Tariferhöhungen: Reallöhne sinken 2022 kräftig

26.8.2022 (€) – Das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozial-wissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat seine aktuelle Halbjahresbilanz vorlegt. Demnach steigen die Tariflöhne nach den bislang vorliegenden Abschlüssen 2022 durchschnittlich nominal um 2,9 Prozent. Nach Abzug der Inflationsrate sinken sie jedoch real um 3,6 Prozent.

Zurückzuführen ist dies vor allem auf Verträge, die bereits 2021 oder früher mit mehrjähriger Laufzeit festgelegt wurden. Sie schlagen mit einer Erhöhung von lediglich 2,5 Prozent zu Buche. Und auch die im ersten Halbjahr 2022 erzielten Abschlüsse bleiben mit durchschnittlich 4,5 Prozent hinter der gegenwärtigen Preisentwicklung zurück (VersicherungsJournal 4.4.2022, 30.3.3022).

Damit drohen 2022 in vielen Tarifzweigen im zweiten Jahr in Folge Reallohnverluste – allerdings nicht in allen Branchen. Reallohnzuwächse sind in einigen klassischen Niedriglohnsparten zu beobachten, beispielsweise im Gebäude-Reinigungshandwerk mit im Schnitt 9,7 Prozent mehr Salär ab Oktober. Dies gilt auch für das sächsische Hotel- und Gaststättengewerbe mit im Schnitt neun Prozent ab Oktober bei drei Nullmonaten in 2022.

Die Gehälter im Versicherungsgewerbe steigen ab September um drei Prozent. Zudem wurde für 2022 eine Pauschale für sieben Monate von 550 Euro vereinbart. Im nächsten Mai steht dann eine zusätzliche Einmalzahlung in Hohe von 500 Euro an. Der Lohn erhöht sich im September 2023 um zwei Prozent. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 26 Monate bis März 2024.

Nominal- und Reallöhne (Bild: WSI)
Erhöhung der Tariflöhne; Angaben in Prozent gegenüber dem Vorjahr (Bild: WSI)
Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 26.8.2022
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren