29.9.2026 – In der aktuellen Auflage ihres „Global Wealth Reports“ hat die Allianz erneut die Entwicklung des Vermögens privater Haushalte in fast 60 Ländern beleuchtet. 2025 war ein in etwa genauso starker Anstieg wie vor Jahresfrist zu beobachten. Die Bundesbürger landen in der globalen Pro-Kopf-Vermögensrangliste weiterhin nicht in der Top Ten.
Die Allianz SE hat zum inzwischen 17. Mal im Rahmen der Studie „Global Wealth Report“ das Geldvermögen und die Verschuldung der privaten Haushalte in ausgewählten Ländern analysiert. Das Geldvermögen in Landeswährung wurde dabei zum festen Wechselkurs von Ende 2025 in Euro umgerechnet.
Die Daten der meisten Länder beruhen auf Statistiken aus der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung zur Vermögensbilanz. Teilweise „konnten wir das Geldvermögen durch Informationen aus Haushaltsumfragen, Bankstatistiken, Statistiken zum Aktien- und Bondvermögen und versicherungstechnischen Rückstellungen approximieren“, heißt es in dem Report.
Die aktuell erneut 57 untersuchten Länder machen 91 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 72 Prozent der Weltbevölkerung aus. Kriterien für die Länderauswahl werden in dem Report nicht genannt.
Geldvermögen ist 2025 weltweit erneut deutlich gestiegen
Den Berechnungen der Allianz zufolge erhöhte sich das globale Brutto-Geldvermögen 2025 um 8,6 Prozent auf etwa 268,4 Billionen Euro. Ein Jahr zuvor war es in etwa genauso stark nach oben gegangen (VersicherungsJournal 26.9.2025).
Zum Vergleich: Vor drei Jahren hatte es noch einen Rückgang gegeben (27.9.2023), nachdem zuvor dreimal zweistellige Zuwachsraten zu beobachten waren (14.10.2022, 8.10.2021, 24.9.2020).
Laut Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chefanlagestratege der Allianz, erzählen nominale Rekorde „nur die halbe Geschichte“. Er erläutert, dass das nominale Geldvermögen seit 2019 um 50 Prozent gestiegen sei, „real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent“.
„In Westeuropa ist die Entwicklung noch schwächer: Dort liegt das reale Geldvermögen lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. In Nordamerika sind es 21 Prozent, in China 70 Prozent“, so Subran.
Wertpapiere bauen Führungsposition aus
Die „Wertpapiere“ behaupteten ihre Vormachtstellung unter den Vermögensklassen. Das Wertpapiervermögen wuchs um annähernd ein Achtel auf fast 126 Billionen Euro. Der Anteil am Brutto-Geldvermögen wird mit einem neuen Allzeithoch von 46,9 (Vorjahre: 45,1; 42,8) Prozent angegeben.
Die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen erhöhten sich um fünf Prozent auf etwa 66,5 Billionen Euro. In diese Kategorie fallen Forderungen gegenüber privaten Versicherungsgesellschaften, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (bAV), öffentlichen, kirchlichen und kommunalen Zusatzversorgungseinrichtungen sowie den Versorgungswerken der freien Berufe, nicht jedoch gegenüber Einrichtungen der Sozialversicherung.
Der Anteil der Versicherungen am Brutto-Geldvermögen verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund einen Prozentpunkt auf einen neuen Tiefststand von 24,8 Prozent. Zum Vergleich: Bis vor drei Jahren hatte der Anteil seit 2008 kontinuierlich bei über 30 Prozent gelegen. 2011 wurde mit 33 Prozent der Höchststand in diesem Jahrtausend erreicht.
Zugelegt haben auch die Bankeinlagen, die eine Steigerungsrate von 5,7 Prozent (auf fast 70 Billionen Euro) zu verzeichnen hatten. Das entspricht einem Anteil von knapp 26 (Vorjahre: 27; 28) Prozent. Die verbleibenden rund zwei Prozent waren der Kategorie „Sonstige“ zuzuordnen.
Verbindlichkeiten erneut gestiegen
Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte wuchsen im Berichtsjahr mit nur gut drei Prozent (auf knapp 57 Billionen Euro) deutlich schwächer als in den Vorjahren, geht aus dem Report weiter hervor.
In der Folge stieg das Netto-Geldvermögen (Differenz zwischen Brutto-Geldvermögen und Verbindlichkeiten) um über ein Zehntel auf 211,5 Billionen Euro.
Deutschland klettert in der Top 20 nach oben
In der Liste der 20 reichsten Länder (Brutto-Geldvermögen pro Kopf) kletterte Deutschland vom 15. auf den 13. Platz nach oben. Zuvor hatte es nur für die Ränge 17 bis 19 gereicht.
Der Wert wird mit 117.890 (Vorjahr: 112.550) Euro angegeben. Spitzenreiter ist die Schweiz mit über 406.000 Euro, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit knapp 350.000 Euro und Dänemark mit rund 258.500 Euro.
Beim Netto-Geldvermögen langte es für die Bundesrepublik sogar zum zwölften (13.) Platz mit etwa 92.000 Euro pro Kopf. An erster Stelle liegen die Vereinigten Staaten mit 297.000 Euro vor der Schweiz (276.000 Euro).

- (Bild: Allianz)
Zur Situation in Deutschland
Zur Entwicklung in Deutschland teilte die Allianz mit, dass das Brutto-Geldvermögen der deutschen Haushalte im Berichtsjahr um 4,9 (2024: 7,4) Prozent auf 9,9 Billionen Euro angewachsen sei. Damit habe die Bundesrepublik über dem westeuropäischen Durchschnitt (4,5 Prozent) gelegen, sei aber hinter dem globalen Wachstum von 8,6 Prozent zurückgeblieben.
Hierzulande kommen Wertpapiere laut Report auf einen Anteil von 37,1 (2024: 35,8) Prozent und liegen damit erstmals seit Beginn der Datenreihe vor den Bankeinlagen (aktuell 36,4 Prozent).
Weiter wird mitgeteilt, dass die Neuanlagen um 2,4 Prozent auf 319,3 Milliarden Euro zugenommen hätten, was dem dritthöchsten jemals verzeichneten Wert entspreche. Gut 45 Prozent der Neuanlage seien in Bankeinlagen geflossen, 38 Prozent in Wertpapiere und rund 20 Prozent in das Segment Versicherungen und Pensionseinrichtungen.
Bezugshinweis
Laut dem Report waren die Neuanlagen in Deutschland „für 69 Prozent des gesamten Vermögenszuwachses verantwortlich; lediglich 31 Prozent entfielen auf Wertsteigerungen. Weltweit war das Verhältnis nahezu umgekehrt: Dort steuerten Neuanlagen nur 20 Prozent zum Zuwachs bei. Deutschlands Vermögenswachstum blieb damit überwiegend spargetrieben – anders als weltweit, wo Wertsteigerungen dominierten.
Der 49-seitige „Allianz Global Wealth Report 2026“ steht kostenfrei unter diesem Link (PDF, 1,8 MB) in englischer Sprache zum Download bereit.




