Diese privaten Unfallversicherer empfehlen Makler (nicht) weiter

19.9.2018 (€) – Der Interrisk bringen unabhängige Vermittler laut einer aktuellen Untersuchung aus dem Hause Asscompact die höchste Weiterempfehlungs-Bereitschaft in Sachen private Unfallversicherung entgegen. Dahinter folgt die Haftpflichtkasse. Der schlechteste NPS-Wert steht für die Generali zu Buche.

Makler und Mehrfachvertreter vermitteln in der privaten Unfallversicherung das meiste Geschäft an die Interrisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group. Dahinter folgen die VHV Allgemeine Versicherung AG sowie die Haftpflichtkasse VVaG (VersicherungsJournal 6.8.2018).

Dies ist ein Ergebnis der Asscompact-„Marktstudie Privates Schaden-/ Unfallgeschäft 2018“, die von der BBG Betriebsberatungs GmbH und IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH durchgeführt wurde.

Basis der Untersuchung ist eine zwischen Mitte Mai und Mitte Juni 2018 durchgeführte Onlinebefragung von unabhängigen Vermittlern. Diese sind zum Großteil als Versicherungsmakler (§ 34d Absatz 1 GewO) tätig. Die Nettostichprobengröße wird mit 425 angegeben.

Weiterempfehlungs-Bereitschaft der Vermittler

Erhoben wurde im Rahmen der Studie unter anderem auch die Weiterempfehlungs-Bereitschaft für die Anbieter von privaten Unfallversicherungen. Hierzu wurde der in der Marktforschung häufig angewandte Net-Promoter-Score herangezogen.

Ergebnis: Die VHV landet in Sachen NPS nur an siebter Stelle. Aus dem siebthöchsten Anteil an Promotoren (gut die Hälfte) und dem viertniedrigsten Anteil an Detraktoren (etwa ein Dreizehntel) errechnet sich ein NPS-Wert von glatt 50.

Interrisk auf dem Spitzenplatz

An der Spitze liegen die Interrisk und die Haftpflichtkasse, deren NPS-Werte um fast 30 beziehungsweise über 20 Punkte höher liegen. Bei der Gesellschaft aus Wiesbaden gehören mehr als acht von zehn Vermittlern zu den Promotoren. Dem steht ein Anteil von nur nicht einmal einem Dreißigstel an Kritikern gegenüber. Dies ist jeweils der Topwert.

Der NPS der Haftpflichtkasse von knapp über 70 setzt sich aus dem zweithöchsten Anteil an Promotoren von weit über drei Vierteln sowie einem Detraktorenanteil von rund einem Sechzehntel zusammen.

Die Plätze drei und vier gehen mit NPS-Werten von jeweils über 60 an die NV-Versicherungen VVaG und die Basler Sachversicherungs-AG. Die Promotorenanteile betragen jeweils knapp drei Viertel. Zu den Kritikern gehören nur jeder elfte (NV) beziehungsweise jeder zehnte (Basler) befragte Vermittler.

Spitzenreiter (Bild: Wichert)

Generali mit der roten Laterne

Am anderen Ende der Rangliste findet sich die Generali wieder. Die Gesellschaft ist die einzige, bei welcher der Anteil der Detraktoren denjenigen der Promotoren überwiegt – und dies sogar deutlich. Auch in der Wohngebäudeversicherung gehört die Generali zu den Anbietern mit den schlechtesten NPS-Werten (VersicherungsJournal 22.8.2018).

Nur gut jeder vierte Vermittler zählt im Zweig private Unfallversicherung zu den Promotoren der Generali, dafür aber fast sechs von zehn Befragten zu den Kritikern. Hier dürfte sich auch der massive Konzernumbau (VersicherungsJournal 28.9.2017, 25.5.2018) auswirken.

Bei der Allianz Versicherungs-AG und der Volkswohl Bund Sachversicherung AG (inklusive des Makler-Online-Portals „Prokundo“) hielten sich die Anteile an Promotoren und an Detraktoren die Waage. Bei den Dortmundern waren die Anteile mit jeweils einem knappen Drittel fast doppelt groß wie bei den Münchenern mit jeweils rund einem Sechstel.

Der Marktführer im Zweig private Unfallversicherung (VersicherungsJournal 19.2.2018) landete auch in der Wohngebäude- und privaten Haftpflichtversicherung (VersicherungsJournal 6.9.2018) hinsichtlich der Weiterempfehlungs-Bereitschaft nur auf den hinteren Plätzen.

Schlusslichter (Bild: Wichert)

Die größten Schwächen der Schlusslichter

Konkrete Gründe für die stark voneinander abweichenden Bewertungen liefert die Untersuchung nicht. Auffällig ist, dass zumindest die Allianz und die Generali nur an letzter beziehungsweise drittletzter Stelle liegen, was die Geschäftsanteile betrifft. Hier scheint es einen direkten Zusammenhang zwischen der fehlenden Weiterempfehlungs-Bereitschaft und dem nur geringen Geschäftsvolumen im unabhängigen Vermittlermarkt zu geben.

Gewisse Anhaltspunkte für die höchst unterschiedlich ausgeprägte Weiterempfehlungs-Bereitschaft zeigt ein Blick auf die Bewertung der Dienstleistungsqualität. So sind die Makler und Mehrfachvertreter mit der Generali und der Allianz insgesamt auch am wenigsten zufrieden. Bei der Gesamtzufriedenheit beträgt der Rückstand der beiden Gesellschaften satte 20 Punkte – maximal sind 100 Punkte möglich.

Die Generali etwa schneidet in nur zwei der 13 abgefragten Zufriedenheitskriterien besser als die drei schlechtesten Anbieter ab. Sieben Mal ist die Gesellschaft Schlusslicht. Im wichtigsten Kriterium „Schadenmanagement/ Schadenregulierung“ liegt die Generali sogar über zehn Punkte hinter dem zweitschlechtesten Anbieter. Gleiches gilt auch in Sachen Image und persönliche Vertriebsunterstützung.

Auch die Allianz schneidet in so gut wie allen Kriterien aus Vermittlersicht schlecht ab. Lediglich beim Image reichte es immerhin zu einem Platz im unteren Mittelfeld. Die Makler und Mehrfachvertreter bescheinigen dem Marktführer unter anderem das zweitschlechteste Schadenmanagement sowie die zweitschlechteste Neugeschäftsabwicklung wie auch Tarifpolitik.

Die Stärken der Spitzenreiter

Andererseits landeten die Haftpflichtkasse und die Interrisk, die beiden Anbieter mit den höchsten NPS-Werten, auch in der Gesamtzufriedenheits-Wertung auf den vordersten Plätzen. Beide gehören in jeweils sieben Kriterien zu den Top-Drei-Gesellschaften.

Dabei punktete die Haftpflichtkasse vor allem mit der besten Schadenregulierung und Neugeschäftsabwicklung sowie dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis – und liegt damit in den drei wichtigsten Bereichen an der Spitze. Die Interrisk konnte vor allem mit der besten Produktpalette und Tarifpolitik sowie den flexibelsten Produkten und Tarifen überzeugen.

Weitere Studiendetails

Die 684-seitige Untersuchung „Marktstudie Privates Schaden-/ Unfallgeschäft 2018“ enthält detaillierte Ranglisten zu den Geschäftsanteilen, der Vermittlerzufriedenheit und der Weiterempfehlungs-Bereitschaft in den Versicherungszweigen Wohngebäude, Hausrat, Privathaftpflicht und private Unfallversicherung.

Ermittelt wurde unter anderem auch die Bedeutung der privaten Schaden-/ Unfallversicherung im unabhängigen Vermittlermarkt (VersicherungsJournal 6.8.2018). Die Studie kann für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Florian Stasch per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575838 bestellt werden.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 19.9.2018
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren