7.7.2026 – Neugeborene Jungen können laut der neuen Sterbetafel 2023/2025 von Destatis der Statistik nach damit rechnen, 79,1 Jahre alt zu werden. Bei neugeborenen Mädchen sind es 83,6 Jahre. Bei den Jungen war mit 0,25 Jahren eine etwas stärkere Zunahme als bei den Mädchen (0,15 Jahre) im Vergleich zur Tafel 2022/2024 zu beobachten.
Nach der am Dienstag vom Statistischen Bundesamt (Destatis) vorgelegten Periodensterbetafel 2023/2025 betrug die statistische Lebenserwartung für 2025 neugeborene Jungen 79,1 Jahre. Für neugeborene Mädchen waren es 83,6 Jahre. Beides entspricht neuen absoluten Höchstständen.
Deutlicher Anstieg im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit
Im Vergleich zur Sterbetafel 2022/2024 stieg die Lebenserwartung mit rund 0,15 (0,25) Jahren bei den Mädchen (Jungen) – das entspricht knapp zwei beziehungsweise drei Monaten – erneut schwächer als ein Jahr zuvor.
Seinerzeit war es um 0,2 Jahre für die weiblichen und 0,4 Jahre für die männlichen Neugeboren aufwärts gegangen (VersicherungsJournal 22.7.2025), ein Jahr davor um jeweils 0,4 Jahre (21.8.2024).
Davor hatte sich die Lebenserwartung unter anderem Corona-bedingt um insgesamt 0,6 Jahre reduziert (27.7.2022, 12.7.2021). Zum Vergleich: Vor der Vorpandemiezeit (Sterbetafel 2017/2019) konnten 2019 geborene Männer (Frauen) der Statistik nach damit rechnen, 78,6 (83,4) Jahre alt zu werden (30.9.2020).
Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Ost und West
Wie das Amt weiter mitteilte, unterscheidet sich die Lebenserwartung bei Geburt in Ost- und Westdeutschland. Bezogen auf den Dreijahreszeitraum 2023/2025 errechnet sich eine Differenz in der Lebenserwartung bei Geburt bei den Männern von gut 1,4 Jahren zugunsten Westdeutschlands (West: 79,07, zu Ost: 77,63 Jahre).
Bei den Frauen waren es gut 0,1 Jahre zugunsten Ostdeutschlands (West: 83,40, zu Ost: 83,53 Jahre). Der Abstand blieb im Vergleich zur Dreijahresperiode 2022/2024 so gut wie unverändert. In den Jahren 1991/1993 war nach früheren Destatis-Angaben zufolge noch eine Differenz von 2,3 Jahren bei Frauen und 3,2 Jahren bei Männern festzustellen – jeweils zugunsten Westdeutschlands.
Die Statistiker hatten vor Jahresfrist darauf hingewiesen, dass bei den Frauen seit der Sterbetafel 2012/2014 kaum noch eine Differenz zwischen Ost und West auftritt. Es werde angenommen, dass Verbesserungen in der medizinischen Versorgung und bei den allgemeinen Lebensbedingungen im Osten zu dieser raschen Anpassung beigetragen hätten.
50-jährige Herren haben durchschnittlich noch gut 30 Jahre vor sich
20-jährige Männer können nach der aktuellen Tafel im statistischen Mittel damit rechnen, 79,3 Jahre alt zu werden. Für 50-Jährige liegt der Wert bei fast 80,6 Jahren, für 80-Jährige bei genau 88,2 Jahren.
20-jährige Frauen können der Statistik zufolge damit rechnen, gut 83,8 Jahre alt zu werden. Für 50-Jährige liegt der Wert bei knapp 84,6 Jahren, für 80-Jährige bei über 89,7 Jahren.
Im Vergleich zur Sterbetafel 2000/2002 ist die Lebenserwartung für männliche (weibliche) Neugeborene um mehr als drei (annähernd zwei) Jahre gestiegen. Bei den 50-Jährigen fiel die fernere Lebenserwartung um mehr als 2,6 Jahre (Männer) beziehungsweise fast 1,8 Jahre (Frauen) höher aus, bei den 80-Jährigen 1,15 Jahre (Herren) beziehungsweise ein Jahr höher (Damen).
Unterschiede in den Bundesländern
Deutliche Unterschiede zeigen sich auf der Ebene der einzelnen Bundesländer. So liegt die Lebenserwartung bei Geburt für einen Jungen in einer Spannbreite zwischen knapp 76,4 Jahren in Sachsen-Anhalt und fast 80,3 Jahren in Baden-Württemberg.
Bei den Mädchen sind es statistisch minimal 82 Jahre im Saarland und maximal 84,4 Jahre in Baden-Württemberg, wie aus den jetzt von Destatis vorgelegten Daten weiter hervorgeht.
Das Amt teilte weiter mit, dass die Differenz in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern zugunsten der Frauen in Baden-Württemberg mit knapp über vier Jahren am geringsten und mit mehr als sechs Jahren in Mecklenburg-Vorpommern am größten ist.
Auf Basis des Zensus 2022
Die Statistiker wiesen vor zwei Jahren ausdrücklich darauf hin, dass die Korrekturen der Bevölkerungszahlen im Rahmen des Zensus 2022 (26.6.2024) zu einer geringeren Lebenserwartung bei Geburt bei beiden Geschlechtern führten.
„Sie ist um etwa 0,1 Jahre geringer, als eine Berechnung basierend auf der bisherigen Bevölkerungsfortschreibung des Zensus 2011 für den gleichen Zeitraum. Die Ergebnisse des Zensus 2022 sind ab der Sterbetafel 2021/2023 berücksichtigt.“
Versicherer mit eigenen Sterbetafeln
Auch für die Versicherer sind Lebenserwartung und Sterbewahrscheinlichkeit wichtige Größen für die Tarifkalkulation. Allerdings arbeitet die Versicherungswirtschaft nicht mit den Destatis-Daten.
Hierzu hatte die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV) vor einigen Jahren auf Anfrage erklärt, dass bei den DAV-Sterbetafeln grundsätzlich beachtet werden müsse, dass Versicherer bei Renten- oder Lebensversicherungsverträgen langfristige Garantien aussprechen würden.
Sie seien deshalb vom Gesetzgeber verpflichtet worden, die Versicherungstarife vorsichtig zu kalkulieren. „Aufgrund dieser Sicherheitszuschläge weichen die Daten der DAV zur Sterblichkeit der Versicherten nachweislich von den Zahlen der Bevölkerung, die durch das Statistische Bundesamt errechnet werden, ab“ (23.4.2015).
Jährliche Aktualisierung in der PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Sterbetafeln seit 2007 jährlich aktualisiert. „Da die Krankheitskosten in der Regel mit zunehmendem Alter steigen, kommt den Sterbe-Wahrscheinlichkeiten eine sehr hohe Bedeutung zu“, erläutert die Aktuarvereinigung in der Ausgabe 41 von „Aktuar Aktuell“, dem Verbandsorgan der DAV.
„Die PKV-Sterbetafeln berücksichtigen, dass die Lebenserwartung der Versicherten höher ist als in der Gesamtbevölkerung. Durch regelmäßige Aktualisierungen dieser Sterbetafeln werden sprunghafte Beitragsänderungen aufgrund steigender Lebenserwartung vermieden“, heißt es weiter.






