Wo Fahrraddiebe am häufigsten zuschlagen

28.4.2020 (€) – In Nordrhein-Westfalen wurden 2019 laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik nach absoluten Zahlen erneut die meisten Zweiraddiebstähle verzeichnet, im Saarland unverändert die wenigsten. In Relation zur Einwohnerzahl war jeweils weiterhin in Bremen die Klaurate mit Abstand am höchsten, im Saarland am niedrigsten. Bundesweit ist die Zahl der geklauten Drahtesel auf einen neuen Tiefststand von unter 280.000 zurückgegangen.

Die amtlich registrierten Fahrraddiebstahl-Delikte (inklusive unbefugter Ingebrauchnahme) sind 2019 mit 277.874 auf einen neuen Tiefststand gesunken. Dies zeigt die aktuelle Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2018).

Rückgang von fast fünf Prozent bei den Fahrraddiebstählen

Der Rückgang fiel mit 4,8 Prozent (in absoluten Zahlen: minus 14.141 auf 292.015) fast doppelt so stark aus, wie im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 12.4.2019). Zum Vergleich: Zwischen 2001 und 2004 waren es noch jeweils über 400.000 Bike-Diebstähle, in der Spitze sogar über 437.000.

Jahresvergleich (Bild: Wichert)

Deutlich zurückgegangen sind 2019 übrigens auch die Wohnungseinbruchs-Delikte (minus 10,6 Prozent auf 87.145 Fälle; 26.3.2020) sowie den Kraftwagendiebstähle (minus 6,9 Prozent auf 28.132; 14.4.2020).

Die meisten Delikte in Nordrhein-Westfalen

Die meisten Fahrraddiebstähle wurden auch im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen (NRW) gezählt (knapp 65.500). Dahinter folgen Niedersachsen, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen mit zwischen rund 31.600 und etwa 23.300 solcher Fälle.

Länder mit den meisten Delikten (Bild: Wichert)

Die mit Abstand wenigsten Taten wurden der Statistik zufolge im Saarland (unter 1.100) gezählt. Etwa 4.200 Velos wurden in Thüringen entwendet. Werte zwischen gut 5.400 und knapp 7.200 werden für Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Bremen aufgelistet.

Länder mit den wenigsten Delikten (Bild: Wichert)

In allen Bundesländern bis auf Sachsen (plus fast ein Neuntel) ist die Zahl der Zweiraddiebstähle im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Das größte Minus hatte Thüringen mit deutlich über einem Siebtel zu verzeichnen.

In Bremen die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner

Der Statistik zufolge wurden im vergangenen Jahr 334,7 (2018: 352,7) Drahtesel pro 100.000 Einwohner geklaut. Dabei geschahen in Bremen die meisten Fahrraddiebstähle (knapp 930 Taten pro 100.000 Einwohner). Dahinter folgen laut der aktuellen PKS Berlin und Hamburg mit Klauraten von fast 790 beziehungsweise knapp 660.

Etwas über dem Bundesdurchschnitt liegt Nordrhein-Westfalen, knapp darunter Mecklenburg-Vorpommern. Die niedrigsten Diebstahlraten weist das Saarland mit hauchdünn über 100 Delikten pro 100.000 Einwohner auf.

Pro hunderttausen Einwohner (Bild: Wichert)

Klauraten von jeweils gut 160 werden zudem für Rheinland-Pfalz und Thüringen ausgewiesen. Jeweils um die 200 Delikte pro 100.000 Einwohner wurden in Hessen, Baden-Württemberg sowie Bayern registriert.

Aufklärungsquote auf niedrigem Niveau

Kaum verändert hat sich die Aufklärungsquote, die mit 9,2 (2018: 9,3) Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau verharrt. Zwischen den einzelnen Bundesländern zeigen sich zum Teil erhebliche Unterschiede.

Aufklärungsquote (Bild: Wichert)

So wurde in Thüringen deutlich mehr als jedes sechste Delikt aufgeklärt. In Berlin, Bremen und Hamburg traf dies lediglich auf etwa jeden 25. Diebstahl zu.

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