Mehrheit der Deutschen ist für eine Bürgerversicherung

13.7.2017 – Über 60 Prozent der Bundesbürger sprechen sich laut den Ergebnissen einer Online-Befragung der Insa Consulere GmbH unter 2.044 Personen für eine Bürgerversicherung aus. Je älter die Befragten waren und je mehr Einkommen ihnen monatlich zur Verfügung stand, desto mehr stimmten sie für eine gemeinschaftliche Krankenkasse. Neben den Wählern der Linken, der SPD und der Grünen stimmten auch FDP- und CDU-Wähler für ein solches Gesundheitssystem.

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Laut einer aktuellen Online-Umfrage der Insa Consulere GmbH unter 2.044 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern im Auftrag der Bild-Zeitung sind 60,1 Prozent der Deutschen für die Einführung einer Bürgerversicherung.

Die genaue Aussage, anhand derer die Zustimmung gemessen wurde, lautete: „Die gesetzlichen Krankenkassen sollten zu einer Bürgerversicherung zusammengeschlossen werden, in welche auch Beamte, Selbstständige und Freiberufler wechseln können.“

Zustimmung wächst mit dem Älter

13,1 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus. Etwas mehr als jeder Fünfte (21,6 Prozent) antwortete mit „weiß nicht“ und 5,3 Prozent gaben keine Antwort. Je älter die Befragten waren, desto höher ist die Zahl der Befürworter. Bei den über 65-Jährigen liegt die Zustimmung bei 68,5 Prozent, bei den 18- bis 24-Jährigen bei 47,9 Prozent.

Zustimmung zur Bürgerversicherung (Bild: VersicherungsJournal)
Zustimmung zur Aussage: „Die gesetzlichen Krankenkassen sollten zu einer Bürgerversicherung zusammengeschlossen werden, in welche auch Beamte, Selbstständige und Freiberufler wechseln können.“

Die meisten Befürworter wohnen im Saarland. 82,6 Prozent dieser Umfrageteilnehmer fänden eine Bürgerversicherung gut. Wobei die Zustimmung hier auf lediglich 26 Antworten basiert. Die 200 befragten Niedersachsen sehen der Bürgerversicherung am skeptischsten entgegen. Mit 51,7 Prozent stimmten sie im Bundesvergleich der Aussage am wenigsten häufig zu.

Teilnehmer mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 1.000 Euro im Monat sprachen sich mit 54,2 Prozent am wenigsten stark für eine Bürgerversicherung aus. Sie beantworteten gleichzeitig die Frage aber auch am häufigsten mit „weiß nicht“ (28,5 Prozent).

Unter den Befragten, die zwischen 3.000 und 4.000 Euro zur Verfügung haben, ist die Zustimmung mit 66,2 Prozent am höchsten. Noch besser Verdienende sprachen sich immer noch zu 61,9 Prozent für eine Bürgerversicherung aus. Fast jeder Fünfte aus dieser Einkommensklasse ist jedoch dagegen (19,9 Prozent). Das ist der höchste Ablehnungswert in der Einkommens-Kategorie.

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Mehrheit der FDP-Wähler befürwortet Bürgerversicherung

Betrachtet man nun die Einstellung der Befragten zur Bürgerversicherung in Bezug auf ihre parteiliche Präferenz, lässt sich sagen, dass vor allem Die-Linke-Wähler für eine gemeinschaftliche Krankenversicherung sind (72 Prozent). Diese Partei legte Ende Juni ihr Konzept zur radikalen Transformation des dualen Gesundheitssystems in ein Einheitssystem vor (VersicherungsJournal 23.6.2017).

Wähler der SPD und von Bündnis 90/ Die Grünen sind zu 69 beziehungsweise 69,1 Prozent (SPD-Wähler) dafür. Auch diese Parteien sprechen sich in ihren Wahlprogrammen zur bevorstehenden Bundestagswahl klar für eine Bürgerversicherung aus.

Zustimmung nach Partei (Bild: VersicherungsJournal)

Immerhin 64,9 Prozent der FDP-Wähler befürworten die Bürgerversicherung. Und auch diejenigen, die bei der kommenden Bundestagswahl die CDU/CSU wählen würden, sprechen sich mehrheitlich mit 61,5 Prozent dafür aus. Beide Parteien ließen kürzlich jedoch verlauten, dass es im Falle einer Regierung mit ihnen keine Bürgerversicherung geben werde (VersicherungsJournal 4.7.2017, 8.5.2017).

Mit 20,8 Prozent gibt es aus der Gruppe der AfD-Wähler den meisten Gegenwind. Dennoch sind auch hier 62,1 Prozent für eine Gemeinschafts-Versicherung. Bei den unentschlossenen Wählern und solchen, die ungültig wählen würden, ist die Zustimmung mit 51,2 Prozent beziehungsweise 46,2 Prozent am niedrigsten.

Leserbriefe zum Artikel:

Henrico Sobczak - Vorher lieber einen Blick in die Wahlprogramme werfen. mehr ...

Rüdiger Falken - Eine undifferenzierte Betrachtung der Bürgerversicherung. mehr ...

Peter Eidemüller - Fragwürdige Prozentrechnung. mehr ...

Olaf Hempel - Der Worthülse Bürgerversicherung fehlen die Inhaltsstoffe. mehr ...

Volker Arians - Pflicht zur Solidargemeinschaft im Bundestag gesetzlich regeln . mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesetzliche Krankenversicherung · Gesundheitsreform · Marktforschung
 
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