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Beschäftigung: Die Assekuranz ist nicht mehr Schlusslicht

19.2.2021 – Die Zahl der Erwerbstätigen ist im vierten Quartal 2020 laut Destatis deutlich gesunken. Die meisten Wirtschaftszweige hatten an dem Corona-bedingten Abschwung teil, so auch die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister. Einige Branchen waren von der Pandemie allerdings deutlich stärker betroffen.

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland ist zwischen September und Dezember minimal angestiegen. Im Vergleich zum Vorquartal ging es saisonbereinigt um 21.000 Personen auf 44,8 Millionen aufwärts.

Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stand hingegen ein Minus von 1,6 Prozent beziehungsweise 744.000 Personen zu Buche. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag auf Basis von vorläufigen Berechnungen mit.

Den Angaben zufolge lag die Verminderung auf dem Niveau des dritten und zweiten Quartals 2020 (VersicherungsJournal 19.8.2020). Zwischen Januar und März 2020 hatte die Beschäftigtenzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch zugenommen. Gleiches gilt auch für das Schlussquartal 2019 (20.2.2020), der letzten Dreimonatsperiode vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

„Es ist zu beachten, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch zu einer erhöhten Unsicherheit bei der Schätzung der Erwerbstätigenzahlen führen“, erläutern die Statistiker.

Dabei wirke sich die massiv gestiegene Kurzarbeit allerdings nicht auf die Erwerbstätigenzahlen aus, da Kurzarbeitende unabhängig vom Ausmaß der Kurzarbeit nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung zu den Erwerbstätigen zählten und nicht als Erwerbslose, so Destatis weiter.

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Erneuter Rückgang bei den Selbstständigen

Die Verringerung ging nach Behördenangaben zu drei Vierteln auf die Entwicklung bei den abhängig Beschäftigten zurück. Hier war zwischen September und Dezember im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Abnahme um 553.000 auf über 40,9 Millionen Menschen zu beobachten (minus 1,3 Prozent).

Betroffen waren sowohl die Sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten als auch diejenigen mit marginalen Tätigkeiten. Zu Letzteren zählt das Amt geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs).

Die Zahl der Selbstständigen (inklusive mithelfender Familienangehöriger) reduzierte sich im selben Vergleichszeitraum mehr als drei Mal so stark – und zwar um 4,7 Prozent auf 3,9 Millionen Personen (minus 194.000).

Sinkende Beschäftigung in der Finanz- und Versicherungsbranche

Neben den allgemeinen Zahlen zur Erwerbstätigkeit hat Destatis die Daten auch auf verschiedene Wirtschaftszweige (nach WZ 2008) heruntergebrochen. Hier zeigt sich, dass der allgemeine Abwärtstrend insbesondere auf die Entwicklung in der Dienstleistungsbranche zurückzuführen ist.

Hier schrumpfte die Zahl der Erwerbstätigen mit jeweils über drei Prozent in den Bereichen „Handel, Verkehr und Gastgewerbe“ (minus 341.000 Personen) und „Unternehmens-Dienstleistungen“ (minus 191.000) am stärksten.

Bei den Finanz- und Versicherungs-Dienstleistern setzte sich mit einem Rückgang um 15.000 Personen beziehungsweise minus 1,4 Prozent der „bereits seit Jahren bestehende Abwärtstrend weiter fort“, so die Behörde. Bereits im Frühjahr hatten zwei renommierte Institute Corona-bedingt eine negative Beschäftigungs-Entwicklung in zahlreichen Sektoren prognostiziert (24.3.2020).

In nur wenigen Tätigkeitsfeldern gab es zwischen September und Dezember 2020 im Schnitt mehr Erwerbstätige als in der Vorjahresperiode. Hierzu zählt vor allem das Segment „Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ (plus 141.000 Individuen beziehungsweise 1,2 Prozent).

Bild: Destatis
Bild: Destatis

Assekuranz langfristig im Abwärtstrend

Die Bundesstatistiker weisen keine Beschäftigungszahlen nur für die Versicherungsbranche aus. Hier hilft ein Blick auf Daten des Arbeitgeberverbands der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV).

Demnach ist der Trend hinsichtlich der Gesamtbeschäftigung in den Versicherungs-Unternehmen auf lange Sicht negativ. So ging die Zahl der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten zwischen 2002 und 2019 um rund 46.000 beziehungsweise fast ein Fünftel auf 202.000 zurück.

Für 2019 hat der AGV allerdings erstmals nach neun Rückgängen in Folge wieder einen Anstieg gemeldet – und zwar um 100 Versicherungs-Mitarbeiter. Dabei wuchs die Personenzahl im Innendienst, während der Außendienst weiter schrumpfte (10.3.2020).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Außendienst · Coronavirus · Gesundheitsreform · Mitarbeiter · Personalabbau · Sozialversicherung
 
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