25.6.2026 – Die R+V verdiente im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 mit knapp 19 Cent pro Beitragseuro am wenigsten unter den Branchenriesen (mindestens 130 Millionen Euro Umsatz und/oder 900.000 versicherte Risiken). Am profitabelsten war die Huk-Coburg VVaG mit einer Combined Ratio von 65,4 Prozent. Das zeigt der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 nahm zwar jeder der 50 größten Hausratversicherer mehr ein, als er für Schäden und Kosten ausgab. Drei von ihnen schrieben versicherungstechnisch allerdings weniger als fünf Cent Gewinn pro Beitragseuro (VersicherungsJournal 3.6.2026). Hingegen gaben fünf Gesellschaften weniger als 60 Prozent der Prämieneinnahmen aus (3.6.2026).
Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Publikation erfasst zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in dieser Sparte mit rund 92 Prozent Marktanteil. Zu den aufgelisteten Kennzahlen gehören unter anderem auch die Betriebskostenquoten (25.6.2026).
Huk-Coburg VVaG am profitabelsten
Von den zehn Branchenschwergewichten mit mindestens 130 Millionen Euro Prämienvolumen und/oder mehr als 900.000 versicherten Risiken (4.12.2025) verdienten, bis auf drei Ausnahmen, alle mehr als 20 Cent pro Beitragseuro.
Zu diesem Trio gehören die R+V Allgemeine Versicherung AG, die Axa Versicherung AG und die Ergo Versicherung AG, die im Sechsjahresschnitt allerdings im schlechtesten Fall auf eine Combined Ratio von 81,3 Prozent kamen. 78,8 Prozent waren es bei der Generali Deutschland Versicherung AG, 77,4 Prozent bei der Allianz Versicherungs-AG und 74,3 Prozent bei der DEVK Allgemeinen Versicherungs-AG.
Jeweils um die 30 Cent Gewinn pro Beitragseuro erzielten im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die Provinzial Versicherung AG und der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G.
Am profitabelsten unter den Platzhirschen war die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg, die eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 65,4 Prozent schaffte.
Nur drei Branchenschwergewichte einmal im roten Bereich
Nur drei der vorgenannten Branchenschwergewichte landeten in einem Jahr des Betrachtungszeitraums (jeweils 2021) in den roten Zahlen. Dies war neben der R+V und der Axa auch die Provinzial.
Letztere war besonders stark vom Sturmtief „Bernd“ (Archiv) betroffen und kam seinerzeit mit über 120 Prozent auf die marktweit zweithöchste Quote. Bei der Schadenquote schnitt sogar keiner der aufgeführten Akteure schlechter ab (16.2.2023).
Hingegen gehörte die Provinzial in den ersten beiden Jahren des Beobachtungszeitraums mit Quoten von je unter 60 Prozent zu den profitabelsten Hausratversicherern (23.11.2020, 25.1.2022). Die gilt auch für die beiden letzten Jahre (19.11.2024, 30.10.2025).
Bei der Axa lagen die Quoten zwischen 70 (2019) und 106 Prozent, bei der R+V zwischen unter 67 (2020) und 113 Prozent.
Bei den Wiesbadenern zeigte die Kurve zuletzt um fast sechs Prozentpunkte nach oben. Bei einem um gut sieben Prozent (auf 163 Millionen Euro) erhöhten Umsatz nahm der Schadenaufwand um über ein Fünftel (auf 83,4 Millionen Euro) zu. Für Letzteres war nach Unternehmensangaben vor allem eine höhere Elementarschadenbelastung verantwortlich.
So schlugen sich Allianz und Generali
Der Marktführer Allianz und die ärgste Verfolgerin Generali schafften es jeweils einmal unter die Marke von 70 Prozent (2020). Letztere erzielte im von „Bernd“ geprägten Jahr 2021 mit über 91 Prozent ihre höchste Combined Ratio im Betrachtungszeitraum.
Die Allianz lag im schlechtesten Fall bei knapp 87,5 Prozent, und zwar im letzten Jahr des Betrachtungszeitraums. Allerdings verschlechterte sich der Marktführer dabei nur um moderate knapp vier Prozentpunkte. Im Jahr davor war eine Steigerung um fast zehn Prozentpunkte zu beobachten, die ausschließlich schadenseitig bedingt war.
Während sich die Betriebskostenquote leicht verbesserte, erhöhte sich der Schadenaufwand um fast ein Drittel auf 218 Millionen Euro. Laut Geschäftsbericht 2023 (PDF, 2,7 MB) nahmen in den Sachversicherungen „neben der allgemeinen erhöhten Inflation vor allem die Schadenbelastungen im Elementarschadenbereich sehr deutlich zu“.
Das verdiente Prämienvolumen stieg andererseits „nur“ um gut sechs Prozent auf 442 Millionen Euro. Mit einer Schadenquote von 49,3 Prozent fiel die Allianz von Platz 35 auf Position 39 in der Rangliste der 50 umsatzstärksten Akteure zurück.
Der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.







