29.4.2020 (€) – Der Lebensversicherer hat im Jahr 2019 mit geringeren Beitragseinnahmen den Jahresgewinn erhöht. Das Neugeschäft nach APE ging um fünf Prozent zurück. Das zeigt der am Dienstag vorgestellte Geschäftsbericht. Geplant ist eine Expansion in weitere Auslandsmärkte und die digitale Kompetenz der Vermittler mehr zu prüfen.
Die Prismalife AG hat am Dienstag ihren Geschäftsbericht 2019 (PDF, 1,9 MB) vorgestellt.
„Derzeit haben wir 141.000 Verträge. Der Löwenanteil – vor allem in Deutschland – entfällt auf Fondsrentenpolicen ohne Garantien“ erläuterte CCO Volker Schulz. Dabei spielen Nettopolicen eine große Rolle. Trotzdem reduzierte sich ihr Anteil 2019 auf 69 Prozent. Im Vorjahr (VersicherungsJournal 10.5.2019) hatte der Anteil am Neugeschäft nach Beitragssumme noch bei 76 Prozent gelegen.
Beitragseinnahmen und das Neugeschäft der Prismalife gingen zurück
Auch bei den Bruttoeinahmen musste der Versicherer Federn lassen. Sie sanken um 4,1 Prozent auf 132,5 Millionen Euro. Von dem Rückgang waren die laufenden Prämien mit minus 2,3 Prozent und die Risiko-Lebensversicherungen mit minus 0,9 Prozent betroffen.
Die Einmalbeiträge gingen um 28,3 Prozent zurück. Das Neugeschäft gegen laufende Prämien verringerte sich um 0,2 Prozent. Das bedeutete eine um 4,7 Prozent rückläufige APE.
Hauptvermittler in Deutschland ist weiterhin die über den Eigentümer Sören Patzig eng verbundene Afa AG.
Kaufen Kunden eine Nettopolice, berechne die Gesellschaft derzeit 5,9 Prozent Abschlusskosten. Berücksichtige man die kostenfreie Zuzahlung- und Dynamikmöglichkeiten, läge der Satz unter dem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) geforderten Wert von 2,5 Prozent.
50 neue Vertriebspartner

- Holger Beitz (Bild: Prismalife)
Der Verkauf von Nettopolicen wird laut CEO Holger Beitz von vielen Verbraucherzentralen (VZ) als positiv bewertet. Es werde verstanden, dass das Honorar unter dem Strich günstiger ist als marktübliche Provisionslösungen. Allein die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. (VZHH) wärme mit einem Hinweis „alte Kamellen“ auf (18.4.2018).
Inzwischen kooperiert Prismalife mit 150 Versicherungsmaklern, das sind 50 mehr als ein Jahr zuvor. Künftig wolle man systematisch auf die digitale Kompetenz der Vermittler achten. Das sei die Erfahrung aus der Coronakrise.
Jahresgewinn dank Kapitalanlage-Verkäufen
Trotz rückläufiger Einnahmen konnte der Versicherer sein Ergebnis von 5,4 auf 6,0 Millionen Euro steigern. Als Grund wird ein sehr gutes Kapitalanlageergebnis genannt. „Ausschlaggebend waren Gewinnmitnahmen aus Teilverkäufen des Deckungsstocks“, wird dazu im Bericht erläutert.
Von den Gesamterträgen aus Kapitalanlagen in Höhe von 12,9 Millionen Euro entfielen allein 9,5 Millionen Euro auf die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen. Ohne diese außerordentlichen Erlöse wäre das Jahresergebnis der Gesellschaft also negativ.
Nachhaltige Kapitalanlage ist schwierig
Die Quote der nachhaltig investierten Kapitalanlagen liegt weiterhin bei rund 75 Prozent. Das sei über Marktschnitt von 70 Prozent. „Unsere Nachhaltigkeits-Strategie für Kunden und unsere Unternehmen hat sich ausgezahlt“, sagte Beitz.
Schulz erläuterte: „Wir haben im vorigen Jahr begonnen unsere Aktienquote zu reduzieren, bei der wir eine hohe Nachhaltigkeitsquote erzielen. Im Anleihemarkt ist die Aufstellung nach ESG-Kriterien aber nicht so einfach.“ Trotzdem würden die Kunden die Nachhaltigkeits-Strategie des Versicherers aus Lichtenstein deutlich wahrnehmen.
Versicherungsnehmer können nun mit insgesamt 29 entsprechenden Fonds ihre Vorsorge aufbauen. Im vergangenen Jahr wurde das Portfolio um 18 explizite Nachhaltigkeitslösungen erweitert.
Corona-Pandemie kostet Neugeschäft
Zu den Auswirkungen der Coronakrise sagte Beitz: „Wir haben es in unsrem Haus geschafft, unsere Mitarbeiter in vollem Umfang in drei Tagen im Home-Office zu aktivieren. Das läuft nun seit fünf Wochen reibungslos.“
Trotzdem spürt das Unternehmen die Pandemie. Die Umsätze sind derzeit um rund zehn Prozent zurückgegangen. Einige Kunden hätten zudem von der Beitragspause Gebrauch gemacht, die für zwei Jahre möglich ist.
"Aber im März und April haben auch fast doppelt so viele Kunden die Gelegenheit genutzt, aufgrund des Aktiencrashs mehr Geld in ihre Policen einzuzahlen“, stellt Beitz fest.
Nach Geschäftsausdehnung in die Schweiz und nach Österreich soll im Sommer der Start in Italien erfolgen. Nach Einschätzung von Beitz würden die Kunden dort eher dem Finanzsystem in der Schweiz oder in Lichtenstein Vertrauen schenken als dem im eigenen Land.




