Die Lebensversicherer mit der besten Verwaltungskostenquote

14.11.2018 – Die deutschen Lebensversicherer hatten im Fünfjahresschnitt (2013 bis 2017) eine Verwaltungskostenquote von 2,26 Prozent. Laut dem Map-Report 905 standen für die Direktversicherer Europa und Cosmos die niedrigsten Quoten zu Buche. Für die Targo wird der höchste Wert ausgewiesen. Mit der Allianz, der R+V und der Debeka gehören gleich drei der Branchengrößen zu den Top Sieben. Die anderen großen Anbieter kommen auf überdurchschnittliche Werte.

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Im Schnitt der Jahre 2013 bis 2017 stand für die deutschen Lebensversicherer eine Verwaltungskostenquote (Verwaltungsaufwendungen (brutto) in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) von 2,26 Prozent zu Buche. Dies ist dem kürzlich veröffentlichten Map-Report 905 – „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ (VersicherungsJournal 6.11.2018) zu entnehmen.

Die Gesellschaften mit den niedrigsten Werten

Die Spannbreite zwischen den einzelnen Anbietern ist allerdings gewaltig. Auf die niedrigsten Werte (jeweils um die 0,8 Prozent) kommen die beiden Direktversicherer Europa Lebensversicherung AG und Cosmos Lebensversicherungs-AG – allerdings in umgekehrter Reihenfolge wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 2.11.2017).

Map-Report 905, niedrigste Verwaltungskostenquoten (Bild: Wichert)

Angeführt von der Allianz Lebensversicherungs-AG mit einem Wert von knapp über 1,0 Prozent folgen dahinter insgesamt 20 Gesellschaften mit einer Eins vor dem Komma. Weitere 22 Anbieter liegen zwischen zwei und unter drei Prozent. Für 15 Lebensversicherer werden Quoten von über drei und unter vier Prozent ausgewiesen.

Die Anbieter mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

Am anderen Ende der Rangliste findet sich die Targo Lebensversicherung AG, die Lebensversicherungen ausschließlich über den Bankschalter verkauft, mit knapp unter zehn Prozent wieder.

Die Talanx-Tochter vertreibt schwerpunktmäßig Risikoversicherungen (VersicherungsJournal 2.11.2018) und verzeichnete im vergangenen Jahr den zweithöchsten Neuzugang unter allen Anbietern (VersicherungsJournal 15.10.2018).

Vergleichsweise hohe Verwaltungskostenquoten (zwischen knapp sieben und gut vier Prozent) wiesen auch die PB Lebensversicherung AG, die Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group, die Rheinland Lebensversicherung AG und die Ergo Lebensversicherung AG aus.

Map-Report 905, höchste Verwaltungskostenquoten (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Branchengrößen

Auch bei den elf größten Gesellschaften (mit einem Bestand von mindestens zwei Millionen Hauptversicherungen – VersicherungsJournal 27.8.2018) zeigen sich deutliche, wenn auch nicht ganz so große Unterschiede.

Wie oben beschrieben liegt Marktführer Allianz mit einer Quote von 1,02 Prozent an dritter Stelle. Die R+V Lebensversicherung AG belegt mit gut 1,3 Prozent Position sechs. Direkt dahinter folgt der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. mit knapp 1,4 Prozent.

Alle anderen Marktgrößen lagen über dem Marktdurchschnitt von 2,26 Prozent. Die höchste Quote wird für die Ergo Lebensversicherung AG ausgewiesen, die zweithöchste für die Generali Lebensversicherung AG. Dahinter folgen die HDI Lebensversicherung AG und die Axa Lebensversicherung AG mit Werten von jeweils 3,35 Prozent.

Map-Report 905, Verwaltungskostenquoten Marktgrößen (Bild: Wichert)

Nicht überinterpretieren

Der Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages warnt davor, die Verwaltungskostenquoten überzuinterpretieren. Vom oberflächlichen Betrachter könne sie nämlich leicht missbraucht werden, um den vermeintlich am kostengünstigsten arbeitenden Lebensversicherer über diese Quote zu ermitteln.

Allerdings sind in der Verwaltungskostenquote lediglich die Kosten der Abteilung Betrieb erfasst – wie viel Geld also etwa für Beitragsverbuchungen, Adressänderungen und Änderungen der Bankverbindung verbraucht werden.

Hingegen würden sich die Kosten der Kapitalanlageverwaltung auf die Aufwendungen für Kapitalanlagen und auf die Nettorendite durchschlagen. Die Kosten der Schadenregulierung wiederum würden in den Versicherungsleistungen und die des Vertriebs in der Abschlusskostenquote stecken.

Weitere Einblicke in die Branchenentwicklung

Der Map-Report 905 „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ enthält auf 83 Seiten umfangreiches Datenmaterial zu zahlreichen Bilanz-, Service- und Vertrags-Kennzahlen von bis zu 64 Lebensversicherungs-Gesellschaften. Weiterführende Informationen zu der Untersuchung sind auf dieser Internetseite zu finden.

Detaillierte Zusatzinformationen zu den vorgenannten Ratings bietet der Map-Report 904 – „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017“. In diesem finden sich auf 154 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen aus dem Jahr 2017 von bis zu 82 Lebensversicherern.

Die Hefte sind lieferbar als PDF-Datei für Unternehmen oder als gedrucktes Heft (Preise je ab 363 Euro inklusive Mehrwertsteuer) sowie im rabattierten Jahresabonnement. Bestellt werden kann unter diesem Link. Die Konditionen für das Jahresabonnement sind auf dieser Internetseite einzusehen.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Direktvertrieb · Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Rating · Schadenregulierung · Verkauf
 
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