Viele schätzen ihre Rentenlücke auf mehr als 750 Euro

18.5.2021 (€) – Die Mehrheit der Deutschen sorgt sich um die eigene Altersabsicherung. Gleichzeitig kann mehr als ein Drittel nicht oder nur sehr vage abschätzen, wie hoch das Einkommen im Ruhestand sein wird. Ein Fünftel kann keine Auskunft über die Differenz zur Wunschrente geben und ebenso viele haben keine private Vorsorge. Das sind Ergebnisse einer GDV-Umfrage.

Im Rahmen seiner Themenwoche „Neustart für die Altersvorsorge“ hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Civey GmbH mit einer Umfrage beauftragt. Zwischen dem siebten und zwölften Mai wurden 2.500 Personen über 18 Jahre, die noch nicht in Rente oder Pension sind, darunter auch Nicht-Erwerbstätige, repräsentativ befragt.

Mehrheitlich Sorgen wegen der Altersvorsorge

Der Mehrheit der Teilnehmer bereitet die finanzielle Absicherung im Alter Sorgen (53 Prozent). Eher beziehungsweise auf keinen Fall besorgt sind gut 37 Prozent. Unentschieden äußern sich knapp zehn Prozent.

Gleichzeitig können gut 34 Prozent eher nicht oder auf keinen Fall angeben, wie hoch das persönliche Einkommen aus Rente und Ersparnissen im Alter sein wird. Dagegen wissen fast 57 Prozent eher oder auf jeden Fall dies einzuschätzen. Rund neun Prozent sind unschlüssig.

Rund ein Fünftel kann Rentenlücke nicht abschätzen

Auf die Frage, wie hoch die monatliche Rentenlücke nach eigenem Ermessen ausfallen wird, können knapp 21 Prozent keine Antwort geben. Beinahe 60 Prozent befürchten eine Differenz von mindestens 250 Euro zur Wunschrente. Und sogar ein Drittel sieht eine Kluft von 750 Euro und mehr. Lediglich knapp 18 Prozent erwarten nicht, dass im Alter Geld fehlen wird.

Fast 22 Prozent haben keine private Altersabsicherung. Bei denjenigen, die vorsorgen, sind besonders Immobilien (37 Prozent), Aktien- oder Rentenfonds (29 Prozent) sowie die Betriebsrente (27 Prozent) beliebt. Die Lebensversicherung liegt an vierter Stelle (23 Prozent). Es folgen Sparguthaben und die Riester-Rente (jeweils 22 Prozent).

Schätzung Rentenlücke (Bild: GDV)
(Bild: GDV/Civey)

Anlageformen ohne Verlustrisiko bei vielen beliebt

Die Befragten sollten zudem angeben, wie sie 100 Euro für die Altersvorsorge anlegen würden, wenn sie dieses Geld zur Verfügung hätten. Zur Auswahl standen sechs Antwortmöglichkeiten. 28 Prozent konnten sich für keine davon entscheiden.

Fast 29 Prozent würden die gesamte Summe ohne Verlustrisiko anlegen. Rund 16 Prozent würden vollständig in Aktien investieren. Für eine identische Aufteilung votieren gut 13 Prozent. Knapp neun Prozent favorisieren eine Verteilung zu 80 Euro ohne Verlustrisiko und 20 Euro in Aktien. Für nahezu sechs Prozent sollte die Zuweisung genau umgekehrt erfolgen.

Altersvorsorge in der Diskussion

Die Altersvorsorge zählt zu den derzeit drängendsten gesellschafts-politischen Themen. Das Stimmungsbild dazu hat sich in der Bevölkerung weiter verschlechtert (VersicherungsJournal 6.5.2021). Die Zukunft der Ruhestandssicherung sehen Fachleute skeptisch, insbesondere die Entwicklung der gesetzlichen Altersvorsorge (17.5.2021).

Die Politik diskutiert verschiedene Reformvorschläge. Die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD hat sich bislang auf kein Konzept verständigen können (26.1.2021). Die FDP fordert noch vor Ende der Legislaturperiode eine Neugestaltung (6.5.2021).

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