9.10.2024 (€) – 2023 lagen die durchschnittlichen Ausgaben für Versicherungspolicen der Deutschen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nur das Segment Leben ging zurück. In der Kranken- und der Kompositversicherung wurden hingegen neue Rekordwerte erzielt. Hinsichtlich der Versicherungsdurchdringung verstärkte sich die negative Entwicklung. Dies geht aus jüngst vom GDV veröffentlichtem, statistischen Datenmaterial hervor.
Im vergangenen Jahr gaben die Menschen hierzulande für Versicherungen 226 Milliarden Euro aus und damit rund 1,3 Prozent mehr als 2022. Dies zeigen die „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft“ für das Jahr 2023. Diese hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Ende September veröffentlicht.
Die Bevölkerungszahl dürfte zum Jahresende bei etwa 83,3 Millionen Euro gelegen haben. Konkrete Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) liegen noch nicht vor. Hintergrund ist, dass nach dem Zensus 2022 die Einwohnerzahl um 1,4 Millionen Personen niedriger war als nach der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 (VersicherungsJournal 26.6.2024).
Versicherungsdichte steigt auf zweithöchsten Stand
In den Statistiken gibt der GDV die Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen je Bundesbürger mit 2.670 Euro an. Das bedeutet einen Zuwachs um knapp ein Prozent beziehungsweise 23 Euro im Vergleich zu 2022. Seinerzeit war ein 2,5-prozentiger Rückgang zu beobachten (31.10.2023).
Nur im Jahr davor gaben die Bundesbürger noch mehr Geld für Versicherungspolicen aus als aktuell (27.9.2022). Im Jahr 2013 war der Betrag sogar um annähernd 350 Euro beziehungsweise etwa ein Neuntel kleiner.
Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensversicherungen gesunken
Gut 40 Prozent des jährlichen Budgets für Versicherungen geht auf die Konten der Lebensversicherer. Für 2023 weist der GDV hier einen Betrag von 1.089 Euro aus. Damit fielen die Aufwendungen pro Einwohner im Vergleich zu 2022 um rund 60 Euro beziehungsweise gut fünf Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2013. Nur 2017 wurde ebenfalls ein Betrag von unter 1.100 Euro gemessen.
Positiv war die Entwicklung laut vorläufigen Verbandszahlen hingegen in der privaten Krankenversicherung (PKV). Für Policen aus diesem Bereich gab jeder Bürger im vergangenen Jahr im Schnitt die neue Rekordsumme von 571 Euro aus. Das sind 13 Euro beziehungsweise gut zwei Prozent mehr als 2022. Im Vergleich zu 2013 steht ein Zuwachs um 125 Euro beziehungsweise um weit über ein Viertel zu Buche.
In der Schaden-/Unfallversicherung erhöhten sich die durchschnittlichen Ausgaben pro Einwohner auf eine neue Rekordsumme von 1.010 Euro. Das sind über 70 Euro mehr als vor Jahresfrist. Wie in der der PKV zeigte auch in Schaden/Unfall die Kurve kontinuierlich nach oben. Der aktuelle Betrag für Kompositpolicen liegt um 260 Euro über demjenigen aus 2013. Das entspricht einer Steigerung von mehr als einem Drittel.
Versicherungsdurchdringung sinkt weiter
Der GDV publizierte auch Daten zur Versicherungsdurchdringung (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)). Laut Destatis ist das BIP 2023 nominal um etwa sieben Prozent auf knapp 4,2 Billionen Euro gestiegen. Preisbereinigt weist das Amt ein Minus von 0,3 Prozent aus.
In der Folge hat sich die Versicherungsdurchdringung im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 0,3 Prozentpunkte auf 5,48 Prozent reduziert. Nach der vierten Verminderung in Folge wurde der Tiefststand aus dem Jahr zuvor erneut unterboten. Seit 2013 ist die Durchdringung bis auf zwei Ausnahmen (2019 und 2020) zurückgegangen. Der Höchstwert auf Elfjahressicht wurde 2013 mit 6,67 Prozent erreicht.
Minus in der Krankenversicherung und und in der Lebensversicherung
In der Sparte Leben ging es im Vergleich zum Vorjahr um etwa 0,25 Prozentpunkte auf 2,24 Prozent bergab. Das entspricht dem niedrigsten Wert seit 2013. Seinerzeit war der Wert noch um einen Prozentpunkt höher ausgefallen.
Vergleichsweise leicht sank die Durchdringung in der PKV (minus 0,04 Prozentpunkte auf 1,17 Prozent). Das entspricht dem niedrigsten Wert in den zurückliegenden elf Jahren. Am größten war die Durchdringung 2013 mit 2,28 Prozent.
Im Versicherungszweig Schaden/Unfall nahm der Anteil der Versicherungsprämien am BIP um 0,03 Prozentpunkte auf 2,07 Prozent zu. Dies entspricht dem zweitniedrigsten Wert seit 2013, als mit 1,28 der Rekordwert im Betrachtungszeitraum erreicht wurde. Noch niedriger war die Durchdringung nur 2022 ausgeprägt.





