18.8.2025 (€) – Auf Sechsjahressicht kam die Allianz Direct mit im Schnitt über 115 Prozent auf die höchste Combined Ratio in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Deutlich in der Verlustzone lagen auch die Nürnberger, die BGV und die DEVK Allgemeine. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2024: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Im Schnitt der Jahre 2018 bis 2023 landeten in der Kfz-Haftpflichtversicherung zehn der 50 größten Marktteilnehmer versicherungstechnisch in der Verlustzone. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2024: Kraftfahrtversicherung“.
Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.
Allianz Direct mit der höchsten Quote
Die höchste Combined Ratio stand mit 115,5 Prozent im Sechsjahresschnitt für die Allianz Direct Versicherungs-AG zu Buche. Mehr als 108 Prozent waren es bei der Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG.
Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten zwischen knapp 106 und fast 104 Prozent erzielten die BGV-Versicherung AG, die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG, die Alte Leipziger Versicherung AG und die R+V Direktversicherung AG (R+V24).
Im roten Bereich landeten ferner die Dialog Versicherung AG, die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG, die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG (SV Sachsen) und die Ergo Versicherung AG.
Nur ein Versicherer durchgängig im roten Bereich
In allen sechs Jahren über der Marke von 100 Prozent lag nur die DEVK Allgemeine. Bestenfalls waren es 101,2 Prozent (2021), im schlechtesten Fall 112,2 Prozent im Jahr darauf. Letzteres entsprach der marktweit fünfthöchsten Quote.
Fünfmal versicherungstechnische Verluste schrieben die Allianz Direct, die Alte Leipziger und die R+V24. Erstere hatte 2022 mit fast 138 Prozent nicht nur ihre, sondern auch marktweit die höchste Quote zu verzeichnen.
Neben steigenden Schadenhäufigkeiten und der hohen Inflation wurde im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 644 KB) der Allianz-Tochter zum Hintergrund für den um etwa 40 Prozent gestiegenen Schadenaufwand Folgendes ausgeführt:
„Ebenfalls zum Zuwachs der Aufwendungen für Versicherungsfälle beigetragen hat der gestiegene Anteil des Geschäfts der spanischen Niederlassung; er ist mit einer hohen Neugeschäftsquote und einer daher vergleichsweise höheren Schadenquote verbunden“ (19.8.2024),
Kräftig erhöhte Betriebskosten und negatives Abwicklungsergebnis
Die Alte Leipziger schaffte es wie die Allianz Direct nur 2018 in die schwarzen Zahlen. Sie erzielte im letzten Jahr des Betrachtungszeitraums ihre höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote. Nur sieben Marktteilnehmer fuhren noch höhere Verluste ein.
Die R+V24 kam zweimal auf die höchste und einmal auf die zweithöchste Schadenquote unter den im Branchenmonitor aufgelisteten Anbietern (12.12.2022, 20.12.2021).
Zu den hohen Werten gesellten sich auch kräftig erhöhte Betriebskosten nach dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten im Internet (16.11.2020) sowie ein klar negatives Abwicklungsergebnis. Zuletzt fuhr das Unternehmen in die Gewinnspur und verdiente mehr als zehn Cent pro Beitragseuro (5.12.2024).
Der „Branchenmonitor 2024: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2018 bis 2023). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






