Lieber eine App als ein Berater?

21.3.2017 – Angesichts der niedrigen Zinsen verharren die deutschen Sparer nach Einschätzung von Union Investment in einer „Schockstarre“. Rentierlich gespart wird eher nicht. Gleichwohl glauben die Meisten, ihre Altersvorsorge selbst am besten managen zu können, so eine Studie von PWC. Die Versicherer befürworten eine säulenübergreifende Altersvorsorge-Information.

WERBUNG

Trotz niedriger Zinsen halten die Deutschen mehrheitlich am Sparbuch und Tagegeld fest, wie das jüngste Anlegerbarometer der Union Asset Management Holding AG zeigt. Danach finden nur elf Prozent beziehungsweise 21 Prozent das Sparbuch beziehungsweise Tagesgeld attraktiv, dennoch setzen 73 Prozent beziehungsweise 42 Prozent auf diese Anlageformen.

Das Fazit aus der traditionell in jedem Quartal durchgeführten Befragung von 500 Finanzentscheidern in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen: Die Anleger verharren aktuell in einer Art Schockstarre.

Es ist genug zum Sparen da

Dem Anlegerbarometer zufolge halten 80 Prozent ihr Spar- und Geldausgabeverhalten konstant – wohl wissend, dass das Geld bei steigenden Preisen entwertet wird. 81 Prozent rechnen mit einer steigenden Teuerungsrate; acht Prozent sogar mit stark steigenden Preisen. Ein gleichbleibendes Preisniveau und fallende Preise erwarten dagegen 17 Prozent.

43 Prozent der Befragten halten höher rentierliche Anlageformen für einen Teil ihrer Ersparnisse für sinnvoll. Für 40 Prozent ist der Fondssparplan grundsätzlich eine Option und für 23 Prozent eine Basisanlage. 80 Prozent haben schon einmal von einem Fondsparplan gehört, doch nur 31 Prozent wissen, wie Fondssparpläne funktionieren.

88 Prozent der für das Anlegerbarometer Befragten können sich einen Sparplan mit 50 Euro Beitrag im Monat leisten. Knapp drei Viertel sparen regelmäßig einen festen Betrag; davon legt gut ein Viertel 100 bis 200 Euro pro Monat auf die hohe Kante und 44 Prozent sogar über 200 Euro monatlich.

Mehrzahl tappt im Dunklen

Allerdings „tappt die Mehrheit im Dunklen“, wenn es um die eigene Altersvorsorge geht. Denn nur jeder Dritte kennt seinen aktuellen Stand bei der gesetzlichen Rentenversicherung – weiß also, wie viel Altersrente er zu erwarten hat.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von 1.016 Bundesbürgern für die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers GmbH Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft (PWC).

Werkzeug gewünscht

Danach haben 22 Prozent der Befragten Angst vor Altersarmut und weitere 21 Prozent wissen nicht, ob sie im Alter gut auskommen werden. Dennoch vertraut die Mehrheit auf die eigene Kompetenz in Sachen Altersvorsorge.

Versicherungs-Unternehmen, Banken, Maklern oder auch dem Staat schreiben nur die allerwenigsten eine Beratungskompetenz zu. So trauen in Sachen Altersvorsorge nur 15 Prozent einem Versicherer, 14 Prozent einem Makler und neun Prozent einer Bank.

Laut PWC wünschen sich fast 80 Prozent der Befragten ein Werkzeug, mit dessen Hilfe sie ihre heutigen und künftigen Rentenansprüche aus sämtlichen Vorsorgearten einfach überblicken können. Eine solche „Vorsorge-Manager-App“ stelle der Markt derzeit jedoch nicht bereit.

Gesamtüberblick Altersvorsorge

Einer Umfrage der MLP Finanzdienstleistungen AG unter 18 Versicherern mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent im Bereich Altersvorsorge zufolge will die Branche den Gesamtüberblick zur Altersvorsorge aktiv unterstützen.

94 Prozent der befragten Versicherer hätten den Aufbau einer säulenübergreifenden Informationsplattform über die Altersvorsorge befürwortet und beteiligten sich aktiv daran, meldet der Finanzvertrieb. Die Gesellschaft aus Wiesloch ist Kompetenzpartner des Vereins Deutsche Renten Information e.V., welche eine Renteninformations-Plattform entwickelt.

Kräftig unterschätzt

Als Herausforderung für eine säulenübergreifende Renteninformations-Plattform wird die marktweit stark ausdifferenzierte Produktlandschaft gesehen. Fast 90 Prozent der Versicherer halten es für wichtig, dass eine solche Plattform auch reine Geldanlagen wie Fondssparpläne erfasst.

Mehr als 31 Millionen Bürger bekommen mindestens einmal im Jahr Post von der Deutschen Rentenversicherung. In dem Schreiben erfahren sie, wie hoch ihre Rente ausfallen wird. Auch der Hinweis, dass eine zusätzliche Vorsorge dringend empfohlen wird, fehlt nicht.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) plädiert dafür, dass die jährlichen Informationsbriefe der gesetzlichen Rentenversicherung auch die statistische Lebenserwartung des Versicherten nennen. Nach Verbandsstudien wird die Lebenserwartung nämlich tendenziell um sieben Jahre unterschätzt, weshalb auch das Vorsorgeausmaß zu klein ausfalle.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersarmut · Altersvorsorge · Marktforschung · Rente
 
WERBUNG
WERBUNG
Die besten Vertriebstipps für Praktiker!

Fondsverkauf einfach gemacht

Warum nicht einfach Fonds verkaufen?

Wie Sie Kunden gewinnen und erfolgreiche Verkaufsgespräche führen.

Mehr Informationen und zur Bestellung...

WERBUNG
Die Termin- und Empfehlungsquote steigern

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Kunden wollen für Themen gewonnen werden. Wie der Vermittler sie in Vorträgen zu Eigeninitiative animiert, zeigt dieses Praktikerhandbuch.

Mehr Informationen...

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
8.3.2017 – Was Frauen zu einer attraktiven Zielgruppe für die private Vorsorge macht, zeigen eine aktuelle Studie der R+V Versicherung und Untersuchungen des GDV. (Bild: R+V) mehr ...
 
20.1.2017 – Wie sich die Vorsorgeabsichten der Deutschen und das Ansehen der privaten gegenüber der betrieblichen und der gesetzlichen Versicherung verändert haben, hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge durch eine Umfrage herausgefunden. (Bild: Deutsches Institut für Altersvorsorge) mehr ...
 
24.11.2016 – GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland gab sich auf dem Versicherungstag alle Mühe, der „Mär“ von drohender Altersarmut argumentativ entgegenzuhalten. Neue Zahlen des Instituts für Demoskopie Allensbach belegen etwas anderes. (Bild: Brüss) mehr ...
 
1.4.2016 – Fachkräftemangel auf der einen, Altersarmut auf der anderen Seite: Man sollte meinen, die Zeiten wären gut für die betriebliche Altersversorgung (bAV). Der klassische Vermittler ist hier gefragt, schreibt Regina Kutschera in einem Gastbeitrag. (Bild: Kutschera) mehr ...
 
10.11.2015 – Die Canada Life hat das Vorsorgeverhalten der Bürger in der Bundesrepublik und drei weiteren Märkten im Niedrigzinsumfeld untersucht. Dabei traten deutliche Unterschiede zu Tage, was die favorisierten Anlageformen betrifft. (Bild: Brüss) mehr ...
 
23.10.2015 – Die Comdirect Bank, die Bertelsmann Stiftung, die Aegon Versicherung und Finanzscout 24 haben neue Studien zur Altersvorsorge-Situation vorgelegt. Viele Erkenntnisse darin sind zwar nicht wirklich neu, dafür aber hilfreich für den Vertrieb. (Bild: Wichert) mehr ...
 
21.8.2015 – Aegon, die Union Investment, die R+V und die Stuttgarter haben neue Studien zu den Themen privaten Altersvorsorge und Altersarmut vorgelegt. Die Ergebnisse sind teils alarmierend. (Bild: Stuttgarter) mehr ...
WERBUNG