9.11.2023 (€) – Im Geschäft mit Rentenpolicen erzielte 2022 die Allianz den mit Abstand höchsten Neuzugang (eingelöste Versicherungsscheine Hauptversicherung). Sie behauptete auch mit riesigem Vorsprung die Spitzenposition in der Bestandsrangliste. Die Ergo Vorsorge baute den Vertragsbestand am stärksten aus, während die Targo und die Allianz die größten Rückgänge zu verzeichnen hatten. Dies ist dem Map-Report 931 zu entnehmen.
Die deutschen Lebensversicherer verzeichneten im Geschäftsjahr 2022 mit rund 4,4 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung den historisch niedrigsten Neuzugang (VersicherungsJournal 12.7.2023).
Etwa ein Sechstel davon – knapp 641.500 Stück – war den Rentenversicherungen zuzuordnen. Dies ist dem Map-Report Nummer 931 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2022“ (8.11.2023) zu entnehmen.
Allianz mit fast 90.000 Renten-Neuabschlüssen
Betrachtet man die Verteilung auf die einzelnen Gesellschaften, so fällt vor allem die Dominanz der Allianz Lebensversicherungs-AG auf. Mit knapp 90.000 neuen Rentenpolicen bestätigte die Gesellschaft ihre Marktbedeutung.
Trotz eines Rückgangs um erneut etwa 40 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor liegt der Anteil am eingelösten Neuzugang bei rund einem Siebtel. Im Jahr zuvor war es noch über ein Sechstel, drei Jahre zuvor sogar noch weit über ein Viertel (20.1.2021).
Die zwei ärgsten Verfolger
Zum Vergleich: Die zwei ärgsten Verfolger kommen zusammen nur auf gut 73.000 Neuverträge in diesem Bereich. Für die Nürnberger Lebensversicherung AG stand dabei ein Neuzugang von rund 41.400 eingelösten Scheinen zu Buche. Bei der Targo Lebensversicherung AG waren es knapp 31.650 Stück.
Bei jeweils um die 27.000 Neuverträgen lagen die Baloise Lebensversicherung AG Deutschland und die HDI Lebensversicherung AG. Jeweils um die 25.000 neue Rentenpolicen akquirierten die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG, die R+V Lebensversicherung AG und die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.
Die Akteure mit den größten Veränderungen beim Neuzugang
56 Gesellschaften hatten einen niedrigeren Neuzugang als vor Jahresfrist. Nur zwölf Anbieter konnten sich steigern. Darunter war auch die Signal Iduna Lebensversicherung AG, die in ihrem ersten Geschäftsjahr (2.12.2021) 17.213 Rentenversicherungen neu akquirierte. Zum Vergleich: Die im Gegenzug Ende 2021 für das „normale“ Neugeschäft geschlossene Signal Iduna Lebensversicherung a.G. hatte einen Rückgang von 19.608 (auf 2.101) Stück zu verzeichnen.
Einen mittleren fünfstelligen Zuwachs erzielte die Nürnberger Lebensversicherung AG, während die Hannoversche Lebensversicherung AG um etwa 1.900 (auf über 7.600 Neuverträge) und der HDI um etwa 1.100 zulegte.
Andererseits löste die Allianz fast 61.000 Scheine weniger ein als vor Jahresfrist. Rückgänge im fünfstelligen Bereich standen ansonsten nur noch für die R+V, die Hansemerkur Lebensversicherung AG und die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG zu Buche.
Die Anbieter mit den größten Bestandsveränderungen
Ihren Bestand an Rentenpolicen ausbauen konnten nur 21 der im Map-Report aufgeführten 75 Gesellschaften. Am stärksten legte die Ergo Vorsorge zu (plus 17.051 auf 165.103 Kontrakte). Um rund 16.000 Verträge wuchs die Baloise (auf 266.525), um jeweils etwa 11.500 die Nürnberger und der HDI (auf 374.902).
Verluste von jeweils über 71.000 Stück hatten die Allianz und die Targo hinzunehmen. Um jeweils knapp 50.000 Policen schrumpften die Debeka und die R+V, um jeweils gut 30.000 die Run-off-Gesellschaften Proxalto Lebensversicherung AG und Ergo Lebensversicherung AG.
Die größten Rentenversicherer
Die Rangliste der Gesellschaften mit dem größten Bestand an Rentenpolicen wird trotz der Verluste unverändert von der Allianz angeführt. Mit über 5,2 Millionen Verträgen kommt das Unternehmen auf einen mehr als dreimal so großen Wert wie die R+V (knapp 1,6 Millionen) und die Debeka (gut 1,5 Millionen). Der Abstand blieb bei etwa 60.000 Kontrakten.
Dahinter folgt weiterhin die Generali Deutschland Lebensversicherung AG an vierter Stelle. Die Nürnberger zog an der SV vorbei auf Rang fünf und verkürzte zugleich den Rückstand auf die Generali von über 30.000 auf unter 6.000 Verträge. Die SV vergrößerte den Vorsprung auf die weiterhin an siebter Position liegende Proxalto. Die Bestände der vier vorgenannten Anbieter liegen zwischen 856.500 und 793.300 Verträgen.
Für die Ergo reichte es mit knapp 681.000 Policen weiterhin zu Platz acht. Dahinter folgen ebenfalls in unveränderter Reihenfolge die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, die Württembergische Lebensversicherung AG, die Axa Lebensversicherung AG, die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. und die Alte Leipziger mit jeweils über 600.000 Verträgen.
Bezugshinweis
Der Map-Report Nummer 931 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2022“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält auf 198 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2022, zum Teil auch 2021) von bis zu 77 Anbietern.
Das Heft ist als E-Paper ab 457,56 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.







