Bei diesen Krankenvollversicherern wird am meisten umgedeckt

7.9.2020 (€) – 2019 wurde ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag an Alterungsrückstellungen zwischen den privaten Krankenversicherern verschoben. Auf den größten Nettoverlust kam die DKV, während die Hansemerkur im Saldo die größten Zuflüsse zu verzeichnen hatte. Dies zeigt der Map-Report Nummer 916 „Bilanzrating Private Krankenversicherung 2019“.

Vollversicherte, die den Anbieter wechseln, können seit der Gesundheitsreform 2009 die Alterungsrückstellungen teilweise zum neuen Versicherer mitnehmen, sofern der Vertrag ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde.

In den Geschäftsjahren 2014 bis 2018 lag der Geldfluss zwischen den privaten Krankenversicherern zwischen 50 und 80 Millionen Euro (VersicherungsJournal 12.10.2015, 14.10.2016, 22.8.2017, 21.8.2018, 29.7.2019). In den Jahren davor waren es zum Teil weit über 100 Millionen.

2019 wanderte erneut ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag zwischen den Anbietern hin und her. Dies ist dem letzte Woche erschienenen Map-Report Nummer 916 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2019“ (31.8.2020) zu entnehmen. Im vergangenen Jahr erhielten die in dem Heft aufgeführten 24 Gesellschaften in Summe rund 35 Millionen Euro von anderen Unternehmen.

Fast jeder Dritte macht im Geschäftsbericht keine Angaben

Die tatsächliche Summe dürfte noch ein stückweit größer sein. Denn nicht alle Anbieter weisen in ihren Geschäftsberichten aus, wie viel Alterungsrückstellungen sie von Wettbewerbern erhalten beziehungsweise an diese abgegeben haben. Hierzu gehören die:

Für die Axa liegen letztmals ausführliche Daten für 2016 vor. Bei den Kölnern standen seinerzeit deutlich über fünf Millionen Euro an erhaltenen Alterungsrückstellungen fast 17 Millionen Euro an abgegebenen Rückstellungen gegenüber. Dies ergab einen negativen Saldo von 11,6 Millionen Euro.

Die frühere Central hatte 2014 knapp 20 Millionen Euro und 2013 sogar 46 Millionen Euro mehr an Alterungsrückstellungen abgegeben als erhalten. In den Folgejahren hatte die Generali-Tochter keine Zahlen mehr zur Portabilität der Alterungsrückstellungen im Geschäftsbericht veröffentlicht.

15 Anbieter mit negativem, zehn mit positivem Saldo

Für das Geschäftsjahr 2019 gibt die Generali Deutschland Kranken immerhin einen negativen Saldo von 4,1 Millionen Euro an, schlüsselt aber nicht nach erhaltenen und abgegebenen Rückstellungen auf. Gleiches gilt auch für die DKV, die rund 6,6 Millionen Euro mehr abgab als hinzugekommen sind.

Ähnlich viel (über 5,2 Millionen Euro) verlor nur noch die Gothaer Krankenversicherung AG (erhalten: 0,78 Millionen Euro; abgegeben: sechs Millionen Euro). Über eine Million Euro mehr abgegeben als bekommen haben unter den 15 „Verlierern“ ansonsten nur noch die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK), die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK), die UKV – Union Krankenversicherung AG und die Allianz Private Krankenversicherungs-AG.

Verlierer bei den Alterungsrückstellungen (Bild: Wichert)

Im Vergleich zu 2018 hat sich der Saldo bei der DKV um ein Drittel vermindert, bei der Allianz sogar mehr als halbiert. Die BBKK hatte 2019 noch einen ausgeglichenen Saldo vermeldet.

Die Anbieter mit den größten Zuflüssen

Den größten Nettozufluss erzielte im vergangen Jahr ein weiteres Mal die Hansemerkur Krankenversicherung AG. Der Saldo von aktuell 12,7 Millionen Euro lag deutlich unter dem des Vorjahres (über 17 Millionen Euro) und leicht über dem den Vorvorjahres. 2019 erhielt das Unternehmen 22,6 Millionen Euro und gab 9,9 Millionen Euro ab.

Vergleichsweise hohe Nettozuwächse (zwischen 7,5 und 6,5 Millionen Euro) werden ferner für folgenden Gesellschaften ausgewiesen: die Continentale Krankenversicherung a.G. (12,7 zu 5,2 Millionen Euro), den Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. (9,3 zu 2,6 Millionen Euro) und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (13,2 zu 6,6 Millionen Euro).

Gewinner bei den Alterungsrückstellungen (Bild: Wichert)

Während sich die Übertragungswerte bei der Continentalen und der Debeka leicht erhöht haben, ging es bei der Signal Iduna um fast 50 Prozent bergab.

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Der Map-Report Nummer 916 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2019“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 128 Seiten Übersichten zu insgesamt 26 Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2019) von bis zu 37 Anbietern. Zu den Kennzahlen gehören neben den Übertagungswerten unter anderem auch die Abschlusskosten (2.9.2020, 2.9.2020).

Zudem haben die Analysten erstmals ein Bilanz-Rating veröffentlicht, dessen Ergebnisse ebenfalls in dem Heft publiziert wurden. Das Heft ist als E-Paper ab 353,85 Euro brutto über die Bestellseite von Franke und Bornberg zu beziehen.

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