Die profitabelsten Rechtsschutzversicherer

29.4.2026 – Auf Sechsjahressicht kam die Debeka mit 80,5 Prozent auf die mit Abstand niedrigste Combined Ratio. Unter 90 Prozent lagen ansonsten nur noch die WGV, die VGH und die Huk-Coburg. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 gaben vier der 25 größten Marktteilnehmer mehr für Schäden und Kosten aus, als sie an Beiträgen einnahmen. Die höchste Combined Ratio wird mit im Schnitt 107,5 Prozent für die Huk24 AG ausgewiesen (VersicherungsJournal 9.4.2026).

Dies ist ein Ergebnis der Publikation „Branchenmonitor: Rechtsschutzversicherung 2025“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Aus dem Branchenmonitor lässt sich auch ablesen, dass auf Sechsjahressicht betrachtet vier der aufgelisteten Akteure versicherungstechnisch zum Teil tief in den roten Zahlen steckten. Drei weitere landeten nur so gerade eben in der Gewinnzone und schrieben weniger als zwei Cent Gewinn pro Beitragseuro.

Debeka mit dem im Schnitt niedrigsten Wert

Die verbleibenden 21 Marktteilnehmer lagen versicherungstechnisch in der Gewinnzone. Acht von ihnen verdienten sogar im Schnitt mehr als neun Cent pro Beitragseuro. Am besten schnitt die Debeka Allgemeine Versicherung AG mit einer Combined Ratio von 80,5 Prozent ab.

Mindestens zehn Cent pro Beitragseuro verdienten die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH), die Huk-Coburg-Rechtsschutzversicherung AG und die ADAC Versicherung AG. Hauchdünn über der Marke von 90 Prozent lag die Mecklenburgische Versicherungsgesellschaft a.G., knapp darüber die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Ergo Versicherung AG.

Rechtsschutz niedrigste Combined Ratio (Bild: Wichert)

Viele Rechtsschutzversicherer kontinuierlich mit schwarzen Zahlen

Fünf der vorgenannten Anbieter waren in allen sechs Jahren profitabel in der Sparte. Dies waren ADAC, Debeka, Ergo, Mecklenburgische und VGH. Jeweils fünfmal gelang dies der Huk-Coburg, der R+V und der WGV (je nicht 2020).

Letztere schaffte es bestenfalls auf knapp unter 80 Prozent. Zu Beginn des Betrachtungszeitraums bedeutete dies den Spitzenwert (26.11.2020). Hingegen landete das Unternehmen ein Jahr später mit fast 109 Prozent nur an fünftletzter Stelle (19.1.2022).

VGH, Debeka und Huk-Coburg in der Zeitreihe

Die mit Abstand niedrigste Quote in allen Jahren schaffte die Debeka 2021 mit nur 64 Prozent. Seinerzeit sanken die Schadenaufwendungen um fast ein Drittel auf 37,8 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Einnahmen und das Abwicklungsergebnis, so dass die Combined Ratio um fast 20 Prozentpunkte gedrückt werden konnte (15.12.2022). Auch im Jahr zuvor hatte sie den Bestwert erzielt.

Die VGH lag zuletzt nach viermal unter 90 Prozent wieder knapp oberhalb dieser Marke. Sie landete im Branchenranking einmal an zweiter (19.1.2022) und einmal an fünfter Stelle.

Die Huk-Coburg erzielte im drittletzten Jahr des Beobachtungszeitraums mit unter 79 Prozent ihre niedrigste kombinierte Schaden-Kosten-Quote. Das bedeutete den branchenweit drittniedrigsten Wert (14.12.2023).

Rechtsschutz Combined Ratio Debeka Huk VGH (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Von den Marktgrößen mit 1,1 Millionen versicherten Risiken im Bestand oder mindestens 270 Millionen Euro gebuchten Bruttobeiträgen schafften es alle versicherungstechnisch in die Gewinnzone (29.4.2026).

Der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 654,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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