4.5.2026 – Unter den Marktgrößen (mehr als elf Millionen Verträge) in der Schaden-/Unfallversicherung hat der LVM sowohl absolut als auch prozentual den Bestand am stärksten gesteigert. Verluste hatten Allianz, Axa, Ergo und Generali hinzunehmen. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
In den zurückliegenden Jahren ist der Vertragsbestand in der Schaden- und Unfallversicherung kräftig gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus von 2019 auf 2024 etwa ein Sechstel (auf zuletzt über 377 Millionen Policen).
18 Mal Rückgang, 32 Mal Zuwachs in der Kompositversicherung
Laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ konnten 32 Akteure zulegen (VersicherungsJournal 15.4.2026). 18 Anbieter hatten hingegen Rückgänge hinzunehmen.
Die Analyse von V.E.R.S. Leipzig enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach gebuchten Bruttoprämien größten Akteure mit 87 Prozent Marktanteil.
Vier Platzhirsche mit Verlusten
Von den Marktgrößen mit mehr als elf Millionen Policen konnte die Hälfte nicht zulegen. Dies waren neben Marktführerin Allianz Versicherungs-AG auch die Ergo Versicherung AG, die Axa Versicherung AG und die Generali Deutschland Versicherung AG.
Die Ergo büßte mit fast einer halben Million (auf 11,8 Millionen) Kontrakte am stärksten ein. Bei der Axa betrug das Minus fast 300.000 (auf unter 11,7 Millionen) Stück, bei der Generali knapp 220.000 (auf unter 12,3 Millionen) Policen.
Dabei kehrten die Kölner nach einem deutlichen Rückgang (31.3.2022) in die Gewinnspur zurück. Nach einer „schwarzen Null“ (26.6.2023) nahm die Wachstumsdynamik über 0,2 Prozent (4.4.2024) auf 1,3 Prozent zu. Zuletzt verlor das Unternehmen dann wieder knapp ein Prozent.
Ergo und Generali wuchsen zweimal, die Allianz nur einmal
Die Ergo und die Generali konnten beide 2022 sowie 2023 zulegen, wuchsen dabei aber jeweils nur um weniger als ein Prozent. Die Düsseldorfer hatten 2021 mit fast vier Prozent den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Dies ging vornehmlich auf einen Sondereffekt in der Haftpflichtversicherung zurück, der in etwa 360.000 Kontrakte kostete (1.2.2023)
Die Generali verlor zu Beginn des Beobachtungszeitraums mit knapp zwei Prozent am stärksten. Dies betraf mit Verminderungen im mittleren fünfstelligen Bereich vor allem die Sparten Haftpflicht (24.2.2022) und Unfall (7.2.2022).
Die Allianz büßte mit etwa 475.000 Policen ebenfalls vergleichsweise stark ein. Sie konnte nur im Jahr 2022 die Zahl der verwalteten Verträge ausbauen. „Ein Bestandswachstum erzielten vor allem die Privatschutz- und Firmen-Sachbranchen“, wird im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 2,6 MB) hervorgehoben.
Das Unternehmen baute seinen Vertragsbestand im sechsstelligen Bereich in Kraftfahrt (23.1.2024) und jeweils im mittleren fünfstelligen Bereich in den Sparten Hausrat (29.1.2024) und Haftpflicht (12.2.2024) aus.
So legten die übrigen Marktgrößen zu
Das stärkste Wachstum unter den Branchenschwergewichten schaffte der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G., der seinen Vertragsbestand um über 3,1 Millionen (auf über 17 Millionen) Stück ausbaute.
Die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG legte um gut zwei Millionen (auf fast 17,1 Millionen) Verträge zu, die R+V Allgemein Versicherung AG um fast 700.000 (auf über 14 Millionen) und die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg um knapp 200.000 (auf 13,4 Millionen) Stück.
LVM mit der höchsten Zuwachsrate
Auch relativ gesehen hatte LVM die Nase vorn, und zwar mit einem Plus von fast 23 Prozent. Um ein knappes Siebtel wuchs die Huk-Coburg-Allgemeine, um fünf Prozent die R+V und knapp 1,5 Prozent der Huk-Coburg VVaG.
Hingegen schrumpft die Ergo mit annähernd vier Prozent am stärksten. Um 2,5 bis 1,4 Prozent verminderte sich die Zahl der verwalteten Verträge bei der Axa, der Generali und der Allianz.
Details zu den Wachstumsgewinnern
Der LVM und die R+V legten kontinuierlich zu. Die Münsteraner schafften zu Beginn und zum Ende des Beobachtungszeitraums jeweils gut drei Prozent Bestandsausbau. 2021 hatte es – getragen von der Wohngebäude- (3.4.2023), der Hausrat- (13.4.2023) und der Haftpflichtversicherung (30.3.2023) – zu fast acht Prozent Wachstum gereicht.
Die R+V wuchs ohne größere Schwankungen zwischen 1,8 und 0,4 Prozent, zuletzt wieder mit leicht steigender Tendenz. Bei der Huk-Coburg-Allgemeinen verlangsamte sich das Wachstumstempo immer weiter und drehte zuletzt sogar ins Negative. Ähnlich verlief die Entwicklung beim Huk-Coburg VVaG, nur dass dieser zuletzt zweimal in Folge Bestandsverluste, wenn auch nur minimale, hinzunehmen hatte.
Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.







