3.6.2026 – Auf Sechsjahressicht betrachtet kam die Arag Allgemeine mit im Schnitt über 98 Prozent auf die höchste Combined Ratio in der Sparte Hausrat. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig. Weniger als sieben Cent Gewinn pro Beitragseuro erzielten ansonsten nur noch die Rhion, die Haftpflichtkasse, die VPV und die BA die Bayerische Allgemeine.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten schafften es die deutschen Hausratversicherer durchgängig in die schwarzen Zahlen. In der Spitze erzielte die Branche versicherungstechnisch über 30 Cent Gewinn pro Beitragseuro (VersicherungsJournal 25.1.2022).
Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) lag die Combined Ratio nur zweimal über 90 Prozent, dafür aber zwölf Mal unter 80 Prozent (30.10.2025).
Arag mit der im Schnitt höchsten Quote
Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigen sich immense Unterschiede. Während fünf Anbieter auf Sechsjahressicht versicherungstechnisch mehr als 40 Cent Gewinn pro Beitragseuro schrieben (3.6.2026), gaben fünf Akteure fast so viel für Schäden und Kosten aus, wie sie einnahmen.
Die zeigt der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Publikation erfasst zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in dieser Sparte mit rund 92 Prozent Marktanteil.
Die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote stand für die Arag Allgemeine Versicherungs-AG mit im Schnitt über 98 Prozent zu Buche. Gut 97 Prozent waren es bei der Rhion Versicherung AG, knapp 96 Prozent bei der die Haftpflichtkasse VVaG rund 94 Prozent bei der VPV Allgemeine Versicherungs-AG und etwa 93 Prozent bei der BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG.
Das Sturmtief „Bernd“ und seine Folgen
Alle fünf vorgenannten Akteure landeten im Jahr 2021 in den roten Zahlen. Seinerzeit hatte das Sturmtief „Bernd“ (Archiv) für verheerende Schäden gesorgt und den Schadenaufwand um drei Viertel auf annähernd zwei Milliarden Euro steigen lassen.
Mit am stärksten davon betroffen war die VPV, die damals auf die branchenweit höchste Combined Ratio von mehr als 128 Prozent kam (16.2.2023). 2020 hatte die Gesellschaft jeweils fast 20 Cent Gewinn pro Beitragseuro geschrieben, in den übrigen vier Jahren jeweils um die zehn Cent pro Beitragseuro. Ebenfalls fünfmal in den schwarzen Zahlen landete die Bayerische.
Drei Hausratversicherer ein zweites Mal im Minus
Die Arag schaffte es in den ersten beiden Jahren des Beobachtungszeitraums auf jeweils leicht über 90 Prozent. Nach dem Verlustjahr 2021 kehrte das Unternehmen wieder in die Gewinnspur zurück.
Zum Ende des Betrachtungszeitraums kamen die Düsseldorfer dann auf die marktweit höchste Quote. Dabei nahm der Schadenaufwand mit über einem Drittel (auf 16,7 Millionen Euro) mehr als viermal so stark zu wie der Umsatz (plus acht Prozent auf 26 Millionen Euro) (30.10.2025).
Auch die Haftpflichtkasse schrieb 2024 versicherungstechnische Verluste. Bestenfalls verdiente sie versicherungstechnisch fast 20 Cent pro Beitragseuro (2020). Die Rhion befand sich ebenfalls ein zweites Mal in der Verlustzone. 2023 führte „ein ungünstiger Schadenverlauf“ trotz deutlich gestiegener Einnahmen (plus ein Neuntel auf 17,4 Millionen Euro) zu einer Erhöhung der Aufwendungen für Versicherungsfälle um ein gutes Sechstel auf fast 10,2 Millionen Euro.
Der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






