28.8.2019 (€) – 2018 verursachte die Gefahr „Sturm/Hagel“ die meisten Schäden in der Wohngebäudeversicherung. Am teuersten für die Versicherer waren allerdings Leitungswasserschäden. Dies zeigen aktuelle GDV-Zahlen. Zwischen 2011 und 2018 gab es bei Sturm-, Hagel- und erweiterten Elementarschäden immense Schwankungen, was Schadenzahl, Versicherungsleistungen und Durchschnittsschaden betrifft. Bei Feuer- und vor allem bei Leitungswasserschäden zeigt der Trend hier meist deutlich nach oben.
Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Anbieter haben 2018 in der verbundenen Wohngebäudeversicherung 5.969 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht.
Dies entspricht einem Zuwachs um rund ein Siebtel im Vergleich zum Jahr zuvor (VersicherungsJournal 30.8.2018) und zugleich dem zweithöchsten Wert in der jüngeren Vergangenheit.
Über 70 Milliarden Euro seit 2002
Zwischen 2002 und 2018 summierten sich die Schadenaufwendungen auf fast 65,3 Milliarden Euro, wie sich aus den GDV-Daten errechnen lässt. Im Betrachtungszeitraum zeigt sich ein regelrechtes Auf und Ab. In der Spitze hatten die Anbieter über sechs Milliarden Euro für Schäden zu bezahlen (2013). Am billigsten kamen die Wohngebäudeversicherer 2003 und 2005 mit unter drei Milliarden Euro weg.
Die großen Schwankungen sind vor allem auf die Anzahl und Schwere von Naturgefahren-Ereignissen zurückzuführen. So hatte die Assekuranz 2013 neben dem „Jahrhundert“-Hochwasserereignis (3.7.2013) mit „Andreas“ auch noch einen der teuersten Stürme aller Zeiten zu verkraften (26.8.2013). 2018 verursachte allein der Sturm „Friederike“ fast eine Milliarde Euro an versicherten Sachschäden (19.1.2018, 24.1.2018).
Leitungswasserschäden als häufigste und teuerste Ursache
Häufigste Schadenursache waren, anders als in den beiden Jahren zuvor, Sturm- und Hagelschäden. Nach GDV-Angaben hatten die deutschen Gebäudeversicherer für 1,2 Millionen solcher Schäden an Wohngebäuden einzustehen. Das sind 40 Prozent mehr als 2017. Nur noch auf Rang zwei liegt die Gefahr „Leitungswasser“. In dieser Kategorie waren laut der Verbandsstatistik fast 1,1 Millionen Schäden zu verzeichnen.
Dahinter folgt die Gefahr „Feuer“ mit etwa 200.000 Schadenereignissen vor den Elementarschäden, deren Zahl mit circa 60.000 angegeben wird. In letzterer Kategorie sind laut GDV die Gefahren Überschwemmung (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch subsummiert.
Den größten Posten der Bruttoaufwendungen machten erneut Leitungswasserschäden aus. 2,94 Milliarden Euro zahlten die Gebäudeversicherer 2018 dafür an ihre Kunden. Für Sturm- und Hagelschäden betrugen die Versicherungsleistungen über 1,4 Milliarden Euro, während Feuerschäden mit knapp 1,2 Milliarden Euro und Elementarschäden mit rund 290 Millionen Euro zu Buche schlugen.
Leitungswasserschäden immer größeres Problemfeld
2018 kamen die Bruttoaufwendungen für Leitungswasserschäden auf einen Anteil von annähernd der Hälfte an den gesamten Aufwendungen des Geschäftsjahres. Mit fast drei Milliarden Euro wurde zudem ein neuer Höchstwert erreicht. 2011 waren es letztmals unter zwei Milliarden Euro gewesen.
Während die Schadenzahl zwischen 2011 und 2017 relativ konstant in einem Korridor zwischen etwa 1,1 und rund 1,2 Millionen Euro lag, hat der Schadendurchschnitt fast kontinuierlich zugenommen. Für das vergangene Jahr weist der Versichererverband hier einen Wert von über 2.700 Euro aus, das ist weit über ein Drittel mehr als noch 2011.
Riesige Schwankungen bei den Sturm- und Hagelschäden
Bei den Sturm- und Hagelschäden haben sich die Leistungen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um über ein Viertel erhöht. Da die Schadenzahl um über 40 Prozent angestiegen ist, hat sich der Schadendurchschnitt um 120 Euro auf unter 1.200 Euro vermindert.
Im Betrachtungszeitraum zeigen sich große Schwankungen. So lag die Zahl der Sturm- und Hagelschäden zwischen 400.000 (2016) und 1,2 Millionen (2015 und 2018).
Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 2,34 Milliarden Euro im oben erwähnten Ausnahmejahr 2013 und 580 Millionen Euro im Jahr 2012. Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es der Verbandsstatistik zufolge 2012 mit 941 Euro, den höchsten 2013 mit fast 2.370 Euro.
Erweiterte Elementargefahren-Schäden
Ebenfalls immense Schwankungen sind bei den erweiterten Elementargefahren-Schäden zu beobachten.
Für in der Spitze 80.000 Schadenereignisse zahlten die Versicherer bis zu 660 Millionen Euro an Versicherungsleistungen (jeweils 2013). In eben diesem Jahr lag auch der Schadendurchschnitt mit 9.100 Euro am höchsten. Die aktuellen Werte liegen auf Siebenjahressicht betrachtet im oberen Mittelfeld
Feuerschäden werden immer teurer
Bei den Feuerschäden ist eine kontinuierliche Zunahme der Versicherungsleistungen zu beobachten. 2018 waren die Bruttoaufwendungen mit fast 1,2 Milliarden Euro um weit über die Hälfte höher als noch 2011.
Der Schadendurchschnitt stieg auf einen neuen Rekordwert von fast 6.000 Euro. Das ist fast die Hälfte mehr als sieben Jahre zuvor. Die Schadenzahl liegt unverändert bei etwa 200.000. Für 2015 werden in der GDV-Statistik 230.000 Feuerschäden ausgewiesen, für 2011 rund 180.000.










