12.8.2026 – Im vergangenen Jahr kam die Huk-Coburg auf die niedrigste Abschlusskostenquote. Sie blieb als einzige in der Vollversicherung aktive Anbieterin unter der Marke von drei Prozent. Für die seit nicht einmal zehn Jahren am Markt aktive Ottonova stand die höchste Quote zu Buche.
Im Geschäftsjahr 2025 haben die privaten Krankenversicherer zwischen 2,8 und 26,9 Prozent der verdienten Bruttobeiträge für Abschlussaufwendungen ausgegeben. Dies zeigt eine Übersicht der VersicherungsJournal-Redaktion.
Datenbasis sind die Geschäftsberichte (Stand: 11. August 2026), die zum Redaktionsschluss von 31 in der Vollversicherung aktiven Gesellschaften vorlagen. Auch bei den Marktgrößen mit mindestens 200.000 Vollversicherten zeigt sich eine deutliche, wenn auch nicht ganz so große Spannbreite (VersicherungsJournal 12.8.2026).
Die PKV-Anbieter mit den niedrigsten Verwaltungskostensätzen
Insgesamt acht (noch) im Vollversicherungsgeschäft aktive Anbieter kommen auf Quoten von weniger als sechs Prozent. Die niedrigsten Werte stehen mit knapp unter beziehungsweise über drei Prozent für die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG, die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) und den Debeka Krankenversicherungsverein a.G. zu Buche.
Vergleichsweise günstig kauften mit 4,5 bis 5,2 Prozent des Umsatzes auch die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (VRK), die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und die DKV Deutsche Krankenversicherung AG ihr Neugeschäft ein. Unter der Marke von sechs Prozent blieben die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) und die Gothaer Krankenversicherung AG.
Je nach Versicherer bis zu 26,9 Prozent
Auf der anderen Seite hatten acht Akteure Abschlusskosten von mehr als zehn Prozent des Prämienaufkommens zu verzeichnen. Der höchste Wert wird mit 26,9 Prozent für die noch junge (23.6.2017) und in der Vollversicherung wachstumsstarke (15.7.2026) Ottonova Krankenversicherung AG ausgewiesen.
Bei knapp 17 bis annähernd 15 Prozent lagen die Arag Krankenversicherungs-AG, die Hansemerkur Krankenversicherung AG und die Concordia Krankenversicherungs-AG. Auch diese drei Anbieter bauten ihre Vollversicherungsbestände deutlich aus.
Zweistellige Abschlusskostensätze hatten darüber hinaus nur noch die Münchener Verein Krankenversicherung a.G., die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG, die Württembergische Krankenversicherung AG und die Hallesche Krankenversicherung a.G. zu verzeichnen.
Zur Einordnung der Abschlusskostensätze
Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports, merkte im vergangenen Jahr zur Einordnung der Abschlusskostensätze an: „Bei hohem Wachstum fallen höhere Abschlusskosten an. Da zudem auch die Abschlusskostenquote bezogen auf die Beiträge ermittelt wird, weisen Unternehmen mit hohen Beitragseinnahmen tendenziell niedrigere Sätze aus, während kleinere und mittlere Anbieter zu höheren Kennzahlen neigen“.
Nach Einschätzung des Map-Report-Chefredakteurs sollten die Abschlussaufwendungen nicht nur unter Kostenaspekten gesehen werden. Denn in gewisser Weise stellten diese auch eine Art Investition in die Zukunft dar. Nur so sei es möglich, dem Bestand neue Versicherungen beziehungsweise neue Versicherte zuzuführen.
„Die Quote der Abschlussaufwendungen ist abhängig vom Umfang des Neu- und Veränderungsgeschäfts. Dabei sind zudem die Zugangswege und Vertriebsstrukturen des jeweiligen Unternehmens zu beachten“, so Klages weiter (18.9.2025).






