19.8.2025 (€) – In Berlin wurden auch 2024 nach absoluten Zahlen die meisten Kraftwagendiebstähle registriert. In den 84 deutschen Großstädten lag die Veränderungsrate zwischen plus 83 und minus 47 Prozent. Das geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. In Relation zu den Einwohnern behielt Berlin ebenfalls den unrühmlichen Spitzenplatz.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 30.373 Diebstahldelikte von Kraftwagen (inklusive unbefugter Ingebrauchnahme) amtlich registriert. Das zeigt die im Frühjahr vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS 2024).
Dies entspricht einer Zunahme um 1,3 Prozent. Mehr solcher Delikte wurden zuletzt 2017 dokumentiert. 2005 wurden noch über 50.000, 2002 sogar noch über 70.000 Autos geklaut. Im Vergleich zum Jahr 2000 mit mehr als 83.000 Delikten beläuft sich das Minus auf fast zwei Drittel. (VersicherungsJournal 3.4.2025).
In Berlin die meisten Delikte
Mittlerweile liegen auch regional aufgeschlüsselte Statistikdaten vor. Demnach wurden in den deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) gewaltige Unterschiede beobachtet. Nach absoluten Zahlen ist die Bundeshauptstadt Berlin mit einer leicht rückläufigen Zahl von 7.574 Delikten Spitzenreiter.
In Hamburg waren es 1.715 (plus über ein Zwölftel) – also fast fünf Taten pro Tag beziehungsweise ein Delikt etwa alle fünf Stunden. Dahinter folgen Köln mit 502 (minus ein Sechstel) und Bremen mit 455 (plus fast ein Viertel) erfassten Fällen.
In Leipzig wurden 341 Diebstähle verzeichnet (plus fast ein Drittel), in Dortmund und Düsseldorf jeweils rund 330 (plus fünf Prozent beziehungsweise plus fast ein Drittel).
Für insgesamt acht der 84 aufgeführten Städte werden in der amtlichen Statistik weniger als 20 solcher Taten aufgeführt. Am günstigsten liegt hier Erlangen mit zwölf vor Fürth mit 14 sowie Regensburg und Schwerin mit jeweils 15 Entwendungen.
Die größten Veränderungen in Kassel, Regensburg und Lübeck
Auffällig ist zudem, dass sich in vielen Städten das Geschehen im Vergleich zum Vorjahr (29.7.2024) massiv veränderte. So ging die Anzahl der geklauten Kraftfahrzeuge in 31 der aufgelisteten Großstädte zurück.
Ein Minus von jeweils knapp der Hälfte stand für Kassel (von 102 auf 54), für Regensburg (von 28 auf 15) sowie für Lübeck (von 100 auf 54) zu Buche. Mehr als ein Drittel weniger Taten wurden in Bottrop (von 52 auf 30), in Siegen (von 29 auf 18), in Solingen (von 64 auf 40) und in Paderborn erfasst (von 50 auf 32).
Andersherum wuchs die Zahl der polizeilich erfassten Kfz-Diebstähle in Hanau (plus über vier Fünftel auf 29 Fälle), in Göttingen (plus über drei Viertel auf 32) und in Ulm (plus zwei Drittel auf 25) besonders deutlich an.
Berlin ist weiterhin die Hauptstadt der Autodiebe
In Relation zur Einwohnerzahl war 2024 Berlin die Hauptstadt der Autodiebe. Dort wurden mehr als 200 Delikte pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Die Bundeshauptstadt hatte auch ein, zwei, vier und fünf Jahre zuvor den unrühmlichen Spitzenplatz belegt (4.7.2023, 5.7.2021, 7.12.2020).
An zweiter Stelle liegt mit knapp 130 Diebstählen pro 100.000 Einwohner Cottbus. Diese Position hatte Cottbus, das vor Jahresfrist nicht in der Liste der Großstädte geführt wurde, auch zwei Jahre zuvor inne. Dort waren drei (24.5.2022) und sieben Jahre (4.6.2019) zuvor gar die höchsten Quoten registriert worden,
Dahinter folgen in umgekehrter Reihenfolge zum Vorjahr Hamburg und Aachen vor Bremen und Magdeburg. Für die vier Städte werden in der Statistik zwischen 90 und 70 Delikte pro 100.000 Einwohner gelistet. Im Bundesschnitt betrug die Quote 36 (2023: 35,5).
Regensburg mit dem niedrigsten Diebstahlrisiko
In nur einer Großstadt lag die Klaurate pro 100.000 Einwohner unter zehn, und zwar in Regensburg. Dahinter folgen Erlangen, Fürth, Heidelberg und Stuttgart mit Werten zwischen 10,2 und 12,9.
Ein geringes Risiko für Kraftwagendiebstähle bestand im vergangenen Jahr ferner in Würzburg. Schwerin, Oldenburg (Oldenburg), Nürnberg und München. Dort wurden jeweils zwischen 14 und 16 Entwendungen pro 100.000 Einwohner statistisch erfasst.
Riesige Unterschiede bei der Aufklärungsquote
Bezüglich der Aufklärungsquote setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre nicht fort. Vielmehr stieg der Wert von 27,7 auf 29,2 Prozent.
Auf Ebene der einzelnen Großstädte sind jedoch riesige Unterschiede zu beobachten. An der Spitze liegt Würzburg, wo fünf Sechstel der erfassten Delikte (15 von 18) aufgeklärt wurden. Dahinter folgen mit 76 bis 60 Prozent Reutlingen, Trier, Augsburg, Ulm und Regensburg.
Andererseits wurde in einer Großstadt weniger als jeder zehnte Kraftwagendiebstahl aufgeklärt. Dies war Hamburg (149 von 1.715 Delikten). Unter 15 Prozent lag die Quote auch in Rostock, Moers, Berlin und Aachen.
Weitere Analysen des Autodiebstahlgeschehens
Im „Bundeslagebild Kfz-Kriminalität“ stellt das BKA einmal pro Jahr dar, wie viele Kraftfahrzeuge dauerhaft abhandengekommen sind. Die Publikation enthält ferner Daten zu den am häufigsten betroffenen Marken und Modellen (14.10.2024, 16.10.2024, 21.10.2024).
Welche Automodelle und -marken bei den Langfingern am beliebtesten sind, wertet auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jährlich auf Basis der versicherten Fälle aus (11.9.2024, 12.9.2024).








