Makler und Kraftfahrtversicherung: Zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag?

2.4.2025 (€) – Mit dem Kraftfahrtgeschäft im Privatkundensegment machen unabhängige Vermittler im Schnitt mehr als ein Sechstel ihres Gesamtumsatzes. Die Befragten gehen von einer leicht sinkenden Bedeutung dieses Geschäftsfelds aus und erwarten einen steigenden Wettbewerb mit Vergleichsportalen. Dies zeigt die Asscompact-„Marktstudie Private Kfz- und Flottenversicherung 2025“. Weiteres Ergebnis: Pools und Dienstleister spielen bei der Anbahnung eine relativ große, zuletzt wieder deutlich zunehmende Rolle.

Unabhängige Vermittler erzielen mit dem Kraftfahrtgeschäft mit Privatkunden mehr als ein Sechstel ihres Umsatzes. Zu diesem Ergebnis kommt die Asscompact-„Marktstudie Private Kfz- und Flottenversicherung 2025“. In dieser wurde auch ermittelt, dass Makler und Mehrfachvertreter das mit Abstand meiste Geschäft an die VHV Allgemeine Versicherung AG liefern (VersicherungsJournal 2.4.2025).

Damit liegt der Anteil zwar um einige Prozentpunkte niedriger als in der vorangegangenen Studienauflage (3.4.2024), aber auf dem Niveau der beiden vorigen Auflagen davor (5.4.2023, 5.4.2022).

Zur Bedeutung des Privatkundengeschäfts für den Umsatz

Bei 51 (2024: 46) Prozent der Vermittler liegt der Anteil aktuell bei höchstens zehn Prozent, bei erneut einem weiteren knappen Viertel bei bis zu 20 Prozent. Fast jeder sechste (siebte) Befragte gab einen Anteil zwischen 20 und 30 Prozent an.

Höhere Werte als 50 Prozent kommen weiterhin nur vereinzelt vor. Der Mittelwert liegt bei 17,0 (2024: 20,4) Prozent.

Asscompakt Marktstudie Kfz-Versciherung (Bild: BBG)
Asscompakt Marktstudie Kfz-Versciherung (Bild: BBG). Zum Vergrößern Bild klicken.

Wechselquote angestiegen

Weiter wurde gefragt, welcher Anteil des privaten Kfz-Geschäfts über Pools, Dienstleister, Haftungsdächer oder Verbünde angebahnt oder abgewickelt wird. Ergebnis: Der Anteil liegt im Schnitt bei 44,5 (Vorjahr: 38,5) Prozent.

Die jährliche Wechselquote ist ein weiteres Mal gestiegen und beträgt erstmals über ein Fünftel (Mittelwert: 20,4 Prozent). In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils 19,7 Prozent, im Jahr zuvor 17,6 Prozent).

Bei über einem Viertel der Interviewten und damit etwas höher als in den beiden letzten Umfragen liegt die Quote in der Klasse „unter fünf Prozent“, bei weiterhin einem guten Sechstel (Vorjahre: Fünftel) bei zehn Prozent.

Auf zweistellige Prozentwerte kommen ansonsten nur noch die beiden Größenklassen „20 Prozent“ und „30 Prozent“. Alle anderen Klassen werden – mit Ausnahme der Klasse „15 Prozent“ (9,4 Prozent) – deutlich seltener bis nur vereinzelt genannt.

Weniger Relevanz erwartet

Erhoben wurden im Rahmen der Studie auch die frühere, die aktuelle und die zukünftige Bedeutung des Geschäftsfelds. Vor fünf Jahren besaß das private Kraftfahrtgeschäft aus heutiger Sicht für 49,0 (2024: 45,7; 2023: 52,8; 2022: 52,7; 2021: 49,1) Prozent der befragten Makler und Mehrfachvertreter noch eine „(sehr) große“ Relevanz.

Gegenwärtig liegt dessen Anteil nur noch bei unverändert 45,3 (Vorjahre: 47,3; 46,2; 48,3) Prozent. Für die Zukunft erwarten die Befragten eine weitere Verschlechterung. Demnach wird dieses Geschäft in fünf Jahren nach jetziger Einschätzung nur noch für 41,9 (42,7; 44,4; 41,7; 44,8) Prozent eine „(sehr) große“ Rolle spielen.

Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Interviewten mit verstärkter Konkurrenz durch die Vergleichsportale rechnen. Vor fünf Jahren war die Konkurrenzsituation aus heutiger Sicht nur für 17,4 Prozent von „(sehr) großer Relevanz“. Aktuell sehen dies schon 29,4 Prozent so. In fünf Jahren gehen sogar 35,5 Prozent die Befragten von einer „(sehr) großen Relevanz“ aus.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 2.4.2025
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren