Homeoffice: Versicherer werden Angebote eher ausbauen

12.10.2021 – Die Pandemie hat das Arbeiten in den eigenen vier Wänden gepusht, oft gegen den Willen der Arbeitgeber. Das zeigt eine Umfrage des IAB unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die Versicherer wollen die Optionen für die Belegschaften eher ausbauen.

Die Coronakrise führte in den vergangenen Monaten zu einer intensiven Nutzung von Heimarbeitsplätzen. Rund jede zehnte kleinere und mittlere Firma in Deutschland möchte die entsprechenden Angebote jetzt wieder einschränken.

Das geht aus einer zwischen dem 5. und 20. Juli durchgeführten repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hervor. Als Hauptgrund führten die Teilnehmer an, dass sich die Tätigkeiten großer Teile ihrer Beschäftigten nicht für die Arbeit von zu Hause aus eignen.

In der repräsentativen Befragung „Betriebe in der Covid-19-Krise“ werden monatlich etwa 1.500 bis 2.000 Firmen zum Umgang mit der aktuellen Situation befragt.

KMU sehen Homeoffice als Hemmschuh

Im April hat der Gesetzgeber die Regelungen zu Homeoffice und Prävention in den Unternehmen in das Infektionsschutzgesetz übernommen. Arbeitgeber waren verpflichtet, bis zum 1. Juli ihren Beschäftigten das Arbeiten in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen beziehungsweise Heimarbeit zu forcieren (VersicherungsJournal 26.4.2021, 15.4.2021).

„Der Anteil der Betriebe, die die Homeoffice-Option ausbauen wollen, ist bei den Großbetrieben mit über 250 Mitarbeitenden sehr viel höher als bei kleinen und mittleren Betrieben“ lässt sich IAB-Forscher Christian Kagerl zu der Umfrage zitieren.

Knapp zwei Drittel der Firmen, die Homeoffice nicht ausbauen, gab in einer Befragung im Oktober 2020 an, dass sich die Tätigkeiten großer Teile ihrer Mitarbeitenden nicht wirklich für die Arbeit aus den eigenen vier Wänden eignen. Gut die Hälfte führte als einen weiteren Hinderungsgrund die erschwerten Bedingungen der Zusammenarbeit auf Distanz an.

Knapp 40 Prozent der Befragten gab außerdem an, dass die Unternehmenskultur einer Ausweitung der Heimarbeit entgegenstehe.

Assekuranz will Offerten an Belegschaft eher ausbauen

Sebastian Hopfner (Bild: Jörg Koch)
Sebastian Hopfner (Bild: Jörg Koch)

In der Assekuranz sieht der Trend anders aus. „In unserer Branche werden die Homeoffice-Möglichkeiten gegenüber der Vor-Corona-Zeit deutlich ausgebaut“, sagt Dr. Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV), auf Nachfrage.

Fast alle AGV-Mitgliedsunternehmen hätten hierzu bereits neue Regelungen mit den betrieblichen Mitarbeitervertretungen vereinbart. Diese sehen in den Bereichen, in welchen mobiles Arbeiten unproblematisch möglich sei, häufig vor, dass an zwei von fünf Arbeitstagen im Homeoffice gearbeitet werden könne, führt Hopfner aus.

Insofern könne man von einem deutlichen Schub hin zur Heimarbeit durch die gemachten Erfahrungen sprechen.

Mobiles Arbeiten kann nur dann funktionieren, wenn es beide Seiten wollen.

Dr. Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des AGV

Heimarbeit muss freiwillig bleiben

Es sei aber zu berücksichtigen, dass es jetzt nach der Bundestagswahl wieder Forderungen geben wird, sogenannte „Rechtsansprüche“ zu schaffen, meint Hopfner.

„Das aber wäre genau der falsche Weg. Mobiles Arbeiten kann nur dann funktionieren, wenn es beide Seiten wollen. Die Implementierung von gesetzlichen Ansprüchen wird die betrieblichen Systeme eher stören, in der Praxis für Ärger sorgen und im Zweifel bei kleineren Arbeitgebern sogar eher einen Personalabbau zur Folge haben“, ist der Arbeitgeber-Vertreter überzeugt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Bundestagswahl · Coronavirus · Marktforschung · Mitarbeiter · Personalabbau
 
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