29.10.2025 (€) – In der am Dienstag veröffentlichten Neuauflage des Produktratings Kraftfahrzeugversicherung hat Franke und Bornberg 324 Produkte von 76 Anbietern unter die Lupe genommen. Die Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) erhielt gut jede vierte Offerte – verteilt auf fast zwei Drittel der Produktgeber. Ein weiteres Viertel bekam ein „FFF“ („sehr gut“). Etwa ein Fünftel schnitt nur „ausreichend“ („F+“) oder schlechter ab.
Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Rating von Kraftfahrzeugversicherungen neu aufgelegt und am Dienstag die aktualisierten Ergebnisse veröffentlicht. Dabei haben die Analysten auf die vor zwei Jahren veränderte Bewertungssystematik (VersicherungsJournal 26.10.2023) zurückgegriffen.
Als Quellen für das Rating wurden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.
Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.
Bewertung von null bis 100 und Mindeststandards
Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.
Die Klassen sind den Angaben zufolge „in ihrer Bandbreite so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Zusätzlich werden Mindeststandards berücksichtigt“. Die sieben Bewertungsklassen reichen von „FFF+“ („hervorragend“) bis „F-“ („ungenügend“).
Untersuchungsgegenstand ist eine Kombination von Haftpflicht, Voll- und Teilkasko sowie Zusatzbausteinen. Insgesamt gingen in die Ratingbewertung 73 Prüfkriterien ein. Für die Bestnote war erforderlich, mindestens 85 Prozent der Maximalpunktzahl von 6.575 zu erreichen sowie auch zusätzliche Mindeststandards zu erfüllen.
Hierzu gehören den Angaben zufolge unter anderem mindestens 15 Millionen Euro Deckungssumme bei Personenschäden, eine Kauf- und Neupreisentschädigung von mindestens 24 Monaten sowie kein Abzug „neu für alt“. Weitere Details zur Methodik können in den Bewertungsgrundlagen (PDF, 248 KB) nachgelesen werden.
Noten von „hervorragend“ bis „mangelhaft“
Die Analysten haben 324 (Vorjahr: 367) Tarife von 76 (79) Gesellschaften unter die Lupe genommen und an mehr als (fast) jedes vierte Angebot die Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) vergeben.
Ein knappes (2024: gutes) Viertel wurde mit „sehr gut“ (FFF) bedacht, weiterhin jeweils ein knappes Viertel wurde mit einem „gut“ („FF+“) und „ausreichend“ („F+“) belegt. Etwa jede 19. (Vorjahr: 18.) Offerte erhielt ein „FF“ („befriedigend“). Für einen Testkandidaten reichte es nur zu einem „mangelhaft“ („F“).
64 Prozent der Anbieter erreichen die Höchstnote
Zu den Anbietern mit mindestens einem „FFF+“-Produkt gehören in alphabetischer Reihenfolge
- ADAC Autoversicherung AG,
- Adcuri GmbH
- Allianz Versicherungs-AG,
- Alte Leipziger Versicherung AG,
- Axa Versicherung AG,
- Baloise Sachversicherung AG Deutschland,
- Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG,
- Bavariadirekt Versicherung AG,
- BGV-Versicherung AG,
- Concordia Versicherungsgesellschaft a.G.,
- Continentale Sachversicherung AG
- Cosmos Versicherung AG,
- DBV Deutsche Beamtenversicherung, Zweigniederlassung der Axa Versicherung AG,
- DEVK Allgemeine Versicherungs-AG,
- Dialog Versicherung AG,
- Ergo Versicherung AG,
- Europa Versicherung AG
- Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG,
- Generali Deutschland Versicherung AG,
- Gothaer Allgemeine Versicherung AG,
- Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG,
- Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG,
- HDI Versicherung AG,
- Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG,
- Huk24 AG,
- Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG,
- Kravag Allgemeine Versicherungs-AG,
- Kravag Logistik Versicherungs-AG,
- Öffentliche Sachversicherung Braunschweig,
- Provinzial Nord Brandkasse AG,
- Provinzial Versicherung AG,
- PVAG Polizeiversicherungs-AG,
- R+V Allgemeine Versicherung AG,
- Rheinland Versicherungs AG,
- Rhion Versicherung AG,
- Saarland Feuerversicherung AG,
- Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG,
- Sparkassen Direktversicherung AG (S-Direkt),
- Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG,
- SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG,
- Universa Allgemeine Versicherung AG,
- Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG (VRK),
- Versicherungskammer Bayern (VKB),
- Verti Versicherung AG,
- VHV Allgemeine Versicherung AG,
- Vödag Versicherung für den öffentlichen Dienst, Zweigniederlassung der Adler Versicherung AG,
- WGV-Versicherung AG,
- Württembergische Versicherung AG und
- WWK Allgemeine Versicherung AG.
Neu in diese Gruppe vorgestoßen sind im Vergleich zum Vorjahr (7.11.2024) die PVAG, die Signal Iduna und die Vödag.
Die tagesaktuell gepflegte, vollständige Rangliste kann auf dieser Internetseite eingesehen werden.
Fazit der Analysten
FuB hebt hervor, dass die Neuerungen auf der Leistungsseite aktuell überschaubar seien. Laut dem FuB-Geschäftsführer konzentrieren sich viele Versicherer „auf Elektrofahrzeuge. In Top-Tarifen wird der Abzug ‚neu für alt‘ bei Akkus oft zeitlich nach hinten verlagert oder sogar ganz gestrichen.“ Starke Tarife zahlten mittlerweile ebenfalls für Zustandsdiagnostik von Akkus und das Lagern im Wassercontainer nach einem Unfall.
Nach Beobachtung der Analysten wird allerdings nicht alles besser. Denn einige Anbieter erhöhten den Abzug bei Verstoß gegen die vertragliche Werkstattbindung von 15 auf 20 Prozent, wird hervorgehoben.
Zum Prämienniveau wird angemerkt, dass diese auch 2026 steigen würden, wenn auch moderater als im laufenden Jahr (23.10.2025, 21.5.2025). Besonders gelte dies für Vollkasko-Tarife, die von den hohen Kosten für Werkstätten (8.10.2025, 2.10.2025) und Ersatzteile (9.10.2025) in besonderem Maße betroffen seien.





