2.5.2022 (€) – Bei knapp der Hälfte der 50 größten Anbieter schrumpfte zwischen 2015 und 2020 der Vertragsbestand in der privaten Unfallversicherung. Die Signal Iduna büßte laut dem „Branchenmonitor 2015-2020: Unfallversicherung“ sowohl nach absoluten Zahlen als auch prozentual am stärksten ein. Dies geht vor allem auf den Abgang eines großen Gruppenversicherungs-Vertrags zurück.
Der Bestand der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Unfallversicherer ist von 2015 auf 2020 um rund 200.000 auf 25,5 Millionen Verträge gesunken. Allein für 2020 weist der Versichererverband ein Minus von 1,2 Prozent aus.
27 der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter konnten ihren Bestand im Betrachtungszeitraum gegen den Branchentrend ausbauen. Am wachstumsstärksten zeigten sich die Generali Deutschland Versicherung AG (plus 625.000 Policen) beziehungsweise die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG (plus 77,2 Prozent).
Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2020: Unfallversicherung“. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält zahlreiche Kennzahlen der 50 nach Prämieneinnahmen größten Marktteilnehmer mit rund 94 Prozent Marktanteil.
22 Anbieter im Minus
22 Akteure hingegen hatten auf Sechsjahressicht betrachtet Rückgänge zu verzeichnen. Am größten fielen die Einbußen nach absoluten Zahlen bei der Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG mit über 670.000 Policen aus. Um über 440.000 Kontrakte schrumpfte die Ergo Versicherung AG, während die Axa Versicherung AG knapp 140.000 Verträge verlor.
Verminderungen im hohen fünfstelligen Bereich standen für die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG und die HDI Versicherung AG zu Buche. Im mittleren fünfstelligen Bereich verkleinerte sich der Bestand der R+V Allgemeine Versicherung AG.
Kein Wert für den Zeitraum liegt für die erst kürzlich gegründete Dialog Versicherung AG (25.10.2018, 23.10.2018) vor. Bei diesem Unternehmen verminderte sich der Bestand allein 2020 um rund 11.000 auf 151.086 Kontrakte (minus etwa sieben Prozent).
Verminderungsraten von bis zu fast minus 40 Prozent
Betrachtet man die Verminderungsraten von 2015 auf 2020, so fiel das Minus ebenfalls bei der Signal Iduna am größten aus. Bei der Ergo und beim HDI betrug die Abnahme knapp über beziehungsweise unter ein Fünftel.
Der HDI büßte im Beobachtungszeitraum etwa ein Sechstel seines Bestandes ein, die Axa ein Siebtel. Im zweistelligen Prozentbereich verloren ansonsten nur noch die Adler Versicherung AG und die Cosmos Versicherung AG.
Hintergründe zu den deutlichen Bestandsverlusten
Der Rückgang bei der Signal Iduna ist zum Großteil auf den Abgang eines Gruppen-Unfallversicherungs-Vertrags mit über einer halben Million versicherten Personen im Geschäftsjahr 2018 zurückzuführen (6.2.2020). Allerdings schrumpfte das Unternehmen auch in den übrigen Jahren des Beobachtungszeitraums – zuletzt mit steigendem Verminderungstempo.
Das Minus bei der Ergo verteilte sich relativ gleichmäßig auf die einzelnen Jahre. Die Verringerung lag jeweils zwischen vier und fünf Prozent. Hintergrund dürfte vor allem sein, dass die Düsseldorfer seit einigen Jahren kein Geschäft in der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung (UBR) mehr zeichnen.
Bei der Nürnberger und beim HDI schrumpften die Bestände ebenfalls kontinuierlich. Beide Akteure verloren dabei jeweils ebenfalls zwischen vier und fünf Prozent pro Jahr.
Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeiten
Bei den Marktgrößen mit mindestens einer Million Verträgen hatte neben Signal Iduna und Ergo nur ein weiterer Platzhirsch Bestandsverluste hinzunehmen (2.5.2022).
Der „Branchenmonitor 2015-2020: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.







