So (un)wichtig ist die Krankenvollversicherung für unabhängige Vermittler

4.2.2025 (€) – Vor allem Makler und Mehrfachvertreter waren zuletzt vom rückläufigen Neugeschäft mit Krankenvollversicherungen betroffen. Laut der Asscompact-„Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2025“ blickt der unabhängige Vertrieb wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Dies gilt sowohl für die (zukünftige) Bedeutung des Vollversicherungsgeschäfts als auch für die Courtagesituation.

2023 konnten die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) erstmals nach mehr als einem Jahrzehnt den Bestand an Krankenvollversicherten ausbauen. Allerdings fiel die Steigerung minimal aus, sie betrug nicht einmal 0,1 Prozent (auf etwa 8,71 Millionen Personen).

Krankenvollversicherung: Saldo elf Mal in Folge negativ

Zuvor war der Saldo (Zugänge minus Abgänge durch Tod oder wegen gesetzlicher Versicherungspflicht) elf Mal in Folge negativ ausgefallen. Insgesamt verminderte sich der Bestand vom absoluten Höchststand von 8,976 auf 8,705 Millionen Vollversicherte (minus 271.000 Personen beziehungsweise minus über drei Prozent) (10.10.2023).

Auch der Bruttoneuzugang, der 2010 und 2011 noch bei jeweils fast 500.000 Individuen gelegen hatte, blieb zuletzt zehn Mal in Folge unter der Marke von 300.000 (10.10.2024). Dies ist unter anderem der immer weiter steigenden Versicherungspflichtgrenze geschuldet. Sie erhöhte sich seit 2011 um fast 25.000 Euro beziehungsweise in etwa die Hälfte auf 73.800 Euro im laufenden Jahr (13.9.2024).

Insbesondere unabhängige Vermittler betroffen

Von dem Neugeschäftsrückgang im einstigen Brot- und Buttergeschäft der Versicherungsbranche sind seit Einführung des Provisionsdeckels (31.10.2011) insbesondere die unabhängigen Vermittler betroffen. Dies hatten vor einigen Jahren verschiedene Vertriebswege-Untersuchungen gezeigt (16.8.2019, 19.12.2018, 28.8.2018, 4.11.2016).

Nach der aktuellen Vertriebswegestatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) belegen die Makler zwar den zweiten Rang unter den Absatzkanälen. Mit 25,8 Prozent kommen sie aber auf einen nicht einmal halb so hohen Anteil wie die Ausschließlichkeit (30.9.2024).

Deutlich besser als erwartet

Laut der von der BBG Betriebsberatungs GmbH durchgeführten „Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2025“ scheint hier allerdings Besserung für den Vertriebsweg unabhängige Vermittler in Sicht. Die Studie beruht auf einer Ende 2024 unter Versicherungsmaklern und Mehrfachvertretern durchgeführten Onlineumfrage. Die Größe der Nettostichprobe wird mit 246 Personen angegeben.

Rund 91 Prozent der Befragten waren männlich, knapp neun Prozent weiblich. Sie haben 28,5 Jahre Berufserfahrung bei einem Durchschnittsalter von 56,3 Jahren und wollen im Schnitt mit 68,2 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden.

Der Publikation zufolge gaben 43,4 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sich die Courtagesituation in der Krankenvollversicherung 2024 im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe. Dem standen lediglich 8,1 Prozent gegenüber, bei denen es schlechter lief.

In der Prognose der Vorjahresuntersuchung war nur gut jeder Dritte von einer besseren Courtagesituation für 2024 ausgegangen. Hingegen hatte mit 16,9 Prozent ein mehr als doppelt so hoher Anteil eine verschlechterte Einnahmesituation erwartet.

Courtageeinnahmen (Bild: Wichert)

Krankenvollversicherung wird wieder relevanter

Ein deutlicher Aufwärtstrend zeigt sich auch bei der Relevanz des Vollversicherungsgeschäfts aus Vermittlersicht. So spielte es vor drei und zwei Jahren nur für rund jeden fünften Befragten eine „(sehr) große“ Rolle. Im Vorjahr waren es dann 26 Prozent – aktuell sind es sogar über 27 Prozent.

Noch deutlicher ist die Aufwärtstendenz bei der künftigen Bedeutung (von heute fünf Jahre in die Zukunft blickend): Hier erwartete vor drei Jahren nur gut jeder Fünfte eine „(sehr) große“ Relevanz. In der aktuellen Auflage ist der Anteil mit fast 40 Prozent fast doppelt so hoch ausgeprägt.

Weitere Studiendetails

Die 413-seitige „Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2025“ enthält neben detaillierten Ranglisten zu den Geschäftsanteilen und der Vermittlerzufriedenheit in der Vollversicherung auch eine Analyse der Top-Anbieter. Untersucht wurde zudem neben der Krankenzusatz- und der Pflegezusatz- auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV).

Der Berichtsband kann ab 2.975 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Dr. Mario Kaiser per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575833 bestellt werden.

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