Die unprofitabelsten Rechtsschutzversicherer

9.4.2026 – Auf Sechsjahressicht kam die Huk24 mit 107,5 Prozent auf die höchste Combined Ratio. Zwischen 105 und 102 Prozent lagen Concordia, Continentale und Deurag. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Geschäftsjahr 2024 nahmen fast alle der 25 größten Marktteilnehmer mehr an Beiträgen ein als sie für Schäden und Kosten ausgaben. Einzige Ausnahme war die Continentale Sachversicherung AG, die mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von 112,4 Prozent deutlich in der Verlustzone landete (VersicherungsJournal 6.11.2025).

Dies ist ein Ergebnis der Publikation „Branchenmonitor: Rechtsschutzversicherung 2025“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Aus dem Branchenmonitor lässt sich auch ablesen, dass auf Sechsjahressicht betrachtet vier der aufgelisteten Akteure versicherungstechnisch zum Teil tief in den roten Zahlen steckten. Drei weitere landeten nur so gerade eben in der Gewinnzone und schrieben weniger als zwei Cent Gewinn pro Beitragseuro.

Huk24 mit im Schnitt 107,5 Prozent

Die höchste Combined Ratio wird mit im Schnitt 107,5 Prozent für die Huk24 AG ausgewiesen. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote setzt sich aus der mit auf Sechsjahressicht niedrigsten Betriebskostenquote (7,5 Prozent) und der mit Abstand höchsten Schadenquote (100 Prozent) zusammen.

In den ersten drei Jahren des Betrachtungszeitraums lag die Combined Ratio zwischen 120 und 130 Prozent. Danach gelang dem Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Quote sank um 44 Prozentpunkte auf 82,5 Prozent, wodurch der Anbieter von der letzten Position im Jahr zuvor (15.12.2022) auf den sechsten Rang nach oben kletterte.

Bei erhöhten Durchschnittsbeiträgen verringerten sich laut Geschäftsbericht 2022 (PDF, 901 KB) sowohl die Schadenhäufigkeit als auch der Schadendurchschnitt. In der Folge verbesserte sich die Schadenquote von 118,7 auf 75,4 Prozent, was allerdings weiterhin den höchsten aller im Branchenmonitor aufgeführten Anbieter darstellt.

Zuletzt fiel die kombinierte Schaden-Kosten-Quote zweimal um etwa zehn Punkte höher aus, der Anbieter blieb mit knapp 93 beziehungsweisegut 90 Prozent jedoch deutlich in der Gewinnzone.

Einer der kleinsten Marktteilnehmer

Die Huk24 gehört zu den kleinsten Marktteilnehmern und liegt mit 156.589 Verträgen im Bestand an 22. Stelle beziehungsweise mit gut 20 Millionen Euro gebuchter Bruttoprämie auf Position 25. Das Unternehmen weist im Sechsjahresschnitt mit 374 (269) Prozent jeweils die mit Abstand höchste Rückstellungsquote (Schadenreservequote) auf.

Bei der Durchschnittsprämie pro Kontrakt kommt der Akteur mit rund 130 Euro auf den drittniedrigsten Wert. Zum Vergleich: Beim „Spitzenreiter“ Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG fällt der Wert mit etwa 313 Euro mehr als doppelt so hoch aus.

Auch Concordia in den roten Zahlen

Die Concordia Versicherungsgesellschaft a.G. kam im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 auf eine Combined Ratio von 105,3 Prozent. Sie lag als einziger Akteur in fünf der sechs betrachteten Jahre in der Verlustzone – mit Werten von bis zu 113 Prozent im vorletzten Jahr des Betrachtungszeitraums.

Dieser war geprägt von den Auswirkungen der Inflation und zunehmenden Massenschäden. Dies zog Reservestärkungen in Höhe von fast zehn Millionen Euro nach sich. Hinzu kamen Abwicklungsverluste in fast gleicher Höhe. Unter dem Strich fielen die Schadenaufwendungen mit 102,5 Millionen um mehr als ein Fünftel höher aus als vor Jahresfrist. Demgegenüber wuchsen die verdienten Bruttoprämien um nicht einmal ein Prozent auf 131,4 Millionen Euro (26.11.2024).

Zuletzt konnte das Unternehmen die kombinierte Schaden-Kosten-Quote um14 Prozentpunkte senken. Dies war vor allem darauf zurückzuführen, dass sich bei gestiegenem Umsatz (plus drei Prozent auf 135,4 Millionen Euro) der Schadenaufwand um ein Sechstel auf 85 Millionen Euro reduzierte. Hierzu trug auch ein wieder deutlich positives Abwicklungsergebnis bei.

Huk24, Concordia (Bild: Wichert)

Continentale und Deurag ebenfalls in der Verlustzone

In der Verlustzone befanden sich auf Sechsjahressicht auch die Continentale und die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG. Sie gaben rund zwei Cent mehr für Schäden und Kosten aus als sie einnahmen.

Jeweils weniger als zwei Cent Gewinn pro Beitragseuro schrieben die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG (NRV), die Örag Rechtsschutzversicherungs-AG und die DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Combined Ratio (Bild: Wichert)

Während die DEVK in allen betrachteten Jahren so gerade eben die Gewinnschwelle erreichte, landete die Örag einmal in den roten Zahlen (2021) und die NRV dreimal (2019 bis 2021).

Der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 654,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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