19.3.2021 (€) – Die DFV Deutsche Familienversicherung musste ihren Ebit-Einbruch nach vorläufigen Zahlen nach unten korrigieren auf 10,6 Millionen Euro. Im Gesamtergebnis 2020 schloss der Konzern mit einem Minus von knapp 5,2 Millionen Euro ab. Die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen um rund 26 Prozent auf 115 Millionen Euro. Kernprodukt bleibt die Zahnzusatzversicherung. Der Anteil der Online-Kunden liegt bei 90 Prozent. Im laufenden Jahr soll ein Neugeschäft auf Vorjahresniveau erreicht werden.
Bereits in der dritten Januar-Woche hatte Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandvorsitzender der DFV Deutsche Familienversicherung AG (DFV), erste vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 und die Pläne für das laufende Jahr vorgestellt (VersicherungsJournal 22.1.2021).
In der Bilanz-Pressekonferenz und im Geschäftsbericht gibt es nun eine bemerkenswerte Korrektur und Einzelheiten.
Ergebnisse verschlechtern sich deutlich

- Stefan M. Knoll (Bild: DFV)
Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Ebit) war nach vorläufigen Zahlen von minus 5,2 auf minus 9,95 Millionen Euro zurückgegangen.
Dieser Wert musste auf einen Verlust von 10,6 Millionen Euro berichtigt werden. Ursache dafür war eine erforderliche Korrektur des IFRS-Abschlusses aufgrund eines Fehlers im Jahr 2018.
Auch die versicherungs-technischen Verluste verdoppelten sich binnen Jahresfrist: Nach rund 3,8 Millionen Euro sind es jetzt 7,6 Millionen Euro.
Im Gesamtergebnis schloss der DFV-Konzern erneut mit einem Minus von knapp 5,2 (Vorjahr: 0,6) Millionen Euro ab. Im laufenden Jahr soll der Verlust deutlich reduziert werden.
Die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen um 26,2 Prozent auf 115 Millionen Euro.
Zahnzusatzversicherung bleibt das Kernprodukt
Dabei legte die Zahnzusatzversicherung mit 27,1 Prozent überdurchschnittlich zu. Ihr Anteil an den gebuchten Bruttobeiträgen erhöhte sich leicht von 58 auf 59 Prozent. Zweitwichtigstes Standbein ist die Pflegeversicherung mit 23 Prozent.
Die im Jahr 2018 gestartete Tierkrankenversicherung steigerte ihren Anteil von einem auf drei Prozent. Laut Geschäftsbericht entwickelte sich auch die Sachversicherung nach der Überarbeitung aller relevanten Produkte positiv. Durch Corona brach die Auslands-Krankenversicherung ein. Rund 12.500 Verträge weniger wurden abgeschlossen.
Knoll bezifferte den Anteil der Online-Kunden auf 90 Prozent. Zentraler Vorteil der DFV sei dabei, dass diese Versicherungsnehmer für Cross-Selling-Aktivitäten genutzt werden könnten. „Beste und für jedermann verständliche Versicherungsprodukte ermöglichen den kontaktlosen Vertrieb und sind die Zukunft, nicht nur in Zeiten einer Pandemie“, so sein Kommentar.
Neugeschäft ist gut angelaufen
Nach vorläufigen wie nun bestätigten Zahlen wuchs das Neugeschäft um 7,7 Prozent auf gut 550.000 Verträge zum Jahresende 2020. Beim Neugeschäftsbeitrag wurde der Zielwert von 29,5 Millionen Euro mit 29,3 Millionen Euro knapp verfehlt durch das Minus in Auslandskranken. Im laufenden Jahr soll das Neugeschäft auf dem 2020er-Niveau liegen. Es sei gut angelaufen, teilte der Manager mit.
Das Konzerneigenkapital beträgt nach der Kapitalerhöhung Mitte 2020 und den notwendigen Korrekturen knapp 91 Millionen Euro nach gleichfalls korrigierten rund 65 Millionen Euro. Die SCR-Bedeckungsquote liegt gemäß der Solvency II Q4 2020-Meldung bei 377 Prozent. Die finale Bedeckungsquote zum 31.12.2020 wird im Rahmen des SFCR-Berichts im April veröffentlicht.
30 Millionen Euro werden in den Vertrieb investiert
Nach dem Eintritt des neuen CFO Dr. Karsten Paetzmann zum 1. Februar diesen Jahres soll das Finanzressort personell weiter verstärkt werden. Bei den angekündigten neuen Produkten und dem Markteintritt in Österreich (22.1.2021) bestätigte Knoll, dass man im Zeitplan liege.
In Vertriebsaktivitäten sollen im laufenden Jahr insgesamt circa 30 Millionen Euro investiert werden. Keine Neuigkeiten gab es hinsichtlich des geplanten Rückversicherungs-Vertrags zwischen der Barmenia und der DFV (7.1.2021). Er werde aktuell auf Basis eines Letter of Intent verhandelt.




