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Wo Einbrecher am häufigsten zuschlagen

26.3.2020 – Die deutsche Versicherungswirtschaft hat 2019 unverändert rund 300 Millionen Euro für die Folgen von Wohnungseinbrüchen bezahlt. Deutlich zurück ging die Zahl der Delikte (minus 10.000 auf 95.000). In Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr nach Verbandsangaben die meisten Wohnungseinbrüche, in Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten. In allen Bundesländern bis auf Berlin und Brandenburg war der Trend rückläufig.

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Hausratversicherer für rund 95.000 Wohnungseinbrüche etwa 300 Millionen Euro an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Dies geht aus der am Mittwoch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vorgestellten Einbruchbilanz auf Basis von vorläufigen Zahlen hervor.

Deutlicher Rückgang der Taten

Die Anzahl der Delikte ist um etwa 10.000 auf einen neuen Tiefststand innerhalb der letzten eineinhalb Jahrzehnte zurückgegangen. Da die Kosten auf dem Niveau des Vorjahres (VersicherungsJournal 2.4.2019) blieben, kletterte der Schadendurchschnitt auf einen neuen Rekordwert von 3.200 Euro.

Ähnlich niedrig lagen die Gesamtkosten nach GDV-Angaben zuletzt 2007. In der Spitze – im Jahr 2015 – musste die Branche 560 Millionen Euro für etwa 180.000 Wohnungseinbrüche bezahlen. Bis dahin war ein Einbruch mit im Schnitt 3.100 Euro auch am teuersten für die Assekuranz (13.5.2016).

Einbruchbilanz (Bild: Wichert)

GDV-Geschäftsführungs-Mitglied Bernhard Gause kommentierte die Einbruchbilanz wie folgt: „Es hat sich erneut gezeigt, dass es sich für Hausbesitzer lohnt, in bessere Sicherheitstechnik zu investieren, um so Hab und Gut gegen Einbrecher zu schützen."

Bis zu fast ein Viertel Rückgang

Den Verbandsangaben zufolge gab es in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit knapp 27.000 die mit großem Abstand meisten Wohnungseinbrüche. Auf dem zweiten Rang liegt Niedersachsen mit fast 9.500 Delikten dieser Art. Dahinter folgt Berlin mit etwa 8.000 versicherten Einbrüchen vor Hessen und Baden-Württemberg mit jeweils über 6.000 Taten.

Lediglich in Berlin (plus 5,2 Prozent) sowie in Brandenburg (plus 2,3 Prozent) wurden 2019 mehr Wohnungseinbrüche verübt als 2018. In allen Ländern war im vergangenen Jahr ein rückläufiger Trend zu beobachten.

Wohungseinbrüche nach Ländern (Bild: Wichert)

Bei den Verminderungsraten werden gewaltige Unterschiede deutlich. So ging es in Bremen „nur“ um 2,0 Prozent abwärts. Am größten fiel der Rückgang in Sachsen mit fast einem Viertel aus.

In Rheinland-Pfalz sowie Mecklenburg-Vorpommern betrug das Minus jeweils rund ein Fünftel. In Bayern wurden im vergangenen Jahr etwa ein Sechstel, in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt jeweils rund ein Siebtel weniger Delikte registriert als 2018.

Immer weniger Straftaten

Der Rückgang der Wohnungseinbrüche korrespondiert mit der Entwicklung der Straftaten in Deutschland. Denn im vergangenen Jahr wurden hierzulande so wenige Straftaten verübt wie seit 1992 nicht mehr. Dies geht aus der am Dienstag vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2019 hervor.

Mit 5,44 Millionen Straftaten wurden 2,1 Prozent weniger polizeilich erfasst als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote lag 2019 mit 57,5 (2018: 57,7) Prozent auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Rechnet man die rein ausländerrechtlichen Verstöße heraus, so ergibt sich ein Rückgang um 2,3 Prozent auf 5,27 Millionen Delikte. 2018 war die Abnahme mit über drei Prozent noch stärker ausgefallen (5.4.2019).

Weiterer Rückgang der Diebstahlkriminalität

Wie das Ministerium weiter mitteilte, fiel das Minus bei der Diebstahlkriminalität mit fast sechs Prozent (auf 1,82 Millionen Fälle) leicht schwächer als im Vorjahr mit 7,5 Prozent. Es ist aber mehr als doppelt so stark wie bei der Verminderung der Straftaten 2019 insgesamt.

Dies ist vor allem zurückzuführen auf die erheblichen Rückgänge beim Taschendiebstahl (minus 9,7 Prozent auf 94.106 Fälle), beim Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen (minus 10,2 Prozent auf 222.129 Delikte) sowie beim Wohnungseinbruchs-Diebstahl (minus 10,6 Prozent auf 87.145 Fälle).

Auf Fünfjahressicht betrachtet hat sich die Zahl der letztgenannten Delikte in etwa halbiert. 2015 wurde der Höchststand in diesem Jahrtausend von über 167.000 Fällen erreicht.

Wohnungseinbrüche (Bild: Wichert)

Die Differenzen zwischen den Zahlen vom GDV und denen aus der PKS sind unter anderem dadurch begründet, dass der Versichererverband auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Wirtschaftsräume mitzählt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Berufsverband · Diebstahl
 
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