsteiger und Interessierte kundig machen können, schildert Burkhard Wittgen, Mitglied der Geschäftsleitung von Aon Credit Solutions. Das aktuelle VersicherungsJournal Extrablatt widmet sich der Kreditversicherung. Dort findet sich eine Zusammenfassung mehrerer Expertengespräche zum Thema Ausbildung zum Kreditversicherungs-Makler.

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VersicherungsJournal: Herr Wittgen, Sie sind Mitglied der Geschäftsleitung, Aon Credit Solutions, Head of Business Development, und seit 2011 in der Kreditversicherungs-Branche. Sie haben ein Studium zum Master of Business Administration absolviert. Ihr Lebenslauf liest sich wie eine Blaupause für den Weg zum Experten in einem sehr speziellen Bereich der Versicherung.

Burkhard Wittgen (Bild: Aon)
Burkhard Wittgen (Bild: Aon)

Burkhard Wittgen: Vielleicht. Während meines Bachelor-Studiums habe ich 2009 ein erstes Praktikum beim Kreditversicherer Coface UK nahe London absolviert. Nach meinem Studienabschluss im Jahr 2010 bin ich zuerst als Projekt-Kaufmann für den Industrieanlagenbauer Ferrostaal nach Libyen gegangen, musste jedoch auf Grund des Bürgerkrieges 2011 evakuiert werden. Danach habe ich mich entschlossen, für Coface als Firmenkundenberater in Hamburg zu arbeiten. Dort war ich dann zwei Jahre tätig, bevor ich als Kundenbetreuer bei Aon Credit Solutions angefangen habe.

VersicherungsJournal: Und nur sechs Jahre später sind Sie in die Geschäftsleitung berufen worden und verantworten das Business Development in Deutschland.

Wittgen: Ja, seit diesem Jahr. Von 2013 bis 2015 hat mir Aon noch mein MBA-Studium an der FOM Hochschule für Wirtschaft ermöglicht. Dort habe ich meine Master-Thesis zum Thema: „Credit Insurance: Challenges & solutions in times of globalization“ geschrieben und mich auf die Betreuung von internationalen Unternehmen spezialisiert.

VersicherungsJournal: Welche Rolle spielt die Kreditversicherung in klassischen Ausbildungs- beziehungsweise Studiengängen?

Wittgen: Die Kreditversicherungs-Branche ist ein sehr spezielles Berufsfeld. Oft wird das Thema in klassischen betriebs-wirtschaftlichen Studiengängen nur oberflächlich angekratzt. Daher haben sich große Kreditversicherungs-Unternehmen sowie internationale Maklerhäuser wie Aon darauf spezialisiert, junge Nachwuchskräfte in klassischen Ausbildungsmodellen oder dualen Studiengängen selber auszubilden.

VersicherungsJournal: Wie sehen solche Aus- und Weiterbildungsangebote aus?

Wittgen: Diese Ausbildungen beziehungsweise Studiengänge bieten einen adäquaten Mix aus dem Sammeln von fachspezifischer Berufserfahrung in der Praxis sowie dem Lernen der notwendigen Theorie an der Universität beziehungsweise Berufsfachschule. Für Absolventen eines klassischen Vollzeitstudiums bieten die oben genannten Unternehmen aber auch verschiedene spannende Traineeprogramme an, um den Weg in die Branche so stärkenorientiert und bedarfsgerecht wie möglich zu gestalten.

VersicherungsJournal: Welche Entwicklungs-Möglichkeiten bieten sich im Bereich Kreditversicherung?

Wittgen: Der Kreditversicherungs-Markt wird immer internationaler und digitaler. Kollegen, die sich in einem internationalen Umfeld entwickeln wollen und offen für neue digitale Lösungen sind, haben in unserer Branche ein enormes Potenzial.

VersicherungsJournal: Was sollte ein Bewerber unbedingt mitbringen?

Wittgen: Eine hohe Motivation, Eigeninitiative, sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, Bereitschaft zu intensiver Reisetätigkeit (weltweit) sowie eine ausgeprägte Teamfähigkeit. Die Lösungen am Kreditversicherungs-Markt sind mittlerweile so international und komplex, dass Einzelkämpfer nie in der Lage sein werden, die bestmöglichen Sicherungskonzepte bei Kunden zu implementieren.

VersicherungsJournal: Wie können sich Interessierte seriös fachlich informieren?

Wittgen: Um einen ersten Eindruck über die Kreditversicherungs-Industrie zu bekommen, lohnt sich ein Blick auf die Webseite der International Credit Insurance & Surety Association (ICISA). Die ICISA ist ein 1928 in Zürich gegründeter Verband. Mitglieder sind führende globale Kreditversicherer sowie Garantie- und Rückversicherer mit Sitz in London. Dem Verband gehören mehr als 95 Prozent der internationalen Kreditversicherungs-Unternehmen an. Die ICISA fungiert als Interessenvertreter ihrer Mitglieder gegenüber nationalen und internationalen Einrichtungen sowie Aufsichtsbehörden. Sie ist Ansprechpartner für staatliche und private Stellen bei Fragen zur Kreditversicherung und Garantiezeichnung. Außerdem finden sich selbstverständlich auch Informationen zu den Ausbildungs-Möglichkeiten auf den Webseiten der Kreditversicherer und Maklerhäuser.

VersicherungsJournal: Was sind die größten fachlichen Hürden für Einsteiger und Fortgeschrittene?

Wittgen: Die Kreditversicherung ist ein sehr umfassender Versicherungsbereich mit einer Vielzahl von Produktvarianten. Whole-Turnover Policen, Top-Up-Deckungen, Excess-of-Loss-Lösungen, Single Buyer, Insolvenzanfechtungs-Versicherung oder Instrumente zur Absicherung von politischen Risiken sind nur der Ausschnitt einer enormen Palette von Absicherungslösungen. Dazu besteht die enge Verbindung der Kreditversicherung zu Finanzierungslösungen wie Factoring sowie zur Kautionsversicherung. Das macht es Berufseinsteigern oft nicht einfach, den Überblick zu bewahren.

VersicherungsJournal: Was sollte ein „durchschnittlicher“ Vermittler auf jeden Fall über Kreditversicherungen wissen?

Wittgen: Dass die Rolle als Risikoberater für Unternehmen im Bereich „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ sowie die angehängten Finanzierungsthemen ein sehr wichtiges und komplexes Aufgabengebiet sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen machen oft bis zu 30 Prozent der Bilanzsumme eines Unternehmens aus und haben daher eine enorme Bedeutung für alle Industrien. Mit oberflächlichem Wissen den Kunden anzusprechen, ist nicht ratsam. Jeder qualifizierte Risikoberater/Makler hat eine eigene Fachabteilung zum Thema Kreditversicherung.

Lesetipp: „Kreditversicherung – Ohne Spezialisierung spezielle Risiken decken“

Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

Die Konjunktur in Deutschland, aber auch weltweit, trübt sich ein. Damit wächst die Gefahr, dass wichtige Abnehmer ihre Rechnungen nicht mehr zahlen wollen oder können. Mit einer Warenkredit-, Exportkredit- oder auch Investitionsgüter-Kreditversicherung können sich Lieferanten gegen die finanziellen Folgen schützen, dass ihre Abnehmer ihre Rechnung nicht bezahlen.

Berichte zu dieser Thematik liefert das VersicherungsJournal Extrablatt 3|2019 „Kreditversicherung – Ohne Spezialisierung spezielle Risiken decken“. Es beschäftigt sich mit den Möglichkeiten für breit aufgestellte Versicherungsvermittler.

Nach Marktschätzungen haben sich nur 15 bis 20 Prozent der mittelständischen Firmen entsprechend versichert. Im Handwerk soll die Quote sogar unter fünf Prozent liegen. Gewerbe- oder Firmenvermittler, die die Geschäftsführung beraten, müssen nach Einschätzung von Experten über diese Risiken und ihre Absicherungsmöglichkeiten aufklären.

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