Die unprofitabelsten Kfz-Haftpflichtversicherer

1.7.2026 – Auf Sechsjahressicht kam die Nürnberger mit im Schnitt 115,5 Prozent auf die höchste Combined Ratio in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Deutlich in der Verlustzone lagen auch die Alte Leipziger, die DEVK Allgemeine und die BGV. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Geschäftsjahr 2024 gab fast jeder zweite der 50 umsatzstärksten Autoversicherer in der Sparte Kfz-Haftpflicht mehr für Schäden und Kosten aus als er einnahm. Dabei machte die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG versicherungstechnisch sogar mehr als 43 Cent Verlust pro Beitragseuro (VersicherungsJournal 17.11.2025).

Am profitabelsten war hingegen die VHV Allgemeine Versicherung AG mit einer Combined Ratio von nicht einmal 80 Prozent (17.11.2025). Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.

Nürnberger mit im Schnitt 115,5 Prozent

Aus dem Monitor lässt sich auch ablesen, dass es auf Sechsjahressicht betrachtet immerhin 41 der aufgelisteten Akteure in die Gewinnzone schafften (1.7.2026). Die verbleibenden neun Anbieter steckten versicherungstechnisch zum Teil tief in den roten Zahlen. Die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 wies ebenfalls die Nürnberger auf – mit 115,5 Prozent.

Zwischen sechs und fünf Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben in diesem Zeitraum die Alte Leipziger Versicherung AG, die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG und die BGV-Versicherung AG.

Nur knapp in der Verlustzone landeten die Debeka Allgemeine Versicherung AG, die Mannheimer Versicherung AG, die WGV-Versicherung AG und die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt). Mit einer „roten Null“ schnitt die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa) ab.

Hohe Combined Ratio (Bild: Wichert)

Drei Versicherer durchgängig im roten Bereich

In allen sechs Jahren über der Marke von 100 Prozent lagen nur die Nürnberger, die Alte Leipziger und die DEVK Allgemeine. Bei Letzterer waren es bestenfalls 101,2 Prozent (2021), im schlechtesten Fall 112,2 Prozent im Jahr darauf. Letzteres entsprach der marktweit fünfthöchsten Quote. Die Alte Leipziger lag zwischen 102,5 (2022) und 110,2 Prozent (2023).

Nach anfänglich moderaten Verlusten zwischen etwa einem und gut fünf Cent pro Beitragseuro zeigte die Kurve bei der Nürnberger immer weiter nach oben. Im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums fiel die Combined Ratio um über 20 Prozentpunkte höher aus als ein Jahr zuvor.

Die Nürnberger war zuletzt in Komposit tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte ein umfangreiches Sanierungsprogramm gestartet (8.4.2025, 11.2.2025). Bei dem Unternehmen, das mittlerweile an die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) verkauft wurde (17.10.2025, 19.5.2026), standen um ein Elftel gesunkene Schadenaufwendungen einem um ein Neuntel auf 83 Millionen erhöhten Umsatz gegenüber.

Nürnberger, DEVK Allg., Alte Leipziger (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Auch bei der Mannheimer fiel die kombinierte Schaden-Kosten-Quote zuletzt um über 20 Prozentpunkte höher aus. Dabei nahm der Schadenaufwand um fast die Hälfte auf 43 Millionen Euro zu, während die Einnahmen „nur“ um ein Neuntel auf 46 Millionen Euro stiegen.

Die Gesellschaft führt den erhöhten Aufwand im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 821 KB) „auf eine erhöhte Schadenhäufigkeit sowie ein gestiegenes Großschadenvolumen zurück“. Als weiterer Grund werden „inflationsbedingt hohe Kosten für Ersatzteile und Werkstattleistungen“ angeführt.

Ihre höchste Combined Ratio erzielte die Gesellschaft 2022 mit über 118 Prozent. Seinerzeit schnitt nur ein Marktteilnehmer noch schlechter ab (19.8.2024). In den Jahren 2020, 2021 und 2023 nahm die Mannheimer mehr an Prämien ein als sie für Schäden und Kosten ausgab.

Der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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