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Der lange Weg ins Büro wird steuerlich besser gefördert

22.11.2021 – Von 2019 bis 2023 wird die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer zur Arbeit von 30 auf 35 Cent pro Kilometer angehoben, von 2024 steigt sie auf 38 Cent. Das hat das Finanzministerium bekannt gegeben.

Pendler mit mehr als 20 Kilometern Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz können ab diesem Jahr und bis 2026 eine erhöhte Entfernungspauschale absetzen und damit ihre Einkommensteuer entsprechend senken.

Das sehen das Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht (PDF, 48 KB) und das Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (PDF, 318 KB) vor.

Darauf weist das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in einem Rundschreiben (PDF, 134 KB) vom 18. November an die obersten Finanzbehörden der Länder hin.

Bis zu 38 Cent pro Kilometer statt 30 Cent

Für Fahrstrecken bis zu 20 Kilometern zum Arbeitsplatz bleibt es bei den gewohnten 30 Cent pro Kilometer. Ab 21. Kilometern beträgt die Entfernungspauschale im zu Ende gehenden Kalenderjahr aber 35 Cent pro gefahrenem Kilometer. Ab 2024 bis 2026 sind es 38 Cent. Danach läuft die Sonderregelung aus.

Diese höheren Entfernungspauschalen hängen nicht vom gewählten Verkehrsmittel ab. In dieser Hinsicht ändert sich nichts. Auch die höheren Pauschalen gelten gleichermaßen für Pkw, für Bus und Bahn.

Flüge bleiben weiterhin außen vor. Die müssen gesondert als Werbungskosten abgerechnet werden. Die Fahrt zum und vom Flughafen dagegen unterliegen der Entfernungspauschale. Unfallkosten wiederum können wie bisher neben der Entfernungspauschale berücksichtigt werden.

Sind die Aufwendung für die öffentlichen Verkehrsmittel insgesamt höher als die Pauschalen für das betreffende Jahr, dürfen diese übersteigenden Aufwendungen nach § 9 Absatz 2 Satz 2 zusätzlich angesetzt werden. Wie das funktioniert, dazu liefert das Ministerium auch ein Beispiel.

Ministeriums-Beispiel bei 20 Kilometern Entfernung

Ein Arbeitnehmer nutzt im laufenden Jahr 2021 an 220 Arbeitstagen für seine Fahrten von der Wohnung bis zur Arbeitsstätte Bus und Bahn. Die kürzeste und auch benutzbare Straßenverbindung beträgt 20 Kilometer. Die Monatskarte für den Bus kostet den Arbeitnehmer 50 Euro und für die Bahn 65 Euro, also 115 Euro im Monat. Im Jahr sind das 1.380 Euro.

Die Wegepauschale für das gesamte Kalenderjahr beträgt aber nur 1.320 Euro. Diese Summe ergibt sich aus 220 Arbeitstagen mal 20 Kilometer mal 30 Cent. Da die tatsächlich angefallenen Aufwendungen für den öffentlichen Verkehr jedoch höher sind, kann der übersteigende Betrag zusätzlich abgerechnet werden. Dem Arbeitnehmer stehen damit die vollen 1.380 Euro zu,

Ministeriums-Beispiel für 80 Kilometer Arbeitsweg

Hier geht es um mehr. Der Wegepauschalen-Nutzer fährt von Januar bis September an 165 Arbeitstagen 80 Kilometer pro Tag zu seiner Arbeitsstätte und zurück mit dem eigenen Pkw. Dann verlegt er seinen Wohnsitz in Richtung Arbeitsplatz und fährt ab Oktober für 55 Arbeitstage nur noch 5 Kilometer mit dem Bus zur Arbeit. Dafür bezahlt er für drei Monate jeweils 70 Euro, also insgesamt 210 Euro.

Für die Fahrten mit dem eigenen Auto gilt folgende Rechnung: 165 Tage mal 20 Kilometer mal 30 Cent ergeben 990 Euro. Hinzu kommen 165 Tage mal 60 Kilometer mal 35 Cent, also 3.465 Euro. Zusammen sind das 4.455 Euro. Und für die Busfahrten sind für Tage mal 5 Kilometer mal 30 Cent anzusetzen, also 83 Euro. Alles zusammen ergeben sich so 4.538 Euro an Wegekosten.

Höchstbetrag für Mopeds oder Fußgänger

Die Entfernungspauschale ist zwar grundsätzlich auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro im Jahr begrenzt. Doch bei Benutzung des eigenen oder eines zur Nutzung überlassenen Kraftwagen „greift die Begrenzung auf 4.500 Euro nicht“, Das macht das zweite Beispiel des Ministeriums deutlich. Allerdings müssen diese Fahrten glaubhaft gemacht werden.

Die Beschränkung auf 4.500 Euro gilt in erster Linie für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem Motorrad, Motorroller, Moped, Fahrrad oder dann, wenn diese zu Fuß zurückgelegt werden.

Ferner gilt die Höchstgrenze für Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft für die Tage, an denen der jeweilige Steuerzahler seinen eigenen Pkw nicht einsetzt. Auch für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gilt der Höchstbetrag, allerdings nur, wenn insgesamt keine höheren Aufwendungen glaubhaft gemacht werden können.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Einkommensteuer · Gewerbeordnung · Pkw · Steuern · Werbung
 
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