18.12.2018 (€) – Die „Analyse Beitragsstabilität“ für Biometrieprodukte von Morgen & Morgen hat bei den Lesern des VersicherungsJournals für Aufregung und Entrüstung gesorgt. Stein des Anstoßes ist die Höchstnote für die WWK, die erst zu Jahresanfang über bis zu 40-prozentige Preiserhöhungen bei ihren Risikotarifen informiert hatte. Das Analysehaus hat dazu ausführlich Stellung genommen.
Anfang des Jahres war die WWK Lebensversicherung a.G. in die Schlagzeilen geraten. Der Versicherer hatte seinerzeit deutliche Preiserhöhungen für Risikotarife (Berufsunfähigkeit (BU) und Risikoleben) bekanntgegeben (VersicherungsJournal Medienspiegel 7.1.2018). Dies hatte hohe Wellen im Vertrieb und in der Fachöffentlichkeit geschlagen (VersicherungsJournal 29.1.2018, 8.2.2018).
Leserreaktionen: „fragwürdige“ und „merkwürdige“ Ergebnisse
Vor diesem Hintergrund betrachtet, ist den VersicherungsJournal-Lesern übel aufgestoßen, dass die WWK dennoch in der jüngst von der Morgen & Morgen GmbH (M&M) veröffentlichten „M&M Analyse Beitragsstabilität“ die Höchstnote „hervorragend“ erhielt (VersicherungsJournal 14.12.2018).
Die Leserin und WWK-Kundin Peggy Hofmann beispielsweise berichtete von einer 35-prozentigen Beitragserhöhung bei ihrer BU-Versicherung. „Wie kann das sein, dass die WWK mit solchen Beitragserhöhungen die Bestbewertung erhält? Die Testmethode ist doch mehr als fragwürdig“, so Hofmann in ihrem Leserbrief.
Der Leser Rudolf Schmitz bezeichnete die Höchstnote für die WWK als „schon merkwürdig“. Er überlegte in seiner Zuschrift, ob man nun auch noch die Ratings von M&M in Frage stellen müsse, beantwortete dies dann aber gleich selbst: „Aber wahrscheinlich führte wohl gerade dieser Beitragsschub für die benötigte, zukünftige Beitragsstabilität.“
Lesermeinung: Glaubwürdigkeit geht verloren
Dem Leser Mario Ehrig wurde ob des Ratings „gleich schwindelig“. Der Makler geht allerdings davon aus, dass das Analysehaus in Fachkreisen an Glaubwürdigkeit verlieren wird. „Liebe Spezialisten des Vergleiches“, machte Ehrig seinem Ärger Luft, „Ihr wollt uns Maklern doch nicht erzählen, dass die WWK bei der Auswertung der sechs Teilbereiche ein ‚hervorragend‘ verdient hat, oder etwa doch?“
In seinem Kommentar rät der Makler den Analysten: „Bitte prüfen Sie doch noch einmal deren BU-Beitragsstabilität in den letzten fünf Jahren und deren Brutto-Netto-Spread. Wenn Sie mir als Makler nicht glauben, fragen Sie bitte die vielen Tausend getäuschten Kunden.“
Stellungnahme von Morgen & Morgen
Morgen & Morgen konnte in einer Stellungnahme zwar die Aufregung „aufgrund der medialen Aufmerksamkeit, die die Überschusssenkung Anfang dieses Jahres verursachte“, nachvollziehen.
Dennoch stellte das Analysehaus klar, dass man mit der „M&M Analyse Beitragsstabilität“ einen objektiven Blick auf die Zukunft richten wolle. So habe man mit der Analyse einen prospektiven Ansatz verfolgt, „um eine Aussage für zukünftige Beitragssteigerungen machen zu können“.
Gesamtbild versus Teilwertung
Ein Faktor hierzu sei eine Vergangenheits-Betrachtung zur Überschusssenkung. In diesem Teilbereich sei die WWK mit der Teilwertung „schwach“ bewertet worden.
„Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass die WWK in jedem der ausgewerteten Jahrgänge ihre Garantieverpflichtungen des Rechnungszinses aus den Kapitalerträgen decken konnte. Auch in den Bilanzkennzahlen erreicht die WWK fast die Bestbewertung (‚++?), welche nur elf Versicherer am BU-Markt erreichen“, erläutert M&M in der Stellungnahme.
Mit einer Brutto-Netto-Spreizung von 33 Prozent (BU) und acht Prozent (Risikoleben) ist die WWK nach Aussage des Analysehauses „nicht mehr in einem Bereich, in welchem sich eine überproportionale Beitragssteigerung noch ergeben kann. Mit einer ‚Netto-Solvency-II-Bedeckungsquote' von 200 Prozent ist sie auch für zukünftige Krisenereignisse gerüstet“, wird hervorgehoben.
Abschließend wies Morgen & Morgen darauf hin, dass sich die WWK trotz des negativen medialen Echos der Befragung gestellt und sämtliche Daten zu der Abfrage geliefert habe, „ohne Details zu verstecken“.




