In diesen Großstädten schlagen Fahrraddiebe am häufigsten zu

7.7.2026 – In Berlin wurden im vergangenen Jahr erneut die meisten Fahrraddiebstähle registriert. In Relation zur Einwohnerzahl schob sich Münster vorbei an Göttingen auf den unrühmlichen Spitzenplatz. Dort war die Klaurate fast sechsmal so hoch wie im Bundesschnitt. Dies geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Sie dokumentiert auch stark unterschiedliche Aufklärungsquoten.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der versicherten Fahrraddiebstähle nach vorläufigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) um rund 15.000 auf ein neues 20-Jahres-Tief von etwa 115.000 (VersicherungsJournal 23.4.2025). Nicht einmal in den Coronajahren 2020 und 2021 wurden weniger Taten verzeichnet (20.4.2022).

In der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2024) wird die Zahl der erfassten Fälle von geklauten Velos mit 214,264 angegeben (21.4.2026). Dies bedeutet eine Verminderung um über ein Achtel – und zwar auf den niedrigsten Wert in diesem Jahrhundert. Der Höchststand wurde 2003 mit mehr als doppelt so vielen aufgezeichneten Delikten erreicht.

PKS Fahrraddiebstahl 2000-2025 (Bild: Wichert)

In Berlin die meisten Delikte

Mittlerweile liegen auch regional aufgeschlüsselte Statistikdaten vor. Demnach wurden in den deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) gewaltige Unterschiede beobachtet. Nach absoluten Zahlen ist die Bundeshauptstadt Berlin mit rund 22.600 solcher Delikte (minus ein Sechstel im Vergleich zum Jahr zuvor) zum wiederholten Male (20.6.2018, 11.2.2021, 14.8.2024) Spitzenreiter.

Dahinter folgen mit rund 9.950 geklauten Drahteseln Hamburg (minus ein Achtel), mit gut 6.430 Delikten Köln (minus sieben Prozent), mit knapp 5.700 Taten München (plus drei Prozent) und mit annähernd 5.500 Taten Leipzig (minus ein Fünftel).

Die größten Veränderungen

Auffällig ist zudem, dass es in vielen Städten massive Veränderungen gab. So nahm die Anzahl der gestohlenen Velos nur in einem guten Drittel der 80 aufgelisteten Großstädte zu. Um fast drei Viertel aufwärts ging es in Koblenz (von 247 auf 425 erfasste Diebstähle), um jeweils fast 40 Prozent in Wuppertal (von 453 auf 631) und Bergisch-Gladbach (von 313 auf 433).

Eine Steigerung um 30 Prozent war zu beobachten in Gütersloh (von 473 auf 616). Zuwachsraten von etwas über beziehungsweise unter einem Fünftel hatten Solingen (von 125 auf 151) und Moers (von 335 auf 399) zu verzeichnen.

Der größte Rückgang wurde hingegen in Würzburg mit über der Hälfte festgestellt (von 508 auf 240). In den beiden Vorjahren war dort jeweils die stärkste Steigerung festgestellt worden (27.8.2025, 14.8.2024).

Der größte Rückgang war hingegen in Reutlingen mit fast der Hälfte zu beobachten. Um 46 bis 36 Prozent weniger Delikte wurden erfasst Essen (von 2.180 auf 1.167), in Siegen (von 157 auf 91), in Mülheim an der Ruhr (von 425 auf 247), in Göttingen (von 2.582 auf 1.635) und in Ingolstadt (von 795 auf 508).

Fahrraddiebstähle 2025 Veränderungen (Bild: Wichert)

Münster ist neue relative Hauptstadt der Fahrraddiebe

In Relation zur Einwohnerzahl war 2025 nicht mehr wie in den beiden Vorjahren Göttingen die Hauptstadt der Fahrraddiebe, sondern Münster. Dort wurden rund 1.480 geklaute Drahtesel pro 100.000 erfasst. In Göttingen sank der Wert aufgrund der deutlichen Verminderung der Fallzahl von fast 2.150 auf unter 1.285.

Vierstellige Klauraten werden ansonsten nur noch für Freiburg im Breisgau und Magdeburg ausgewiesen. Zwischen 898 und 810 entwendete Drahtesel pro 100.000 Einwohner wurden in Leipzig, Bremen, Darmstadt und Halle (Saale) registriert. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der Wert bei 256,4.

Fahrraddiebstähle 2025 relativ höchste (Bild: Wichert)

Remscheid weiterhin mit dem niedrigsten Diebstahlrisiko

In nur fünf Großstädten lag die Klaurate pro 100.000 Einwohner unter 100. Das geringste Risiko für Fahrraddiebstähle bestand den PKS-Daten zufolge im vergangenen Jahr ein weiteres in Remscheid. Hier wurden lediglich 39,5 Drahtesel pro 100.000 Einwohner gestohlen.

Dahinter folgen mit zweistelligen Klauraten zwischen knapp 87 und gut 96 in Siegen, Pforzheim, Solingen und Hagen. Vergleichsweise niedrig war das Risiko mit 134 bis 157 entwendeten Velos pro 100.000 Einwohner auch in Stuttgart, Mülheim an der Ruhr, Salzgitter, Bochum und Reutlingen.

Fahrraddiebstähle 2025 relativ niedrigste (Bild: Wichert)

Riesige Unterschiede bei der Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote liegt bundesweit weiterhin bei unter einem Zehntel. Zwischen den deutschen Großstädten zeigen sich hier deutliche Unterschiede. So wurde etwa in Magdeburg nicht einmal jedes 25. Delikt aufgeklärt. In weniger als jedem 20. Fall wurden in Hamburg, Koblenz, Leverkusen, Berlin und Ulm die Täter ermittelt.

Fahrraddiebstähle 2025 Aufklärungsquoten (Bild: Wichert)

Auf den ersten beiden Plätzen finden sich Fürth und Chemnitz wieder. Dort wurde im Berichtsjahr jeweils etwa jedes vierte Delikt aufgeklärt. In Darmstadt lag die Quote bei knapp 22 Prozent, in Potsdam, Siegen und Bremerhaven bei jeweils über 16 Prozent.

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