15.12.2022 (€) – Drei Viertel der Marktteilnehmer erzielten 2021 in Rechtsschutz Combined Ratios von unter 100 Prozent. Am profitabelsten war die Debeka, die nur etwa 64 Prozent der Einnahmen für Schäden und Kosten ausgab. Die Quote deutlich verbessern konnten neben den Koblenzern insbesondere die Mecklenburgische und die WGV. Dies ist dem „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zu entnehmen.
2021 gelang der Branche nach einem Verlustjahr versicherungstechnisch der Sprung zurück in die Gewinnzone. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote in Rechtsschutz sank um über vier Prozentpunkte auf 98,4 Prozent.
Jeder Vierte im roten Bereich
Dabei blieben sechs (2020: zwölf) der 25 größten Marktteilnehmer über der Marke von 100 Prozent. Am schlechtesten schnitt ein weiteres Mal die Huk24 AG ab – zuletzt mit fast 127 Prozent (VersicherungsJournal 15.12.2022).
Dies zeigt der „Branchenmonitor 2016-2020: Rechtsschutz-Versicherung“ von V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.
Debeka mit der niedrigsten Combined Ratio
Am profitabelsten war erneut die Debeka Allgemeine Versicherung AG. Dabei drückten die Koblenzer die Combined Ratio von 83,4 auf 64,2 Prozent. Laut Geschäftsbericht 2021 (PDF, 2,6 MB) fielen die Schadenaufwendungen „aufgrund niedrigerer Reserven“ mit 37,8 Millionen Euro um fast ein Drittel geringer aus als im Jahr zuvor.
Gleichzeitig stiegen sowohl die Einnahmen (plus 5,3 Prozent auf 97,1 Millionen Euro) als auch das Abwicklungsergebnis. In der Folge verminderte sich die Schadenquote um 20 Prozentpunkte auf den branchenweiten Topwert von 38,9 Prozent.
Weitere Anbieter mit sehr niedrigen Combined Ratios
Versicherungstechnisch fast 20 Cent Gewinn pro Beitragseuro schrieb die Mecklenburgische Versicherungs-Gesellschaft a.G. An dritter bis sechster Stelle folgen mit kombinierten Schaden-Kosten-Quoten von jeweils um die 86 Prozent die WGV-Versicherung AG, die ADAC Versicherung AG und die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH).
Letztere fiel wegen einer nur leichten Verbesserung um etwa drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr um drei Positionen zurück. Die ADAC Versicherung verbesserte sich um etwa 13 Prozentpunkte, die Mecklenburgische um rund 16 und die WGV sogar um fast 23 Prozentpunkte.
WGV und Mecklenburgische mit riesiger Verbesserung
Dadurch gelang der WGV nicht nur die Rückkehr in die Gewinnzone, sondern auch in die Spitzengruppe. Zum Vergleich: 2019 verzeichnete das Unternehmen die niedrigste Quote (26.11.2020). Im Vorjahr hatte sie sich, vor allem coronabedingt, um fast 30 Prozentpunkte verschlechtert (19.1.2022),
Die aktuelle Verminderung war nur zu einem sehr geringen Teil auf die Betriebskostenquote zurückzuführen, die um über einen Prozentpunkt auf 9,65 Prozent sank. Nur die Huk24 AG schaffte eine noch niedrigere Quote.
Die Mecklenburgische profitierte bei einer leicht gestiegenen Betriebskostenquote allein von der Schadenentwicklung. Einem um fast fünf Prozent gestiegenen Prämienvolumen standen um fast ein Viertel gesunkene Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle gegenüber.
Dazu wird im Geschäftsbericht 2021 (3,9 MB) ausgeführt: „Nachdem es im Vorjahr coronabedingt zu einem Anstieg der telefonischen Beratungsgespräche zu den Themen Reiserecht und Arbeitsrecht gekommen war, sank die Anzahl der Telefonate wieder, lag aber noch oberhalb des Anrufaufkommens in den Vorjahren.
Bezugsmöglichkeit
Der „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 553,35 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.





