11.12.2018 (€) – Die Prämien für Krankenvollversicherte steigen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 1,9 Prozent und damit geringer als in den Vorjahren, hat der PKV-Verband hochgerechnet. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt beträgt demnach 2,8 Prozent und liegt unter dem der GKV.
Nach Angaben des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) steigen die Beiträge der Privatversicherten von 2018 zu 2019 im Schnitt um 1,9 Prozent.
In den Vorjahren hätten die Erhöhungen 3,4 beziehungsweise 4,4 Prozent betragen. Die größeren Sprünge in 2017 und 2018 führt der Verband darauf zurück, dass langfristig sinkende Zinserträge aufgrund gesetzlicher Vorgaben erst verzögert und dann auf einen Schlag hätten „eingepreist“ werden müssen.
Einzelfälle weichen deutlich vom Durchschnitt ab
„Da es sich bei den genannten Zahlen um Durchschnittswerte handelt, können einzelne von höheren Beitragserhöhungen betroffen sein“, erläutert der PKV-Verband. Dazu schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe: „Erhöhungen um 25 bis 35 Prozent sind in der Spitze durchaus üblich.“
Wie sich die Beiträge in der Vollversicherung bei den einzelnen Gesellschaften langfristig entwickelt haben, das zeigt der Map-Report Nr. 900 – „Rating Private Krankenversicherung“. So hatten zwei inzwischen 74 und 76 Jahre alte Senioren seit dem Jahr 2000 durchschnittliche Steigerungen von 2,3 Prozent pro Jahr hinzunehmen. Einzelne Versicherer wichen erheblich von den Mittelwerten ab (VersicherungsJournal 12.4.2018).
Auch die Morgen & Morgen GmbH hat die Beitragsstabilität der Krankenvollversicherung bewertet. Im Vergleich der Neugeschäftsbeiträge der Unisex-Tarife von 2013 bis 2018 lag das Spektrum der jährlichen Steigerungen zwischen unter einem und über fünf Prozent (VersicherungsJournal 6.7.2018).

- Quelle: Berechnung des WIP auf folgender Datenbasis: GKV: BMG (Versicherte: KM6-Statistik, Einnahmen: KF18Bund; 2018 und 2019 jeweils extrapoliert lt. Schätzerkreis BVA). PKV: Bafin Nw230 (Beitragseinnahmen KKV), PKV-Statistik 4 (Vollversicherte PKV, Beihilfeberechtigte zu 40 %), 2018 und 2019 extrapoliert (Bild: PKV-Verband)
GKV überholt den Preistrend der PKV
Der PKV-Verband hat die Preisentwicklung der privaten Krankenversicherung pro Vollversicherten mit der in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) insgesamt verglichen.
Demnach hat sich die PKV-Prämie seit 2009 bis 2019 um durchschnittlich 2,8 Prozent pro Jahr verteuert, während sich gleichzeitig die Einnahmen der GKV um 3,3 Prozent pro Jahr erhöht haben.
Alle Angaben für 2018 und 2019 sind nach Angaben des Verbandes extrapoliert, also hochgerechnet.




