9.1.2024 (€) – Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland zum dritten Mal in Folge mehr als eine Million Sterbefälle gezählt. Mit 1,02 Millionen Fällen wurde der Rekordwert aus dem Vorjahr allerdings nur um vier Prozent verfehlt. Dies geht aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.
Im Jahr 2023 starben in der Bundesrepublik Deutschland 1,02 Millionen Menschen. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag auf Basis erster vorläufiger Ergebnisse der Sonderauswertung der Sterbefallzahlen mit.
Dabei sind hierzulande zum dritten Mal in Folge mehr als eine Million Menschen verstorben. Der Rekordwert aus dem Jahr zuvor von fast 1,07 Millionen Todesfällen (VersicherungsJournal 10.1.2023, 15.11.2023) wurde nur knapp unterboten. Zwei Jahre zuvor waren in der Bundesrepublik erstmals seit 1946 wieder mehr als eine Million Menschen verstorben (12.1.2022, 16.12.2022).
Rückgang um vier Prozent
Im Vergleich zu 2022 wurden rund 45.000 weniger Sterbefälle gezählt (minus etwa vier Prozent). Dies kommentiert das Amt wie folgt: „Aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung wird seit mehr als 20 Jahren mit einer jährlich steigenden Zahl der Sterbefälle in Deutschland gerechnet.
Gleichzeitig stieg die Lebenserwartung vor Beginn der Corona-Pandemie tendenziell an. Der Effekt der steigenden Lebenserwartung schwächte damit den Alterungseffekt ab. In den Pandemiejahren 2020 bis 2022 war der Anstieg der Sterbefälle dann stärker ausgeprägt als in fast allen Jahren zuvor“. Gleichzeitig ging die Lebenserwartung zurück (27.7.2022, 25.7.2023).
Im Januar und März vergleichsweise viele Todesfälle
Ein Blick auf die monatlichen Sterbefallzahlen zeigt insbesondere im Januar und im März deutlich über dem Median der Jahre 2019 bis 2022 liegende Werte. Im Januar betrug das Plus rund ein Siebtel.
Laut Destatis hat kurz vor dem Jahreswechsel 2022/2023 sowohl die Grippe-Welle ihren Höhepunkt erreicht als auch die Zahl der Covid-19-Todesfallzahlen erneut ein zwischenzeitliches Maximum erreicht. Im Zuge des Abklingens dieser beiden Wellen seien auch die gesamten Sterbefallzahlen zurückgegangen (15.2.2023).
Im März lag die Zahl der Todesfälle um etwa ein Elftel über dem Median der Jahre 2019 bis 2022. Als Hintergrund nennen die Statistiker eine Grippewelle von der neunten bis zur 14. Kalenderwoche. So seien die Sterbefallzahlen zeitgleich mit der hohen Zahl an Atemwegserkrankungen angestiegen.

- Sterbezahlen im Jahresverlauf 2019 bis 2023 (Bild: Destatis)
Kaum Auffälligkeiten vom Frühjahr bis zum Herbst
Zwischen April und November waren dann keine hohen Abweichungen mehr festzustellen. Im Dezember lagen die Sterbefallzahlen sogar um sieben Prozent unter dem mittleren Wertes der vier Vorjahre. Hierzu merkt das Statistische Bundesamt an:
„Bei der Einordnung des Saisonverlaufes der Sterbefallzahlen ist zu berücksichtigen, dass sich in den drei Jahren der Corona-Pandemie (2020 bis 2022) ein saisonales Muster gezeigt hat, bei dem die Sterbefallzahlen zum Jahresende deutlich und im Vergleich zu vorpandemischen Jahren in ungewöhnlichem Maße ansteigen.
Dieses Muster wird im aktuellen Vergleich der Sterbefallzahlen des Jahres 2023 mit dem mittleren Wert der vier Vorjahre 2019 bis 2022 berücksichtigt. Im Vergleich zu vorpandemischen Zeiten waren die Sterbefallzahlen somit auch zum Jahresende 2023 auffällig hoch, ebenso wie die Verbreitung von Atemwegserkrankungen.“





